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Free Agent Stars: Wohin verschlägt es Jadon Sancho?

Nach dem Missverständnis Manchester United und mehreren Leihen ist Jadon Sancho ablösefrei auf dem Markt. Welcher Klub schlägt beim 26-Jährigen zu?
Jadon Sancho ist frei verfügbar
Jadon Sancho ist frei verfügbar | 90min-Edit/IMAGO

Where are you going, Jadon Sancho?

Die Antwort auf diese Frage dürfte auch für den 26-Jährigen schwer zu beantworten sein. Nach fünf Jahren voller Enttäuschungen, Dramen und mehreren Leihen ließ der Flügelstürmer in diesem Sommer Manchester United endgültig hinter sich und testet jetzt den freien Markt.

  1. Jadon Sanchos Leistungsdaten seit 2018
  2. Welche Klubs sind interessiert?
  3. Sancho und Dortmund, die Dritte?
  4. Geht es in die Wüste?
  5. Karriere-Revival in der Türkei?
  6. Was ist mit Florenz, Madrid oder einem Verbleib in der Premier League?
  7. Fazit: Wohin wird es Sancho ziehen?

Bei den Red Devils bleibt er als einer der größten Transferflops der Vereinsgeschichte in Erinnerung. 85 Millionen Euro überwies United 2021 an Bourissa Dortmund und hoffte, endlich den gesuchten neuen Superstar gefunden zu haben.

Doch stattdessen überwarf sich Sancho mit dem damaligen Trainer Erik ten Hag, der sehr schnell sehr deutlich machte, dass er mit ihm nichts anfangen konnte.

Sancho wurde suspendiert, wehrte sich anschließend gegen die Anschuldigen von ten Hag und des Vereins auf der Plattform X (damals noch Twitter). Es war teilweise beispiellos was passierte und etablierte damals ten Hags Ruf als Trainer, der sich mit Stars schnell überwirft – so auch bei Cristiano Ronaldo gesehen.

Sancho jedenfalls hatte schnell genug von United und ließ sich deshalb im Winter der Saison 2023/24 zurück zu Borussia Dortmund ausleihen – und hatte großen Anteil am Einzug ins Champions-League-Finale, wo man aber gegen Real Madrid den Kürzeren zog.

Dennoch: Sancho hatte seinen Namen wieder auf die Landkarte gebracht, durchstarten bei United tat er dennoch nicht. Stattdessen folgte die nächste Leihe, dieses Mal zum FC Chelsea, der zu jener Zeit nahezu jeden Spieler verpflichtete, den er bekommen konnte.

Dort zeigte sich dasselbe Spiel wie zuvor bei United: Sancho bekam die PS nicht auf den Platz, obwohl er 31 Spiele absolvierte. Die Blues nahmen am Ende sogar eine Strafzahlung in Kauf, um die vereinbarte Kaufoption nicht ziehen zu müssen.

In der letzten Saison dann gelang Sancho sein wohl größter Erfolg: der Gewinn der Europa League mit Aston Villa. Eine große Rolle spielte er dabei allerdings nicht, nur zwei Scorerpunkte sammelte er in 13 Spielen.

Und so steht Sancho jetzt nach seinem Vertragsende als vereinsloser Spieler da. Zweifellos kann er mit seinen Qualitäten noch vielen Teams helfen, die alles entscheidende Frage bleibt nur: Welcher Verein schlägt zu?

Jadon Sanchos Leistungsdaten seit 2018

Saison

Spiele

Scorerpunkte (Tore + Assists)

Verein

2018/19

43

33 (13+20)

Borussia Dortmund

2019/20

43

40 (20+20)

Borussia Dortmund

2020/21

42

36 (16+20)

Borussia Dortmund

2021/22

38

8 (5+3)

Manchester United

2022/23

38

10 (7+3)

Manchester United

2023/24

24

6 (3+3)

Manchester United/ Borussia Dortmund

2024/25

41

15 (5+10)

FC Chelsea

2025/26

39

4 (1+3)

Aston Villa

Welche Klubs sind interessiert?

Klub

Borussia Dortmund

Besiktas

FC Brentford

AC Florenz

Al-Rayyan

Atlético Madrid

Man sieht schon: Die Klubs stehen bei Sancho nicht gerade Schlange. Und bis auf Borussia Dortmund und Atlético Madrid gehört auch kein Klub zu den absoluten Top-Vereinen ihres Landes, die regelmäßig um die wichtigsten Titel mitspielen.

Sancho und Dortmund, die Dritte?

Die heißeste Spur führt aktuell (mal wieder) zu Borussia Dortmund, wo auch nach der Verpflichtung von Konstantinos Karetsas weiterhin eine Planstelle in der Offensive zu vergeben ist. Zwar ist der klare Wunschspieler der Schwarz-Gelben Said El Mala, doch Sancho bleibt eine Option – aus mehreren Gründen.

