Die Stimmung am Osterdeich ist spürbar gekippt. Trotz einer ordentlichen Testspiel-Serie und sieben Neuzugängen drückt den SV Werder Bremen auf gleich mehreren Positionen der Schuh. Ein neuer Außenverteidiger, ein zentraler Mittelfeldspieler und Verstärkung für das Sturmzentrum sollen unbedingt noch kommen.
Ein wichtiger Baustein für die Finanzierung schien der Abschied von Romano Schmid zu sein. Der 26-jährige Österreicher reiste bereits nicht mehr mit ins zweite Trainingslager nach Harsewinkel und wurde für Verhandlungen freigestellt - wie bereits von 90min berichtet.
Der Wechsel zum italienischen Serie-A-Aufsteiger Frosinone Calcio steht kurz vor dem Vollzug. Werder winkt bei einer Sockelablöse von 8,5 Millionen Euro inklusive Boni ein Gesamtpaket von bis zu 10,5 Millionen Euro.
Der Millionen-Plan mit Karim Coulibaly

Doch wie die Bild-Zeitung berichtet, reicht diese Summe bei Weitem nicht aus, um die drängendsten Kader-Baustellen mit hochkarätigen Neuzugängen zu schließen. Die Bremer Bosse sind auf einen weiteren Großverkauf angewiesen – und dabei rückt Karim Coulibaly in den absoluten Fokus.
An dem 19-jährigen Innenverteidiger hängt aktuell fast die gesamte weitere Kaderplanung. Werder forderte für das Abwehr-Juwel ursprünglich rund 40 Millionen Euro.
Da konkrete Angebote aus der englischen Premier League bei dieser Summe bislang ausblieben, ist der Bundesligist laut Medienberichten inzwischen deutlich abgerückt. Bei einer Offerte zwischen 25 und 30 Millionen Euro wären die Grün-Weißen wohl gesprächsbereit, um den ersehnten Handlungsspielraum für eigene Einkäufe zu schaffen.
Dallinga, Bobcek und das Comeback von Dinkci
Sollten die frischen Millionen fließen, stehen auf der Einkaufsliste der Norddeutschen bereits konkrete Namen ganz oben. Für das Sturmzentrum gilt Thijs Dallinga vom FC Bologna als heißer Kandidat, bei dem Werder ein Leihmodell anstrebt, wie von 90min berichtet.
Gleichzeitig wird ein überraschendes Comeback von Eren Dinkci immer konkreter. Laut der DeichStube gab es mit dem SC Freiburg bereits erste Gespräche über eine Leihe des 24-jährigen Flügelstürmers. Während die Breisgauer auf eine Kaufpflicht pochen, lehnt Werder diesen Passus bislang ab. Dinkci könnte bei den Hanseaten nicht nur die Außenbahn beleben, sondern auch als variabler, schneller Mittelstürmer agieren.
Zudem wurde Tomas Bobcek für das Sturmzentrum bereits gehandelt. Er wäre von den genannten Kandidaten die teuerste Lösung.
Personalsorgen überschatten das Trainingslager
Neben dem anhaltenden Transfer-Druck machen Cheftrainer Daniel Thioune aktuell vor allem eklatante Personalsorgen zu schaffen.
Beim Trainingsauftakt im Quartier in Nordrhein-Westfalen fehlten neben dem freigestellten Schmid auch Mats Heitmann, Niklas Stark, Keke Topp und Felix Agu verletzungsbedingt. Zudem reisten einige Akteure krankheitsbedingt erst verzögert an.
Die Zeit bis zum ersten Pflichtspiel rennt unaufhaltsam. Gelingt es Werder in den verbleibenden Wochen der Transferperiode nicht, Coulibaly gewinnbringend zu verkaufen und passende Verstärkungen an die Weser zu lotsen, droht eine kräftezehrende Saison im Tabellenkeller.
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