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Geschmackloser Nazi-Vergleich: Streit zwischen Real und Liga-Boss eskaliert

Der Streit zwischen den Königlichen und Javier Tebas geht in die nächste Runde.
VonFabian Küpper
Perez und Real liegen mit Tebas im Clinch
Perez und Real liegen mit Tebas im Clinch | Europa Press Sports/GettyImages

Dass Real Madrid gerne mal an jeder Ecke einen Skandal wittert, ist schon seit Jahren bekannt. Doch in den letzten Monaten trieben es die Blancos dann teilweise auf die Spitze, insbesondere in Person von Präsident Florentino Perez.

Der Klub-Patron gab mehrere denkwürdige Pressekonferenzen und Interviews, in denen er scharf gegen Rivale FC Barcelona, die Schiedsrichter und Liga-Boss Javier Tebas schoss. Letzterer ist allerdings ebenfalls kein Kind von Traurigkeit und stellte seinerseits die Königlichen an den Pranger.

Tebas' geschmackloser Vergleich

Der Streit zwischen Tebas und den Königlichen glimmt also schon länger, jetzt bekam er jedoch noch einmal neuen Zündstoff – und zwar gewaltigen. Auslöser war der TV-Sender der Königlichen, Real Madrid TV.

"Diese Methode erinnert an Mechanismen der Propaganda, die Goebbels, Propagandaminister des Nazi-Deutschlands, nutzte: systematische Wiederholung, Konstruktion eines Feindbildes und Unterordnung der Fakten unter das Narrativ."
Javier Tebas (X)

"Die Führung von Real Madrid dirigiert ein Orchester von Sprechern, Real Madrid TV gibt den Ton an", schrieb Tebas auf der Plattform X. Ihm zufolge wähle der Sender gezielt Szenen aus, wiederhole angebliche Benachteiligungen, schüre Verdächtigungen und benenne Gegner. "Diese Methode erinnert an Mechanismen der Propaganda, die Goebbels, Propagandaminister des Nazi-Deutschlands, nutzte: systematische Wiederholung, Konstruktion eines Feindbildes und Unterordnung der Fakten unter das Narrativ", schloss der 64-Jährige.

Real greift Tebas an

Es ist ein geschmackloser Vergleich, schließlich hatte Goebbels als Propagandaminister einen großen Anteil an den unzähligen Verbrechen der Nationalsozialisten in den 1930er- und 40er-Jahren.

Die Antwort der Königlichen auf Tebas' Äußerungen ließ nicht lange auf sich warten. Real veröffentlichte ein Statement, in dem es hieß: "Real Madrid hält es für absolut unerträglich und außerordentlich ernst, dass jemand, der zwei Positionen mit höchster Verantwortung im spanischen Fußball innehat, den Vergleich zu Propagandamethoden des NS-Regimes herstellt, um unseren Verein, sein Management und sein Fernsehen (Real Madrid TV) zu diskreditieren. Die Klarstellung, dass er sich nicht auf die nationalsozialistische Ideologie bezieht, mildert nicht die zutiefst beleidigende, moralisch abscheuliche und institutionell unwürdige Natur seiner Aussagen."

Tebas schockiert mit Nazi-Vergleichen
Tebas schockiert mit Nazi-Vergleichen | Europa Press Sports/GettyImages

Tebas‘ wiederholtes Verhalten zeige "einen Mangel an Neutralität, Respekt und Unparteilichkeit, der mit seinen institutionellen Pflichten unvereinbar ist. Seine ständigen Angriffe auf Real Madrid und diejenigen, die Transparenz und Erneuerung fordern, stellen aus Sicht unseres Vereins eine echte Geißel für den spanischen Fußball dar", schrieb Real weiter und forderte den sofortigen RÜcktritt von Tebas.

Tebas feuert zurück

Dessen Antwort ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten. "Ich weiß nicht, wie oft Real Madrid in den letzten 13 Jahren meinen Rücktritt gefordert hat. Beschwerden beim spanischen Sportrat, Strafanzeigen … Was heute passiert ist, ist nur ein weiteres Beispiel dafür“, schrieb Tebas unter anderem auf der Plattform X.

Anschließend schickte er noch eine Warnung an die Königlichen: "Hört auf, Menschen ins Visier zu nehmen und Kritik an euren Führungskräften mit Angriffen auf den Verein und seine Fans zu verwechseln. All das hat einen Namen: Einschüchterung. Nur weil ihr es in eine offizielle Erklärung verpackt, wird daraus noch lange kein Neuanfang."

Die letzten Worte dürften in dieser Angelegenheit damit allerdings noch lange nicht gesprochen sein.


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