Der FC Bayern gelang im Sommer 2023 mit der ablösefreien Verpflichtung von Konrad Laimer durchaus ein Coup. Der 55-fache österreichische Nationalspieler prägte sechs Jahre lang das zentrale Mittelfeld von RB Leipzig. In München fand Laimer seinen Platz auf bevorzugter Position allerdings nicht.
Stattdessen übernahm er immer mehr die Rolle des Außenverteidigers. Dort hat sich der 28-Jährige mittlerweile einen klaren Stammplatz ergattert. Mit seinen konstant guten Leistungen ist Laimer aus der FCB-Startelf auch kaum noch wegzudenken.
Der Österreicher überzeugt mit Laufbereitschaft, Willen, Einsatz und hat sich darüber hinaus auf neuer Positon immer mehr etablieren können. Überragend im Pressing und bissig im Zweikampf war Laimer schon immer. Vor allem als Rechtsverteidiger überzeugt er auch im Zusammenspiel mit Michael Olise und präsentiert sich immer torgefährlicher.
Zum Beweis: Drei Tore und vier Vorlagen hat Laimer in der laufenden Bundesliga-Saison aufgelegt. In der Champions League gab er schon vier Assists.
Verkennen die Bayern-Bosse Laimers Bedeutung?
Im Gesamtpaket ist Laimer vielleicht ein Spieler, wie er Benjamin Pavard zuvor lange war. Keiner, für den die Fans unbedingt ins Stadion gehen. Und kein Spieler, der unter den Stars direkt heraussticht. Und trotzdem einer, der für die Mannschaft umso wertvoller ist. Bei Pavard hat man das in München nach vielen erfolgreichen Jahren vielleicht etwas verkannt. Bei Laimer könnte man Gefahr laufen, dies ebenfalls zu tun.
Zwar wollen die Bayern-Bosse mit dem Österreicher über 2027 hinaus velängern. Laut übereinstimmenden Berichten liegen die Gespräche derzeit aber auf Eis. Das soll auch an den hohen Forderungen der Laimer-Seite liegen. Auf rund 15 Millionen Euro wolle man dort das Gehalt in einem neuen Vertag angehoben sehen.
Fordert Laimer "deutlich mehr" als 15 Mio. Euro im Jahr?
Damit würde Laimer in die Kategorie hinter den absoluten Spitzenverdienern aufsteigen. Mit den Bayern-Plänen, das Gehaltsniveau im Kader insgesamt etwas zu senken, passt das nicht wirklich zu sammen. Zumal die Bild nun berichtet, dass die Laimer-Seite "noch deutlich mehr" als 15 Millionen Euro fordere.
Die Haltung der Bosse an der Säbener Straße sei deshalb klar: Laimer muss sich für einen neuen Bayern-Vertrag mit weniger zufrieden geben. Im Klub werde der Österreicher zwar "für seine Leistungen, seinen Einsatz und seine Variabilität geschätzt". Einen solch großen Gehaltssprung wolle man bei ihm aber nicht eingehen.
Laimer-Verlängerung: Ein Für und Wider
Aus Vereinssicht ein zweischneidiges Schwert, bei dem sich für beide Seiten Argumente finden lassen. Für Laimer kann man sagen, dass neben seiner Bedeutung fürs Team und den konstant guten Leistungen auch spricht, dass es auf dem Transfermarkt sehr schwer ist, einen Außenverteidiger seiner Klasse zu finden. Und wenn, dann ist dieser in der Regel sehr teuer.
Gegen Laimer kann man aber auch sagen, dass er mit Ablauf seines aktuellen Arbeitspapieres schon 30 Jahre alt wird. Auf dem freien Markt würde Laimer zwar sicherlich lukrative Abnehmer finden – aber sicher keinen Klub, der ihm ein Jahresgehalt im Bereich von 15 Millionen Euro bietet.
Während Max Eberl und Co. bei Dayot Upamecano bereit waren, bis zu 20 Millionen Euro im Jahr zu zahlen, wollen die Bayern bei Laimer offenbar auf die Gehalts-Bremse drücken. Sportlich droht so ein herber Verlust, der mit Blick auf die Gehaltsstruktur aber zu Teilen nachvollziehbar wäre. Bleibt die Frage, ob sich aus Bayern-Sicht der Poker lohnt und die Laimer-Seite für einen längeren Verbleib zu Abstrichen bereit ist. Oder, ob man vielleicht sogar beim falschen Spieler Unnachgiebigkeit zeigt...
