Quo vadis, Dusan Vlahovic?
Nach 4,5 Jahren im Trikot von Juventus Turin steht der 26-jährige Serbe seit dem 1. Juli offiziell ohne Klub da.
- Saisontore von Dusan Vlahovic seit 2018
- Gerüchte über interessierte Klubs
- Bayern-Wechsel kein Thema mehr
- Konkretes Interesse nur aus Istanbul?
- Vlahovic-Optionen in Spanien
- Premier League als Best Case?
- Fazit und Prognose: Wie geht es bei Vlahovic weiter?
Fixe 70 Millionen Euro Ablöse hatte Juve im Januar 2022 für den Torjäger an die AC Florenz überwiesen. Durch Boni wuchs die Summe auf über 85 Millionen Euro.
Bezahlt gemacht hat sich der Invest für die Bianconeri nur bedingt. Abzulesen an Vlahovic' geschätztem Marktwert, der aktuell nur noch bei 35 Millionen Euro liegt, in der Spitze (Sommer 2022) aber schon 85 Millionen Euro betrug.
An die Trefferzahlen im Fiorentina-Trikot kam Vlahovic für die Alte Dame in der Serie A nicht heran. Für die Violetten hatte er 20/21 21 Ligatore erzielt. Bis zu seinem Winter-Wechsel 2022 knipste Vlahovic 17 Mal in nur 21 Spielen. Der Serbe schien der neue große Superstar unter den Torjägern zu werden – und Erling Haaland Konkurrenz zu machen.
An diesem Status konnte Vlahovic in Turin aber lediglich kratzen, auch wenn seine enormen Qualitäten immer wieder durchblitzten und unbestritten sind.
Auf einen neuen Vertrag einigen konnte er sich mit Juve nicht. Eine langwierige Adduktorenverletzung im letzten Vertragsjahr trug ihr Übriges dazu bei. Stattdessen sucht Vlahovic einen neuen Klub. Und nach rund einem Monat Vereinslosigkeit stellt sich die Frage weiterhin: Wer schnappt sich den Mittelstürmer?
Saisontore von Dusan Vlahovic seit 2018
Tore (Spiele) | Saison (Klub) |
|---|---|
19 (31) | 18/19 (Florenz & Florenz U19) |
9 (35) | 19/20 (Florenz) |
21 (40) | 20/21 (Florenz) |
29 (45) | 21/22 (Florenz & Juve) |
14 (42) | 22/23 (Juve) |
18 (38) | 23/24 (Juve) |
17 (44) | 24/25 (Juve) |
10 (23) | 25/26 (Juve) |
Spiele wettberwerbsübergreifend
Gerüchte über interessierte Klubs
Klub |
|---|
Fenerbahce |
Besiktas |
Galatasaray |
Manchester United |
FC Barcelona |
Real Madrid |
FC Bayern |
Chelsea |
Gerüchte über interessierte Klubs gibt es bei Vlahovic viele und regelmäßig. Entsprechend ist es durchaus überraschend, dass er sich noch nicht einem neuen Team angeschlossen hat, wobei es dafür durchaus auch gute Gründe gibt.
Bayern-Wechsel kein Thema mehr
Immer wieder wurde der 1,90 Meter große Torjäger u.a. mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht. Eine Kombination aus kurzfristigem Kane-Backup und mittel- bis langfristigem Kane-Nachfolger machte einen Deal aus Münchner Sicht – zumindest von außen – durchaus attraktiv.
Ein ernsthaftes Thema schien Vlahovic aber nie geworden zu sein. Das liegt wohl vor allem am finanziellen Aspekt. Vlahovic kostet zwar keine Ablöse, will für seinen Wechsel aber das für Topspieler mittlerweile fast schon übliche Handgeld kassieren. Zusätzlich zum üppigen Gehalt, das bei Juve mit rund 20 Millionen Euro brutto auf Kane-Niveau gewesen sein soll.
Konkretes Interesse nur aus Istanbul?
Die Spur zum deutschen Rekordmeister war also schon vor der Verpflichtung von Ismael Saibari kalt. Deutlich heißer scheint sie weiterhin nach Istanbul zu sein. Dort sollen die drei Topklubs Galatasaray, Fenerbahce und Besiktas baggern, wobei das Interesse von Besiktas zuletzt am intensivsten schien.
