Im Laufe der zweiten Halbzeit musste der FC Schalke dann doch noch zittern: Mit der zwischenzeitlichen 2:0-Führung im Rücken mussten die Gelsenkirchener den Fokus auf das Verteidigen legen, als sich Union Berlin gegen die drohende Niederlage aufbäumte und die Gäste in ihrem letzten Drittel einschnürte.
So schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Eisernen den Anschlusstreffer erzielten – und so war es dann auch. Mit noch etwa sieben Minuten an Nachspielzeit auf der Uhr musste der S04 um den vorbereiteten Auswärtssieg bangen. Schlussendlich sorgte jedoch Maximilian Wöber für den entscheidenden Treffer zum 3:1-Endstand, nach Vorlage von Hee-chan Hwang, der wiederum zuvor von Janik Bachmann in Szene gesetzt worden war.
Das Bemerkenswerte an diesem Treffer, der diesen wichtigen Dreier für Schalke besiegelte: Alle drei Spieler, die an den finalen Aktionen dieses Spielzugs beteiligt waren, wurden zuvor eingewechselt. Wöber und Hwang kamen zur 80. Minute und Bachmann wurde in der vierten Minute der Nachspielzeit und somit rund zehn Minuten vor dem Abpfiff eingewechselt. Das Trio sorgte somit für die Entscheidung, mit dem Pre-Assist, dem sehr genauen und überlegten Querpass sowie dem souveränen Abschluss.

Einwechselspieler gibt es nicht: S04 arbeitet mit 'Gamechangern'
Doch das Wort "Einwechselspieler" gibt es beim S04 so in der Form gar nicht, wie Robin Gosens nach dem Abpfiff erklärte. Stattdessen spreche Miron Muslic immer von "Gamechangern", wie der erste Torschütze des Abends bei Sky Sport verriet.
"Unser Trainer spricht immer von den 'Gamechangern', nie von 'Einwechselspielern'. Das ist ja auch psychologisch sehr wichtig für einen Spieler, dass du eben nicht das Gefühl hast, du bist ein Einwechselspieler – sondern ein Gamechanger. Und mit diesem Gefühl sind die Jungs auch heute auf den Platz gegangen", führte Gosens aus.
Das sei bereits gegen den FC Bayern der Fall gewesen, wie auch am Freitagabend bei Union. "Deswegen ist es meiner Meinung nach eben auch kein Zufall, dass die Spieler, die dann reinkommen, nicht dafür zuständig sind zu verwalten. Sie sind dafür zuständig, nochmal einen Impuls zu geben und das hat man heute in Perfektion gesehen", schloss Gosens die Erklärung zu diesem psychologischen Trick.
Auch Muslic selbst stellte diesen Faktor anschließend noch in den Fokus, als er über den Konkurrenzkampf rund um die Startelf-Plätze sprach: "Die Startelf ist immer wichtig. Aber es ist auch ungemein wichtig, wie wir das Spiel beenden. Wir waren [dahingehend] exzellent gegen die Bayern, da haben wir auch einen Punkt geholt, weil die 'Gamechanger' exzellent in unserer Struktur waren. Und heute war es genauso."
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