Ganz nüchtern betrachtet: Durch das 0:0-Unentschieden beim VfL Wolfsburg hat Borussia Mönchengladbach den Vorsprung auf den Relegationsplatz um einen weiteren Zähler ausbauen können. Bei nun noch drei offenen Spieltagen beträgt der Abstand nun sechs Zähler. Damit sollte der Klassenerhalt erreicht sein, wenngleich er noch nicht rechnerisch sicher ist.
Je früher der Klassenerhalt eingetütet ist, desto eher kann die Borussia mit der Saisonanalyse beginnen. Diese hatte Rouven Schröder bereits angekündigt. Jede Personalie und jede Entscheidung dürfte angesichts einer so ernüchternden Saison hinterfragt werden. Es ist wahrlich nicht bloß der Punkteausbeute der Fohlenelf zu verdanken, dass der Abstieg eher ein drohender Schatten blieb und nicht zur ganz konkreten Gefahr wurde.
Polanski macht sich keinerlei Sorgen um sein Amt
Eugen Polanski wird in dieser Saisonanalyse auch zur Debatte stehen. Dafür haben Resultate und Auftritte der Mannschaft gesorgt, die er nicht hat verbessern können. Dennoch gab er sich auch nach dem 0:0-Remis noch selbstbewusst, was seine Zukunft als Borussia-Cheftrainer angeht.
"Ich lese sehr wenig in der Presse, Spekulationen bekomme ich nicht mit. Das höre ich zum ersten Mal. Ich habe einen Job angetreten, um Borussia in der Liga zu halten. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg", kommentierte Polanski die aktuellen Diskussionen (via Rheinische Post). Der 40-Jährige führte aus: "Ich bin selbstbewusst: Wenn ich meinen Job erledige, dann bin ich nächstes Jahr Trainer. Ich wüsste nicht, warum nicht."
Inzwischen dürfte aber klar sein: Lediglich der Klassenerhalt als solcher wird nicht das entscheidende Zünglein an der Waage sein können. Schröder wird diesen 'Erfolg' zwar mit in seine Bewertung einfließen lassen. Doch als Sportdirektor muss er natürlich auch in die Zukunft blicken und sich die Frage stellen, ob die notwendigen Entwicklungen mit und unter Polanski zu erreichen sind.

Nicht ein einziges Gladbach-Tor beim mit Abstand schwächsten Heim-Team
Das torlose Unentschieden in Wolfsburg, einer trotz des Auswärtssieges in der Vorwoche noch immer verunsicherten Mannschaft, dürfte eher die Zweifel an einer Gladbach-Zukunft mit Polanski genährt haben.
Die Wölfe sind die mit Abstand schwächste Heim-Mannschaft der gesamten Bundesliga. Bis zum Duell mit der Borussia hagelte es im Durchschnitt satte zwei Gegentore pro Partie. Die Polanski-Elf erzielte jedoch keinen einzigen Treffer und sorgte für den erst zehnten Heim-Punkt im 16. (!) Heim-Spiel aus Wolfsburg-Sicht. Damit blieb der große Schritt für die Fohlen ein weiteres Mal aus, aus den letzten fünf Spieltagen erfolgte kein einziger Dreier.
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