Über 500 Bundesliga-Spiele hat Friedhelm Funkel als Trainer begleitet, dazu fast 300 in der 2. Liga. Kurzum: Es gibt kaum jemanden, der mehr Erfahrung im Geschäft mitbringt als der heute 72-Jährige.
Bei seinen Tätigkeiten in der Bundesliga war Funkel nur selten für Teams im oberen Tabellenbereich unterwegs, stattdessen verbrachte er viel Zeit im Kampf um den Klassenerhalt. Entsprechend interessant ist seine Einschätzung, welche Klubs es in der Saison erwischt.
Funkel ohne Hoffnung für Heidenheim und Wolfsburg
Mit Heidenheim und Wolfsburg gibt es zwei abgeschlagene Teams im Keller, für die Funkel kaum noch Hoffnung hat: "Bemerkenswert, wie Heidenheim in jedem Spiel alles gibt, und somit mit Anstand absteigen wird. Auch Wolfsburg wird diesen Weg antreten. Mir fehlt jegliche Fantasie, wie sie sich retten wollen. Ihr Restprogramm ist zudem sehr schwer", teilte der 72-Jährige gegenüber der Bild mit.
Dafür ist das Rennen um den Relegationsrang besonders eng und spannend. "Wir werden noch tolle und heiße Begegnungen erleben", ist Funkel sich sicher.
Für das Trainer-Urgestein sind alle Teams ab Platz 13 betroffen. Heißt im Umkehrschluss auch: "Für mich werden vier Vereine in der Restsaison keine ernsthaften Probleme mehr mit dem Abstieg bekommen: Mainz auf Platz 9 und die folgenden Klubs Union Berlin, Augsburg sowie der HSV haben schon einen guten Vorsprung vor der Konkurrenz, spielen zudem eine konstante Runde."
Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen, der 1. FC Köln und der FC St. Pauli werden den Relegationsplatz also unter sich ausmachen. "Die Fohlen müssen höllisch aufpassen. Sie müssen kommenden Samstag in Leipzig ran. Sollte das verloren gehen, kommen heiße Wochen auf die Borussia zu", hatte Funkel eine Warnung für die Gladbacher parat.
Werder oder St. Pauli in die Relegation
Seine erste Wahl für Platz 16 sind aber Werder und St. Pauli: "Ich denke, dass einer der beiden Klubs nach dem 34. Spieltag auf dem Relegationsplatz 16 in der Bundesliga landen wird und dann noch die zwei Spiele gegen den Dritten der 2. Liga auf dem Programm hat."
Besonders beeindruckt ist Funkel übrigens vom HSV, der als Aufsteiger "sehr gefestigte Auftritte" zeige. "Der Verein war nie richtig in Abstiegsgefahr. Ich empfinde die Arbeit von Chef-Coach Merlin Polzin und seinem Trainerstab, von außen beurteilt, als wohltuend sachlich, ruhig und zielführend. Die Hamburger haben auch vor unpopulären Maßnahmen nie zurückgeschreckt. Der HSV ist immer ruhig geblieben", lobte der 72-Jährige.
