Bei Borussia Mönchengladbach möchte man eigentlich vermehrt dem eigenen Nachwuchs vertrauen - ein Vorhaben, das in den vergangenen Jahren nicht wirklich zufriedenstellend umgesetzt wurde. Auch Winsley Boteli, der als eines der Top-Talente galt, bekam bei den Profis bisher keine echte Chance.
Der Schweizer wurde daher im vergangenen Sommer in seine Heimat zum FC Sion verliehen, wo er sich zumindest als Joker über regelmäßige Einsätze freuen durfte. Mit sechs Toren in der Liga sowie drei weiteren im Pokal konnte Boteli auch schon seinen Torinstinkt unter Beweis stellen.
Eine Zukunft am Niederrhein scheint der 19-Jährige dennoch nicht zu haben. Laut Angaben der Rheinischen Post ist es immer unwahrscheinlicher, dass Boteli nochmal für Borussia aufläuft. Sportchef Rouven Schröder soll vielmehr bereit sein, den Youngster im Sommer zu verkaufen - auch, weil eine Millionen-Ablöse winkt.
Der FC Sion verfügt über eine Kaufoption in Höhe von 3,5 Millionen Euro; die Schweizer pokern trotzdem noch auf ein Entgegenkommen der Borussia. Am liebsten würde Sion Boteli nochmal ausleihen. Weil aber auch andere Klubs um den Stürmer buhlen, sind sie sich dem Ernst der Lage bewusst und haben daher ein Angebot in Höhe von drei Millionen Euro unterbreitet.
Großes Interesse an Boteli
Dass Gladbach bei dieser Summe den Zuschlag erteilt, ist unwahrscheinlich. Denn der FC Brügge soll bereits den Wert der Kaufoption - sprich: 3,5 Millionen Euro - für Boteli geboten haben. Außerdem sollen auch der FC Genua, FC Brentford, Olympique Marseille, FC St. Gallen und SC Freiburg die Fühler nach dem Youngster ausstrecken.
Bei so vielen potenziellen Interessenten kann Gladbach sogar auf ein Wettbieten und somit eine noch höhere Ablöse hoffen. Es sei denn, der FC Sion aktiviert seine Kaufoption doch noch und nimmt Boteli für 3,5 Millionen Euro fest unter Vertrag. Zumindest diese Summe scheint Borussia aber als Transfererlös fix einplanen zu können.
Sollte Gladbach Boteli an einen anderen Verein verkaufen, soll zudem eine Weiterverkaufsbeteiligung vereinbart werden, um auch von der weiteren Entwicklung profitieren zu können.
Gladbach-Fans mögen (berechtigerweise) fragen, warum ein solch begehrter Youngster beim eigenen Verein keine Chance bekommen soll. Doch die Wahrheit ist, dass der Verein Geld braucht. Und hinzu kommt, dass die Position im Angriff ziemlich unklar ist: Wie kommt Tim Kleindienst zurück? Was wird aus Tomas Cvancara? Kann Shuto Machino im zweiten Jahr zünden? Eine Gemengelage, in der die Bosse einen Boteli-Verkauf offenbar als am sinnvollsten erachten.
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