Finanzieller "Teufelskreis": Der ungleiche Kampf zwischen Bayern und Dortmund
Von Leonard Schmidt

FC Bayern München gegen Borussia Dortmund ist in der Bundesliga das wohl spannendste Duell überhaupt. Vor allem, weil Dortmund über lange Zeit der einzig echte Gegner der Münchener war. Dennoch stellte sich zuletzt immer wieder die Frage, ob das Duell überhaupt noch fair sei. Gerade mit Blick auf den Transfermarkt wirken beide Klubs längst nicht mehr auf Augenhöhe.
BVB Trainer Niko Kovac sagte dazu: "Dass wir die Bayern nicht angreifen können, das sieht jeder. Wir wissen, wo wir herkommen. Wir wissen, wo die Bayern sind. Wir wissen letzten Endes, wo die Bayern einkaufen und wir einkaufen. Das ist einfach so. Das müssen wir alle so hinnehmen."
So groß ist der Klassenunterschied
Besonders deutlich wird der Vergleich beim Jahresumsatz. Laut einem Bericht der Bild generierte der deutsche Rekordmeister im letzten Geschäftsjahr 978,3 Millionen Euro – der Rivale aus dem Ruhrgebiet kommt "nur" auf 526 Millionen Euro, also auf etwas mehr als die Hälfte. Und diese Lücke ist nicht neu, schon in der Saison 2015/2016 lagen die Umsätze beider Vereine weit auseinander.
Dazu kommt ein Defizit bei Sponsoring, Merchandising und den Einnahmen an Spieltagen. Laut einer UEFA-Statistik aus der Saison 2023/24 nahm der BVB rund 27 Euro pro Zuschauer bei einem Heimspiel ein, beim FC Bayern München waren es 76 Euro. Beim Sponsoring lag der FC Bayern in der vergangenen Spielzeit dem Bericht zufolge mit 240,4 Millionen Euro Einnahmen vor Dortmund mit 150 Millionen Euro.
Ein Aus in der Champions League wie gegen Atalanta Bergamo erhöht den Druck zusätzlich. Die Einnahmen aus der Königsklasse, die mit einem Weiterkommen möglich gewesen wären, fehlen den Schwarz-Gelben zum Saisonabschluss und wirken sich so auf das kommende Transferfenster aus.
So macht sich der Umsatz bemerkbar
Mit dem deutlich höheren Umsatz hat der FC Bayern München auf dem Transfermarkt ganz andere Möglichkeiten. Gerade die Gehälter sind in dem Vergleich ein zentraler Knackpunkt.
Der BVB muss einen für die Bundesliga teuren Kader unterhalten, dessen Gehaltsstruktur europäischem Top-Niveau entspricht. Das bedeutet aber auch, dass regelmäßig ein Transferüberschuss erwirtschaftet werden muss, um die Struktur zu halten. Steigen die Kosten und fallen die Einnahmen über das Jahr deutlich kleiner aus, kann das die finanzielle Basis spürbar belasten.
Damit entsteht für Dortmund ein doppelter Nachteil. Spieler auf dem Niveau wie Nico Schlotterbeck lassen sich schwerer halten, und Abgänge lassen sich auf dem Markt nicht eins zu eins mit einem fertigen Spieler ersetzen.
Während der Rekordmeister also hohe Summen für eine Verlängerung von Jamal Musiala oder die Verpflichtung von Luis Díaz investieren kann, muss Dortmund einen Jude Bellingham ziehen lassen und sich aus großen Transferpokern eher heraushalten.
Ein unaufhaltsamer "Teufelskreis"?
"Enger wird die Schere sicher nicht! Bayern kauft, kauft, die anderen müssen verkaufen. Das Problem hat ja nicht nur Dortmund."
- Lothar Matthäus
Sky-Experte Lothar Matthäus ordnete die Gesamtsituation sehr deutlich ein: "Enger wird die Schere sicher nicht! Bayern kauft, kauft, die anderen müssen verkaufen. Das Problem hat ja nicht nur Dortmund."
Weiter ergänzt er: "Ich habe letzte Woche gehört, wenn Leipzig nicht die Champions League erreicht, dann müssen die für 100 Millionen wieder Spieler verkaufen. Jetzt haben sie aber ja schon für 300 Millionen Spieler verkauft. Es ist schon Wahnsinn, an welcher Linie die Mannschaften sind. Das Stadion ist ausverkauft, aber sonst große Einnahmen kannst du nur erzielen, wenn du wieder gute Spieler verkaufst. Das ist eben der Teufelskreis."
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