Der 26-Jährige kennt den Verein aus dem Effeff und wäre finanziell günstiger als El Mala, zumal er schon erklärt hat, zu Gehaltseinbußen bereit zu sein. Zudem wäre er ein verlässlicher Backup, sollte Karetsas einmal ausfallen oder eine Pause brauchen.

Bei allem (berechtigtem) Hype um die Verpflichtung des Griechen darf man nicht vergessen: Er ist immer noch erst 18 Jahre alt und spielt zum ersten Mal in einer europäischen Top-Liga. Und abseits von ihm fehlt dem BVB ein Spieler, der kreieren kann und kreativ ist – die Schwarz-Gelben könnten hier also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, da Sancho obendrein als Mentor für Karetsas fungieren könnte.

Laut Sky wäre Sancho für den BVB aber nur eine Art "Notfallplan", sollten sich die anderen Offensiv-Optionen nicht realisieren lassen. Sonderlich realistisch wirkt eine zweite Rückkehr nach Dortmund Stand jetzt also nicht.

Geht es in die Wüste?

Bei Al-Rayyan müsste Sancho hingegen keine Gehaltseinbußen hinnehmen. Der saudi-arabische Klub, für den auch Ex-Fulham-Stürmer Aleksandar Mitrovic aufläuft, soll Sancho ein Angebot unterbreitet haben. Allerdings ergeben sich für den Engländer hier gleich mehrere Fragezeichen.

Zum einen muss er sich fragen, ob er im besten Fußballalter die sportlichen Ambitionen an den Nagel hängen und nach Saudi-Arabien wechseln will. Und zum anderen würde er auch im Königreich nicht um Titel mitspielen, sondern lediglich irgendwo im Mittelfeld der Tabelle unterwegs sein.

Diese beiden Aspekte in Kombination sind eigentlich Grund genug für Sancho, einen Wechsel nach Saudi-Arabien abzulehnen.

Karriere-Revival in der Türkei?

Dann vielleicht doch eher in die Türkei? Dort soll Besiktas Istanbul Interesse zeigen. Der Klub vom Bosporus ist in den letzten Jahren gegenüber den Stadtrivalen Galatasaray und Fenerbahce etwas ins Hintertreffen geraten und investiert aktuell in großem Stil.

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gab der Verein mehr als 60 Millionen Euro in einer einzigen Transferphase aus, Sancho könnte in der türkischen Metropole nicht nur gut verdienen, sondern wäre Teil eines spannenden sportlichen Projekts.

Gleichzeitig könnte er in einer vergleichsweise schwächeren europäischen Liga wieder zurück zu alter Stärke finden und in ein oder zwei Jahren einen erneuten Anlauf in der Premier League oder vielleicht auch der Bundesliga wagen – mit dann 28 Jahren wäre er immer noch jung genug, um nochmal durchzustarten.

Was ist mit Florenz, Madrid oder einem Verbleib in der Premier League?

Zu den anderen Klubs haben sich die Spuren bislang nicht konkretisiert. Florenz scheint mit der kurz bevorstehenden Leihe von Real Madrids Franco Mastantuono die Planstelle auf dem Flügel geschlossen zu haben, diese Option fällt für Sancho also weg.

Bei Atlético Madrid wiederum ist der Fit mehr als fraglich. Sancho fiel in seiner Karriere bislang nicht als der fleißigste Spieler auf, wenn es um Defensivarbeit ging – und genau die ist bei den Rojiblancos unter Diego Simeone nun mal essenziell.

Auch ein erneuter Versuch in der Premier League erscheint nach nun drei enttäuschenden Stationen bei United, Chelsea und Aston Villa unwahrscheinlich. Es braucht einen Tapetenwechsel, Sancho muss raus aus England.

Fazit: Wohin wird es Sancho ziehen?

Sowohl Besiktas als auch Al-Rayyan würden Sancho wohl sofort mit offenen Armen empfangen und ihm vor allem jedes Gehalt zahlen, das er möchte. Rein sportlich wäre ein Wechsel zu einem der beiden Mannschaften jedoch ein – in Besiktas' Fall zumindest kleiner – sportlicher Abstieg.

Bleibt noch der BVB. Dort ist es in den letzten Wochen zwar ruhiger bezüglich Sancho geworden, dennoch bleibt ein Wechsel Thema, weil er einfach zu perfekt ins gesuchte Spielerprofil passt. Zudem könnte Sancho in Dortmund in gewohntem Umfeld wieder zu alter Stärke finden – und gleichzeitig um Titel spielen.

Unser Sancho-Tipp ist deshalb, dass es zur BVB-Reunion kommt. Sollte sich diese zerschlagen, bleibt Besiktas im Vergleich zu Al-Rayyan die heißeste Option für den 26-Jährigen.


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