Eins können sie bei Borussia Mönchengladbach in dieser Saison gut gebrauchen: Tore. Abseits von Top-Torjäger Haris Tabakovic ist Gladbach vor dem Tor oftmals viel zu ungefährlich. Mit 35 Toren stellen die Fohlen die fünftschwächste Offensive der Liga.
Ausgerechnet jetzt sorgt beim FC Sion eines ihrer Talente für Furore. Winsley Boteli wurde vor der Saison von Gladbach in die Schweiz ausgeliehen – dort ist er zu einem echten Super-Joker gereift, im Schnitt trifft er alle 70 Minuten. Für seine neun Saisontore benötigte er so nur 626 Einsatzminuten.
Erneute Ausleihe, Verbleib in Gladbach...
Die Fohlen haben also ein echtes Juwel in ihren Reihen – nur ob es auch jemals im Borussia-Park auflaufen wird, ist fraglich. Laut der Rheinischen Post will Sion den 19-Jährigen unbedingt für ein weiteres Jahr ausleihen. Theoretisch besitzen die Schweizer auch eine Kaufoption, diese ist mit 3,5 Millionen Euro jedoch deutlich zu hoch.
Allerdings könnte er auch bei der Borussia bleiben. Schließlich ist Stand jetzt noch überhaupt nicht vorherzusehen, wie der Angriff der Gladbacher in der kommenden Saison aussieht. Bei Tim Kleindienst gibt es Fragezeichen bezüglich der Fitness, Haris Tabakovic wird vom LOSC Lille umgarnt, und auch bei den Leihspielern Tomas Cvancara, Grant-Leon Ranos und Shio Fukuda gibt es noch Fragezeichen.
...oder doch ein fester Wechsel?
Unter Umständen könnte Boteli also in der kommenden Saison tatsächlich erste Luft in der Bundesliga schnuppern – eine größere Chance auf mehr Einsatzminuten hätte er aber freilich bei anderen Teams. Angesichts seines Vertrags bis 2028 ist ein weiteres Leihgeschäft problemlos möglich.
Allerdings ist auch ein dauerhafter Abschied im Sommer nicht ausgeschlossen. Laut der Rheinischen Post signalisiert der FC St. Gallen Interesse an einem festen Transfer. Die Schweizer verlieren zum 1. Juli ihren Torjäger Alessandro Vogt an die TSG Hoffenheim. Dieser Deal spült ihnen 2,7 Millionen Euro in die Kassen – das nötige Kleingeld für einen Boteli-Transfer wäre also da.
Zudem braucht Sportdirektor Rouven Schröder aufgrund des Sparkurses des Vereins Einnahmen. Da wären die knapp drei oder vier Millionen Euro, die für Boteli in Aussicht sind, wohl sehr willkommen.
