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Fünf Baustellen offen: So will der HSV die Wende schaffen

Der HSV steht nach drei Spielen noch ohne Punkt und gleichzeitig als Schießbude der Liga da. An diesen Punkten muss Merlin Polzin nun ansetzen.
VonFranz Krafczyk
Merlin Polzin muss den HSV schleunigst in die Spur bringen
Merlin Polzin muss den HSV schleunigst in die Spur bringen | Stuart Franklin/GettyImages

Drei Spiele, null Punkte, 0:12 Tore: Der Saisonstart des Hamburger SV hätte kaum schlechter laufen können. Dass das zweite Jahr nach dem Aufstieg schwieriger werden dürfte als die Vorsaison, als die Rothosen für viele schwierig auszurechen waren, lag zwar auf der Hand. Dass die Probleme so tief liegen würden, hätten aber wohl nicht mal die größten Pessimisten befürchtet.

Nach den beiden 0:5-Klatschen gegen Mainz und in Leipzig steht der HSV vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln (Samstag, 15:30 Uhr) unter Druck. Immerhin sind die Gründe für die bisherige Misere bekannt. Die Hamburger wissen also genau, welche Schalter sie umlegen müssen, um schnell aus der Krise zu finden und die ersten Punkte einzusammeln.

Schießbude der Liga: Die Defensive muss stabilisiert werden

Zu allererst muss Trainer Merlin Polzin die Defensive stabilisieren. Zwölf Gegentore nach drei Spielen sind viel zu viel, nur Borussia Mönchengladbach hat derzeit gleich viele. "Was uns letzte Saison stark gemacht hat, war, dass wir sehr kompakt gestanden haben. Das fehlt uns derzeit. Eine defensive Stabilität war die Basis in der vergangenen Saison", gab auch Sportdirektor Claus Costa (via Bild) zu.

Nicolai Remberg und seine Teamkollegen kassieren zu viele Gegentore
Nicolai Remberg und seine Teamkollegen kassieren zu viele Gegentore | Stuart Franklin/GettyImages

Auffällig ist vor allem, dass der HSV viel zu anfällig bei Kontern ist. Hier fehlt insbesondere Luka Vuskovic, der in der vergangenen Saison der Erfolgsgarant war, an allen Ecken und Enden. Stammspieler wie Jordan Torunarigha oder Nicolas Capaldo laufen derzeit ihrer Form hinterher und können den jungen Kroaten auch im Kollektiv nicht ersetzen.

Wieder späte Transfers: Polzin muss vor allem Vieira bei Laune halten

Ein bereits aus dem Vorjahr bekanntes Problem ist auch, dass der Kader erst spät im Sommer komplett war. Das hat zur Folge, dass Polzin noch seine Stammelf finden muss. Im Sturm setzte er beispielsweise schon auf Patson Daka, Terem Moffi und Yussuf Poulsen, doch keiner der drei Angreifer konnte bislang für Tore sorgen. Laut Bild hat nur der SC Paderborn einen geringeren xG-Wert als der HSV (1,8).

Eine dieser späten Verpflichtungen war Fabio Vieira. Hier ist den Norddeutschen zwar ein echter Coup gelungen, denn der Portugiese kam schlussendlich für nur neun Millionen Euro vom FC Arsenal. Doch obwohl er den Verein und das Umfeld aus der Vorsaison bestens kennt, tut sich der Edeltechniker derzeit noch schwer und stand gegen Mainz und in Leipzig nicht in der Startelf.

Fabio Vieira benötigt noch etwas Zeit
Fabio Vieira benötigt noch etwas Zeit | Stuart Franklin/GettyImages

Vieira wird wohl noch etwas Zeit benötigen, um wieder reinzukommen. Für Polzin und dessen Trainerkollegen wird es für den mittel- bis langfristigen Erfolg wichtig sein, den Mittelfeldstar bei Laune zu halten.

HSV muss mehr laufen und mehr Zweikämpfe gewinnen

Gleichzeitig muss die Mannschaft dringend wieder mehr Laufarbeit investierten. Obwohl Polzin vor der Saison noch eine intensivere Spielweise von seiner Truppe gefordert hatte, läuft der HSV mit 113,3 Kilometern pro Spiel weniger als in der Vorsaison (114,7). Immerhin bestreiten die Hamburger jetzt deutlich mehr Zweikämpfe, gewinnen aber nur noch 46,7 Prozent ihrer Duelle (zuvor 51,9 Prozent).

Eventuell auch, weil Führungsfiguren fehlen, die das Team mitreißen. Neben dem bereits angesprochenen Vuskovic haben auch die beiden langjährigen HSV-Profis Robert Glatzel und Daniel Elfadli den Verein verlassen.

"Es darf uns nicht passieren, dass wir wieder fünf Tore kriegen. Wir müssen die Verantwortung übernehmen und klar bleiben, zusammenhalten", forderte Keeper Daniel Heuer Fernandes zuletzt.

Durch neue Anführer, die in die Rollen schlüpfen, muss der Zusammenhalt im Team wohl wieder neu aufgebaut werden. Das benötigt Zeit, die der HSV aber eigentlich nicht mehr hat.


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