Frankfurt: Krösche mit Seitenhieb gegen Ex-Coach Toppmöller

Frankfurts Sportvorstand findet ungewohnt deutliche Worte in Richtung des Ex-Trainers.
Krösche kritisiert Toppmöller nach Entlassung scharf
Krösche kritisiert Toppmöller nach Entlassung scharf / Kadir Caliskan/GettyImages
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Bei Eintracht Frankfurt weht nach schwierigen Monaten ein frischer Wind. Während der neue Coach Albert Riera neue Akzente setzen soll, hat vor allem Sportvorstand Markus Krösche mit deutlichen Aussagen den Finger tief in die Wunde gelegt.

Seine Analyse macht klar, wie sehr die internen Strukturen zuletzt zerbrochen waren, und rückt die Ära von Dino Toppmöller in ein noch kritischeres Licht.

Körsche kritisiert fehlende Strukturen - Seitenhieb gegen Toppmöller

Die sportliche Misere der vergangenen Monate hatte sich in Zahlen manifestiert: Nur ein Sieg aus den letzten 13 Pflichtspielen, zu wenig für die Ansprüche der Eintracht. Vorstandssprecher Axel Hellmann hatte schon zum Jahreswechsel von einer "Wohlfühloase“ gesprochen. Auf Nachfrage von Absolut Fussball bestätigte Krösche diese Einschätzung und fand bemerkenswert ehrliche Worte.

"Am Ende war es auch so, dass wir der Entwicklung in den vergangenen Monaten Rechnung getragen haben", erklärte er. Besonders deutlich wurde er bei den internen Strukturen: "Wenn eine Struktur außerhalb des Platzes fehlt, dann ist es schwierig, eine Struktur auf den Platz zu bekommen. Wenn gewisse Guidelines zu weit gefasst sind, dann ist es menschlich, wenn der ein oder andere das ausnutzt."

Die Folge laut Krösche: Jeder habe "seinen eigenen Weg" gesucht, das Kollektiv sei zerfallen. Auf dem Platz habe sich eine "Rette-sich-wer-kann-Mentalität" breitgemacht, sowohl in Ballbesitz wie im Defensivverhalten. Deshalb fordert er einen klaren Neustart: "Wir müssen wieder dahin kommen, dass das Kollektiv im Vordergrund steht und jeder seine Rolle hat und versteht." Das betreffe nicht nur die Profis, sondern auch den umfangreichen Staff: Jeder müsse genau wissen, "was er zu tun oder zu lassen hat".

Aussagen, die als deutlicher Seitenhieb in Richtung Ex-Coach Toppmöller zu verstehen sind und zeigen, dass Verantwortliche wie Spieler zuletzt nicht mehr auf derselben Wellenlänge mit ihm lagen.

Toppmöller musste die Eintracht vor wenigen Wochen verlassen
Toppmöller musste die Eintracht vor wenigen Wochen verlassen / KIRILL KUDRYAVTSEV/GettyImages

Riera soll Wende einleiten

Nun stehen die Hessen mit Trainer Albert Riera vor einem klaren Neustart. Nach dem frühen Aus in Champions League und DFB-Pokal sowie einer schwachen Phase in der Bundesliga soll sich der Klub neu ausrichten und fokussieren. Im Mittelpunkt stehen dabei Disziplin, Stabilität und eine klar definierte Spielidee.

Krösche formuliert die Marschroute deutlich: "Es geht darum, Stabilität und gewisse Prinzipien reinzubekommen, damit wir Spiele gewinnen. Wir haben noch 14 Bundesligaspiele und unsere Ambitionen, international zu spielen, nicht verändert."

Der Neustart ist damit offiziell eingeleitet und ein Erfolgserlebnis, etwa beim nächsten Auftritt am kommenden Freitag beim 1. FC Union Berlin (20:30 Uhr, Sky), könnte den ersten Schritt zurück zur alten Eintracht-Stärke markieren.


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