Im vergangenen Sommer schnappte sich der 1. FC Nürnberg in Robin Lisewski ein Torwart-Talent ablösefrei aus der U19 von Borussia Dortmund. Der in Hagen geborene polnische Junioren-Nationalkeeper steht beim Club seither als Nummer eins in der Regionalliga zwischen den Pfosten.
Profi-Luft hat der 20-Jährige auch schon schnuppern dürfen, wenn auch nicht zwischen den Pfosten. Beim BVB durfte er letzte Saison im Champions-League-Achtelfinale in Lille auf der Bank sitzen. In Nürnberg vertrat er den fehlenden Christian Mathenia am 29. Spieltag der laufenden Saison im Spieltagskader.
Früher oder später sollen für den 1,95 Meter großen Schlussmann auch die ersten Einsätze für die FCN-Profis folgen. Möglich, dass er schon ab er kommenden Saison zur Nummer zwei beim Club aufsteigt. Dass Lisewski eigentlich zu gut für die 4. Liga ist, hat das Torwart-Talent schon bewiesen.
Lisewski folgte Lubach von Dortmund nach Nürnberg
Das liegt auch daran, weil Lisewski nach eigener Aussage keinerlei Startschwierigkeiten bei den Franken hatte: "Ich habe mich hier schnell eingelebt. Alle haben mich sehr gut aufgenommen." Zusammen mit Rafael Lubach hatte der Deutsch-Pole 2024 die U19-Meisterschaft mit dem BVB gewonnen. Entsprechend spielte Lubach auch eine Rolle bei seinem Wechsel vor knapp einem Jahr.
"Mit Rafael war ich vor dem Wechsel im Austausch. Er hat mir auch zum FCN geraten. Er als Vertrauensperson hat mir den Start in Nürnberg erleichtert", erklärte Lisewski gegenüber dem kicker.
FCN bereitet sich auf Reichert-Abgang vor
FCN-Torwarttrainer Dennis Neudahm sieht in Lisewski bereits einen potenziellen Stammkeeper für die Profis. "Wenn sich Robin so weiterentwickelt, sehe ich keinen limitierenden Faktor, der ihn aufhalten könnte. Wir haben keine Zweifel, dass er 1. oder 2. Bundesliga spielen kann. Unser erstes Ziel ist es, Robin zum möglichen Stammtorwart auszubilden. Es geht darum, sich für eine mögliche Zeit nach Jan aufzustellen", erklärte Neudahm.
Mit Jan ist die aktuelle Nummer eins Jan Reichert gemeint. Der 24-Jährige, der 2021 von Schweinfurt zum Club kam, hat in dieser Saison ebenfalls gute Entwicklungsschritte gemacht. Angesichts eines nur noch bis 2027 gültigen Vertrages ist es denkbar, dass früher oder später andere Klubs Interesse an Reichert zeigen. Laut kicker ist ein Wechsel schon diesen Sommer "nicht ausgeschlossen".
"Deshalb muss man jederzeit bereit und auf alle Zeitpunkte vorbereitet sein. Das kann schnell gehen, aber auch noch zwei oder drei Jahre dauern", meinte Neudahm mit Blick auf eine Lisewski-Beförderung. "Es ist gar nicht so entscheidend, wann du als Torwart reinkommst. Ob das diesen Sommer, nächsten oder übernächsten ist. Wichtig ist, dass man gut vorbereitet ist. Damit man nicht Gefahr läuft, dass es schiefgeht. Aber die Gefahr wird es nicht geben. Robin wird gut vorbereitet sein. Jetzt geht es darum, die Qualität für einen guten Stammtorwart der zweiten Liga zu schaffen. Und die schaffen wir auch", erklärte er den Plan mit dem Keeper-Youngster.
