Borussia Mönchengladbach hat als erster Verein der Bundesliga-Saison 2026/27 die Reißleine gezogen und sich nach dem dritten Spieltag von Eugen Polanski getrennt. Der 40-Jährige, der vor fast genau einem Jahr als Nachfolger von Gerardo Seoane installiert worden war, musste nach der blamablen 0:5-Pleite beim SC Freiburg gehen.
"Trotz einer guten Vorbereitung und positiver Ansätze ist es der Mannschaft in der Bundesliga nicht gelungen, die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Die zuletzt gezeigten Leistungen haben zu der Entscheidung geführt, Eugen mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden", so Sportchef Rouven Schröder.
Auch wenn Polanski seine Verbundenheit und Leidenschaft zu und für Borussia nicht abzusprechen sind, war das insgesamt doch sehr ernüchternd, was er als Gladbach-Trainer abgeliefert hat. In 34 Bundesliga-Spielen unter seiner Leitung gab es lediglich neun Siege, dafür aber 15 Niederlagen. Sein Punkteschnitt war der schlechteste seit Michael Frontzeck – und wie schlimm es damals um Borussia bestellt war, weiß jeder Fohlenfan nur allzu gut.
90min wirft im Rahmen der Entlassung einen Blick auf die Polanski-Tabelle, d.h. vom ersten Spieltag seiner Amtszeit bis zum vergangenen Wochenende.
Die Tabelle der Bundesliga während Polanskis Amtszeit als Gladbach-Trainer
*Da die Ab- und Absteiger zwecks unterschiedlicher Spielklasse nicht berücksichtigt werden, besteht die Tabelle nur aus 15 Teams
Verein | Punkte | +/- |
|---|---|---|
FC Bayern | 87 | 79 |
BVB | 75 | 37 |
Leipzig | 65 | 28 |
Stuttgart | 62 | 22 |
Leverkusen | 59 | 23 |
Hoffenheim | 58 | 11 |
Freiburg | 53 | 6 |
Augsburg | 47 | -10 |
Mainz | 43 | -4 |
Frankfurt | 42 | -8 |
Gladbach | 37 | -15 |
Union | 37 | -16 |
HSV | 37 | -19 |
Werder | 32 | -25 |
Köln | 29 | -20 |
Beim Blick auf die Polanski-Tabelle gibt es eigentlich nur einen Trost: Nämlich dass er während seiner Amtszeit zumindest deutlich besser performt hat als der Rheinrivale 1. FC Köln. Ansonsten gab es für den 40-Jährigen keine Argumente – er konnte Gladbach nicht aus den unteren Tabellenregionen nach oben führen. Im Gegenteil: Der Abstiegskampf war unter Polanski ständig gegenwärtig.
Die einzige Frage, die man sich stellen muss: Warum hatte man sich im Sommer dazu entschieden, mit Polanski weiterzumachen? Die schwache Entwicklung der letzten Saison hatte doch jeder gesehen...
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