Nach den heftigen Diskussionen um den gescheiterten Investorenplan und neuen Anschuldigungen gegen Gianni Infantino hat die FIFA mit einem ungewöhnlich scharfen Statement reagiert. Der Weltverband stellt sich demonstrativ hinter seinen Präsidenten und wirft dessen Kritikern vor, gezielt daran zu arbeiten, die FIFA und ihre Führung zu schwächen.
FIFA weist Vorwürfe entschieden zurück
In ihrer Mitteilung spricht die FIFA von einer gezielten Kampagne gegen den Weltverband und seinen Präsidenten. "Es wird immer deutlicher, dass es gezielte und anhaltende Bemühungen einiger Akteure gibt, die FIFA und ihren Präsidenten zu untergraben", heißt es in dem Statement. Konkrete Namen nennt die FIFA dabei allerdings nicht.
Zugleich kündigte der Verband an, künftig konsequenter gegen aus seiner Sicht falsche oder irreführende Berichte vorzugehen. "Wo Berichterstattung ungenau oder irreführend ist, wird die FIFA diese direkt und energisch anfechten." Spekulationen und unbelegte Behauptungen dürften nicht als Tatsachen dargestellt werden.
Die FIFA betont außerdem, dass Infantino von den Mitgliedsverbänden demokratisch gewählt worden sei und sein Amt weiterhin mit deren Rückhalt ausübe. Wer diese Unterstützung nicht besitze, solle nicht versuchen, "durch Anschuldigungen, Unterstellungen oder Fehlinformationen das zu erreichen, was sie durch die etablierten demokratischen Prozesse der FIFA nicht erreichen können."
Infantino weiter unter Druck
Der 56-Jährige steht derzeit so stark unter Druck wie selten zuvor. Auslöser war vor allem sein inzwischen gescheiterter Plan, Anteile an FIFA-Wettbewerben an private Investoren zu verkaufen. Nach massiver Kritik, insbesondere aus Europa, zog der Weltverband das Vorhaben bereits wenige Tage später wieder zurück.
Zuletzt sorgten zudem neue Berichte über Infantinos Zeit als UEFA-Generalsekretär für Schlagzeilen. Britischen Medien zufolge soll eine ehemalige Mitarbeiterin eine hohe Abfindung erhalten und von weiteren finanziellen Leistungen profitiert haben.
Die UEFA bestätigte entsprechende Zahlungen, erklärte jedoch, diese hätten den damals geltenden Regularien entsprochen. Infantino selbst weist jegliches Fehlverhalten entschieden zurück. Laut einer FIFA-Mitteilung seien "jede Andeutung unangemessenen Verhaltens oder eines Verstoßes gegen Statuten oder Vorschriften verleumderisch."
Trotz der anhaltenden Kritik hält die FIFA demonstrativ an ihrem Präsidenten fest. Gleichzeitig verschärft sich der Konflikt mit zahlreichen europäischen Verbänden, die Infantino zuletzt offen kritisiert und teilweise sogar seinen Rücktritt gefordert hatten. Damit dürfte die Debatte um die Zukunft des FIFA-Präsidenten auch in den kommenden Wochen weiter an Dynamik gewinnen.
