Gladbach kassiert späten Ausgleich: Auch in Bremen gelingt kein Befreiungsschlag

Gegen Werder Bremen gibt Borussia Mönchengladbach spät den Auswärtssieg aus der Hand. Der Frust nach der Partie soll dem sicherlich nötigen Selbstbewusstsein für die nächsten Wochen weichen.
Gladbach muss sich einen Punkt in Bremen begnügen
Gladbach muss sich einen Punkt in Bremen begnügen / Christian Verheyen/GettyImages
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Der Last-Minute-Ausgleich von Keke Topp war ebenso sehenswert wie verdient für Werder Bremen - und dennoch äußerst ärgerlich für Borussia Mönchengladbach. Bis in die vierte Minute der Nachspielzeit hinein hatten die Gäste vom Niederrhein an der Weser geführt, vieles deutete auf einen wichtigen Auswärtssieg hin. Schlussendlich jedoch hilft das 1:1-Unentschieden keinem der beiden Klubs.

Die Borussia hatte ein sehr uninspiriertes und von Unsicherheit geprägtes Spiel abgeliefert. Die lediglich 32 Prozent an Ballbesitz sind zwar auch von zum Schluss auf den Ausgleich drängenden Bremern beeinflusst, doch spricht diese Zahl bei zugleich nur 292 gespielten Pässen eine klare Sprache. Zum Vergleich: Werder spielte 611 und damit mehr als doppelt so viele Pässe - und konnte sich einen Schuss-Vorteil von 18 zu sieben erspielen.

Gladbach-Frust trotz "verdienter Punkteteilung"

"So kurz nach dem Spiel fühlt es sich natürlich wie zwei verlorene Punkte an", zeigte sich Rocco Reitz entsprechend enttäuscht (via Rheinische Post). "Auch wenn es am Ende wahrscheinlich gerecht ist, tut es vom Zeitpunkt und vom Spielverlauf her extrem weh."

Eugen Polanski zog ein sehr ähnliches Fazit: "Wenn man bis zur letzten Minute 1:0 führt, will man natürlich die drei Punkte mitnehmen." Dabei monierte der Borussia-Coach, dass es die Ecke, die schlussendlich zum Werder-Ausgleich führte, eigentlich gar nicht erst hätte geben dürfen. Stattdessen sei ein eigener Freistoß durch ein Foul von Topp am Jens Castrop angebracht gewesen, so Polanski weiter.

Grundsätzlich habe es sich jedoch um "eine verdiente Punkteteilung" gehandelt, wie Polanski eingestehen musste. Einen fußballerischen Leckerbissen hätte man bei der Ausgangslage beider Mannschaften "vielleicht auch nicht erwarten" können, führte er hinsichtlich der für neutrale Zuschauer zuweilen gar frustrierenden Partie aus.

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach
Rocco Reitz im Zweikampf mit Senne Lynen / picture alliance/GettyImages

Doch wieso ließ sich die Borussia überhaupt auf diese sehr vorsichtige Herangehensweise ein? Immerhin galt dürfte das aktuell ebenso schwache Werder als einer der Gegner gegolten haben, gegen den Gladbach noch mit am ehesten drei Punkte holen kann.

Reitz brachte die Erklärung: "Das hängt, glaube ich, mit der Situation zusammen, in der wir stecken. Wenn du auswärts nach Bremen fährst, war unser Plan schon, tiefer zu stehen, kompakter zu verteidigen und die Räume enger zu machen." Dabei verwies er auch auf die Probleme, die zuletzt etwa gegen den VfB Stuttgart mit einem höheren Anlaufen und zu großen Abständen entstanden seien.

Auf die Fohlen warten herausfordernde Wochen

Nach dem Unentschieden rangiert die Fohlenelf auf dem zwölften Tabellenplatz - mit allerdings nur noch drei Punkten an Vorsprung auf den Relegationsplatz. Dazu warten in den nächsten Wochen voraussichtlich schwere Aufgaben auf die Borussia. Das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, anschließend geht es gegen ein mit neuem Cheftrainer ausgestattetes Eintracht Frankfurt und ein zuletzt wieder stabileren SC Freiburg. Mit dem Heimspiel gegen Union Berlin wird der Februar dann geschlossen.

Der neue Monat bietet also durchaus das Potenzial, noch weiter in den Abstiegskampf hineinzurutschen. Von diesem Szenario möchte Polanski aber nichts wissen. "Ich bin absolut überzeugt, dass wir die Qualität haben, um Spiele zu gewinnen und uns da unten rauszuarbeiten", gab er sich selbstbewusst und optimistisch.


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