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Gladbachs größte Fehlentscheidung der letzten Jahre wird immer schmerzhafter

Warum hat Borussia Winsley Boteli keine Chance gegeben? Nun steigt er sogar zum Nationalspieler auf.
VonJan Kupitz
Borussia Mönchengladbach hat Winsley Boteli leichtfertig abgegeben
Borussia Mönchengladbach hat Winsley Boteli leichtfertig abgegeben | NurPhoto/GettyImages

Borussia Mönchengladbach hat in den vergangenen Jahren eine steile Talfahrt erlebt, die vor allem auf viele Fehlentscheidungen in der sportlichen Leitung zurückzuführen ist. Die Entscheidung von Sportchef Rouven Schröder, mit Eugen Polanski in die neue Saison zu gehen, hat sich beispielsweise schnell als falsch herausgestellt. Aber auch sein Vorgänger Roland Virkus hat sehr häufig daneben gegriffen.

Der ehemalige Gladbach-Manager hat viel Geld für Tomas Cvancara, Nathan Ngoumou oder Jonas Omlin ausgegeben – Spieler, die aus unterschiedlichen Gründen zu Transferflops verkamen. Dadurch wurde viel Geld am Niederrhein verbrannt.

Die vielleicht größte Fehlentscheidung der letzten Jahre war aber kein Fehleinkauf oder die Wahl des falschen Trainers. Sondern der Verkauf von Winsley Boteli.

Der Angreifer war 2022 von Servette Genf zur Borussia gewechselt und konnte in den Nachwuchsmannschaft auch gut knipsen. Für die U17 traf er elf Mal in 17 Spielen, für die U19 sogar 32 Mal in 39 Spielen. Herausragende Quoten – trotzdem erhielt er bei den Profis keine Chance.

Boteli startet durch – bis zur Schweizer Nati

Aufgrund dieser Perspektivlosigkeit wurde Boteli 2025 zum FC Sion verliehen. Soweit so gut. Doch die fatale Entscheidung war, den Schweizern eine Kaufoption einzuräumen. Obwohl diese mit 3,5 Millionen Euro für schweizerische Verhältnisse ziemlich hoch war, wurde sie im vergangenen Sommer vom FC Sion gezogen. Gladbach verlor ein Supertalent – und das für vergleichsweise wenig Geld.

Botelis Marktwert wird beim Portal Transfermarkt schon jetzt auf fünf Millionen Euro geschätzt. Tendenz weiter steigend! Denn nun wurde der 20-Jährige erstmals für die Schweizer Nati nominiert, für die er in den kommenden Länderspielen sein Debüt geben dürfte. Nati-Coach Murat Yakin zeigte sich hoch erfreut, dass Boteli sich zu den Eidgenossen bekannt hat – denn auch die DR Kongo hatte zuletzt um ihn gebuhlt.

Man kann sich leicht ausmalen, welchen Marktwert Boteli erlangen wird, wenn er nun fortan ein fester Bestandteil der Schweizer Nationalmannschaft ist. Zumal er auf Vereinsebene wie am Fließband trifft und für Sion in dieser Saison in 14 Einsätzen schon zwölf Mal traf (plus fünf Vorlagen).

Macht Boteli in den kommenden Monaten so weiter, dürfte im kommenden Sommer der Schritt zu einem größeren Klub winken – eine zweistellige Millionen-Ablöse scheint nicht abwegig. Am Niederrhein muss man sich ärgern, solch ein vielversprechendes Talent leichtfertig abgegeben zu haben. Einfach eine fatale Entscheidung!


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