Gladbach droht riesiger Aderlass im Sommer

Ein Blick auf die Kandidaten, die Borussia am Saisonende verlassen könnten.
Rouven Schröder
Rouven Schröder / Pau Barrena/GettyImages
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Seit Rouven Schröder bei Borussia Mönchengladbach übernommen hat, hat er alle Hände voll zu tun. Im Kader der Fohlen gab und gibt es zu viele Altlasten, die man von der Gehaltsliste bekommen muss; dazu sind die finanziellen Mittel knapp. Um Borussia wieder auf Kurs zu bringen, wird wohl reichlich Geduld nötig sein.

Im Zuge des Umbruchs werden viele Kaderbewegungen nicht zu vermeiden sein. Wir zeigen, bei welchen Spielern ein Abschied im Sommer realistisch ist:

  • Marvin Friedrich: Der Vertrag des Verteidigers läuft im Sommer aus und wird nicht verlängert werden. Für beide Seiten würde ein Verbleib auch keinen Sinn ergeben.
  • Rocco Reitz: Das Eigengewächs, das derzeit als Vizekapitän im Amt ist, gilt als heißer Kandidat bei RB Leipzig. Dort soll Reitz den abwandernden Xaver Schlager ersetzen. Die RP berichtete zuletzt, dass Reitz sogar schon seinen Wechselwunsch hinterlegt habe. Kurzum: Der Youngster ist nicht zu halten, zumal eine Ablöse von mindestens 20 Millionen Euro im Gespräch ist. Geld, das Borussia nicht ablehnen kann.
  • Die Leihspieler: Mit Haris Tabakovic, Yannik Engelhardt, Alejo Sarco und Kota Takai gibt es gleich vier Spieler, die per Leihe am Niederrhein aktiv sind. Alle vier zu halten, wird für Gladbach unmöglich sein - zumal Sarco von Leverkusen ohnehin nicht dauerhaft freigegeben wird. Auch bei Takai scheint eine Rückkehr zu Tottenham Hotspur am wahrscheinlichsten.

    Bleiben noch Tabakovic und Engelhardt. Dort dürfte es in erster Linie auf den Preis ankommen. Beim Angreifer wurden zuletzt fünf Millionen Euro genannt, was für einen dann 32-Jährigen viel Geld ist. Zumal ja auch noch Tim Kleindienst da ist (und hoffentlich gesund bleibt). Insofern scheint einzig bei Engelhardt ein Verbleib realistisch.

    Hugo Bolin ist zwar ebenfalls ausgeliehen, bei ihm soll jedoch eine Kaufpflicht greifen. Dann müsste Gladbach zwischen zwei und drei Millionen Euro locker machen.
  • Moritz Nicolas: Der 28-Jährige hat sich mit grandiosen Leistungen hervorgetan und kann mittlerweile definitiv als einer der besseren Bundesliga-Keeper gezählt werden. In der Vergangenheit wurde Nicolas immer wieder latent mit einem Wechsel in Verbindung gebracht, vor allem englische Vereine wurden als mögliche Abnehmer genannt. Klar ist: Macht ein potenter Klub ernst, wird Nicolas nicht zu halten sein.
  • Joe Scally: Ähnlich wie bei Nicolas gibt es auch bei Scally immer wieder mal Wechselgerüchte - auch hier werden englische Vereine genannt. Ein Abschied könnte zudem von seinen Auftritten bei der WM begünstigt werden: Weiß Scally mit den USA auf eigenem Boden zu überzeugen, dürfte es Interessenten geben. Er ist einer der wenigen Spieler, die eine gute Ablöse einbringen könnten.
  • Kevin Stöger/Flo Neuhaus: Sowohl Stöger als auch Neuhaus waren bzw. sind eigentlich als Leistungsträger der Borussia eingeplant. Die Wahrheit ist jedoch, dass beide hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Das ist insofern problematisch, weil das Duo zu den Top-Verdienern gehört. Stöger soll laut Bild 2,5 Millionen Euro pro Jahr verdienen, Neuhaus sogar vier Millionen Euro. Es ist kein Hot Take, zu behaupten, dass mindestens einer der beiden gehen muss. Sie würden sich sowieso gegenseitig Spielzeit wegnehmen, dafür sind sie schlichtweg zu teuer.
  • Nathan Ngoumou: Der Flügelspieler war mit acht Millionen Euro ein teurer Einkauf; diese Summe konnte er seitdem (wie so viele Transfers von Roland Virkus) nicht rechtfertigen. Es fehlt einfach die Fantasie, warum Ngoumou jetzt noch zünden sollte - zumal es seine Position im System von Eugen Polanski sowieso nicht gibt. Das Problem, um ihn an den Mann zu bekommen: Aufgrund eines Achillessehnenrisses hat Ngoumou seit April 2025 kein Pflichtspiel mehr bestritten.
  • Fabio Chiarodia: Der Youngster wurde als vielversprechendes Talent von Werder Bremen losgeeist, doch seine Entwicklung stockt seit geraumer Zeit. Viel Spielpraxis ist Chiarodia im Borussia-Trikot bislang nicht vergönnt gewesen, dazu wird er auch noch von Verletzungspech geplagt. Ein Schritt zurück zu einem kleineren Verein (per Leihe) wäre wohl am sinnvollsten, um endlich wieder Fuß zu fassen.

Fazit: Es wäre keine Überraschung, wenn Gladbach im kommenden Sommer acht, neun oder zehn Spieler aus dem aktuellen Profikader verliert. Tafelsilber wie Reitz oder Nicolas muss beim richtigen Preis verkauft werden, zumal beide sicherlich höhere Ambitionen haben, als immer nur um den Klassenerhalt zu kämpfen. Daneben müssen Spieler abgegeben werden, bei denen Preis und Leistung in keinem Verhältnis stehen. Das wird aber natürlich kein leichtes Unterfangen.


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