Wer es mit Borussia Mönchengladbach hält, der könnte durchaus meinen, in dieser Saison gehe es um nichts mehr. Der Klassenerhalt wird schon irgendwie erreicht werden, notfalls durch die ausbleibende Aufholjagd der größten Abstiegskandidaten – und dementsprechend sind die übrigen fünf Spieltage mehr oder weniger egal.
Das stimmt allerdings nicht. Während auch der Klassenerhalt noch nicht so sicher ist, wie man angesichts der tabellarischen Ausgangslage meinen könnte, geht es für Borussia um gleich mehrere Millionen Euro. Dabei geht es um die Verteilung der TV-Gelder.
Für die Verteilung der TV-Gelder zählt eine Fünfjahres-Wertung. Die Rechnung läuft wie folgt: Die aktuelle Saison (Punkte und Tabellenplatz) zählt fünffach, die zuvor vierfach – bis hin zur dahingehend fünften Saison, die einfach zählt. Die Rheinische Post hat die aktuelle TV-Tabelle aufgeschlüsselt.
Die aktuelle Tabelle der TV-Gelder aus Gladbach-Perspektive
Rang in der TV-Tabelle | Anzahl der Punkte |
|---|---|
10. Union Berlin | 390 Punkte |
11. FC Augsburg | 380 Punkte |
12. Werder Bremen | 375 Punkte |
13. Borussia M'gladbach | 373 Punkte |
14. VfL Wolfsburg | 362 Punkte |
Besonders wichtig: Jede einzelne Platzierung in der TV-Tabelle macht einen Unterschied von etwa 2,5 Millionen Euro aus. Für einen Verein wie Gladbach, der mit einem Mini-Budget in den Transfer-Sommer gehen wird und beispielsweise nur einen Anteil der Einnahmen durch den Verkauf von Rocco Reitz reinvestieren kann, ist jede einzelne Million äußerst wichtig.
Hätte die Fohlenelf in der Bundesliga lediglich zwei Punkte mehr geholt, würden sie aufgrund der Wertung auch gleich drei Plätze in der TV-Tabelle klettern. Eine dort um drei Ränge bessere Platzierung würde also schon Mehreinnahmen von ca. 7,5 Millionen Euro bedeuten. So wird schnell deutlich, dass es für Borussia nicht einfach darum geht, irgendwie und mit viel Ach und Krach die Klasse zu halten.