Vlahovic-Optionen in Spanien
Dem Vernehmen nach zögert Vlahovic aber weiterhin. Ein Wechsel in die Süper Lig dürfte nicht seine bevorzugte Zukunfts-Lösung sein. Viel eher schon in die Premier League oder La Liga. Aus Spanien hieß es jüngst vom Real-nahen Portal Defensa Central, dass José Mourinho auf einen Vlahovic-Transfer dränge, weil er eine klassische Nummer Neun im Kader haben möchte.
Spätestens seit Donnerstagabend ist diese Option aber recht sicher vom Tisch. Die Königlichen geben zwar Gonzalo Garcia an Fulham ab, haben mit Carlos Espi von UD Levante einen Nachfolger verpflichtet. Der 21-Jährige kommt für 25 Millionen Euro Ablöse nach Madrid und ist mit 1,94 Metern der Typ klassischer Mittelstürmer.
Blieben in Spanien noch Barça und Atletico als realistische Vlahovic-Optionen. In den spanischen Medien, die traditionell gerne spekulativ berichten, hieß es jüngst, Vlahovic zögere mit einer Zusage an Besiktas, weil er weiterhin auf einen Barça-Wechsel hoffe. Die Katalanen suchen noch immer nach einem Lewandowski-Nachfolger. Anders als der Pole ist der Serbe allerdings spielerisch limitierter und dürfte so nicht optimal zum Spielstil passen.
Barças Wunschkandidat bleibt ohnehin Julian Alvarez. Atleti sträubt sich jedoch hartnäckig gegen einen Verkauf. Sollte dieser dennoch im Verlauf des Sommers noch vonstattengehen, könnte die Tür zu den Rojiblancos weit aufgehen, die Alexander Sørloth mit einem möglichen Abgang bereits öffnen würde.
Premier League als Best Case?
Vom Spielertyp her würde Vlahovic vermutlich am besten auf die Insel passen. Auch hier wurde fast schon jeder Topklub mit ihm in Verbindung gebracht. Fichajes berichtet nun, dass Manchester United wieder über den Serben nachdenke. Er sei einer von drei Mittelstürmer-Optionen der Red Devils – neben Chelseas Liam Delap und Ollie Watkins von Aston Villa.
Chelsea wiederum könnte auch ein Vlahovic-Abnehmer sein. Die absolute Toplösung auf der Neun haben die Blues noch nicht gefunden. Zumal der aktuell wohl gesetzte Joao Pedro mit einem Wechsel (zu Barça) in Verbindung gebracht wird und auch auf den Flügeln einsetzbar ist.
Spannend wäre womöglich auch die Option Newcastle United, auch wenn Vlahovic dort zunächst auf internationalen Fußball verzichten müsste. Die Magpies hatten einen großen Aderlass mit Alexander Isak und Anthony Gordon im Sturm. Isak auf der Neun konnte weder von Nick Woltemade noch von Yoane Wissa adäquat ersetzt werden.
Fazit und Prognose: Wie geht es bei Vlahovic weiter?
In Istanbul könnte Vlahovic wohl direkt unterschreiben und dürfte dafür auch finanziell sehr lukrativ entlohnt werden. Sportlich scheint dieser Schritt für ihn aber nicht die erste Wahl zu sein. Ein Wechsel nach Spanien bahnt sich derzeit kaum an. Vielmehr wäre England für den Serben die beste Option.
Doch weder Man United noch Chelsea haben bisher einen konkreten Vorstoß gewagt. Gut möglich, dass das vorerst auch so bleibt. Den ganz dringenden Bedarf haben beide nicht.
Bei den Magpies steht dagegen mit dem Trainerwechsel von Eddie Howe zu Matthias Jaissle ein großer Schnitt an. Durch die Verkäufe von Gordon und Sandro Tonali ist sehr viel Geld in den ohnehin üppigen Kassen. Die Kombination aus Finanzen und mittelfristiger sportlicher Perspektive scheint in Newcastle gut zu passen. Für den 26-Jährigen wäre es ohnehin wichtig, im Sturmzentrum wieder die klare Nummer eins zu sein und das uneingeschränkte Vertrauen zu genießen.
Newcastle ist also unser Vlahovic-Tipp. Machen die Magpies nicht ernst, dürfte es für Vlahovic im Spätsommer wohl nach Istanbul gehen.
