Das Duell zwischen dem FC Bayern und Mainz 05 lässt sich zweifelsohne als spektakulär einordnen. Mit einem 0:3 ging der rechnerisch bereits feststehende deutsche Meister in die Kabine, nur um das Spiel in der zweiten Hälfte mit vier Toren komplett zu drehen.
Wie schon mehrfach in dieser Saison zeigte diese Bayern-Mannschaft dabei ihre große Stärke: Mentalität. Interims-Kapitän Leon Goretzka fand nach dem Spiel sehr deutliche Worte zu den komplett unterschiedlichen Hälften
"In der Halbzeit haben wir ordentlich den Kopf gewaschen bekommen und uns dann wieder auf das berufen, was uns stark gemacht hat", sagte Goretzka bei DAZN. Und er ergänzte: "Man kann mal Rückschläge haben, aber es kommt immer darauf an, wie man darauf reagiert."

"Unser Trainer hat klar angesprochen, dass wir so nicht auftreten können, dass wir in die Zweikämpfe gehen müssen, dass wir uns präsentieren sollen wie Bayern München, so wie wir uns die letzten Monate präsentiert haben", äußerte sich auch Christoph Freund zur Halbzeit-Ansprache von Kompany (via Bild). "Und wenn wir das nicht machen, dann kann alles passieren im Fußball. Er hat ganz, ganz klare Worte gefunden."
"Er hat ein paar deutliche Worte gefunden, über die ich euch nichts erzählen werde, aber völlig zurecht. Er hatte das Recht, uns zu sagen, dass es nicht gut genug war", so Harry Kane.
Was kann man aus dem Spiel mitnehmen?
Ein klarer Grund für das schwache Auftreten vor der Pause war die intensive Rotation von Vincent Kompany vor dem wichtigen Spiel gegen Paris Saint-Germain. Jonathan Tah, Michael Olise und Harry Kane wurden geschont, genauso wie der strukturrelevante Joshua Kimmich.
Genau diese Änderungen waren sofort sichtbar. Der Münchner 'zweiten Reihe' fehlte es an Struktur, Zugriff und Energie gegen den Ball. Und bei allen drei Gegentoren konnte man zumindest erwarten, dass ein Team wie Bayern auch nach mehreren Rotationen das in dieser Form besser wegverteidigt. Zumal Jonas Urbig schon vor der Pause mit absoluten Glanztaten Schlimmeres verhinderte.
Gleichzeitig gehört aber auch zur Wahrheit: Unter einem Trainer wie Kompany und mit Spielern wie Olise, Kane und Jamal Musiala auf der Bank ist selbst ein 0:3 zur Halbzeit nicht automatisch ein Schlusspunkt.
Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel erklärte Kompany seine Sicht auf die erste Hälfte: "Vom Gefühl her könnten es in der ersten Hälfte vier oder fünf werden. [...] Dann gibt es keine große Analyse zur Halbzeit." Was genau statt einer Analyse passierte, ließ der Coach offen. Zusammen mit Goretzkas Aussage lässt sich aber ziemlich gut erahnen, wie intensiv Kompany seine Mannschaft in der Kabine erreicht hat.
