FC Bayern: So rechtfertigt Eberl die vielen teuren Verlängerungen
Von Jan Kupitz

Der FC Bayern hatte zwar zu kämpfen, doch wie schon bei Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Serge Gnabry und Alphonso Davies gab es auch beim Poker von Dayot Upamecano ein Happy End in Form eines neuen langfristigen Vertrages. Dafür nahmen die Münchner aber auch viel Geld in die Hand, denn neben den teuren Gehältern kassierten Kimmich und Co. auch ein stattliches Handgeld für ihre Unterschrift. Einzig bei der Verlängerung von Gnabry konnte man das Gehalt nach unten korrigieren und die Kosten somit zumindest etwas eindämmen.
Lieber verlängern als kaufen
Für Max Eberl ist es jedoch kein Ärgernis, sich die Verlängerungen mit seinen Stars auch einiges kosten zu lassen. "Natürlich haben die Verlängerungen Geld gekostet. Aber es kostet noch mehr, wenn ich Spieler von der Qualität eines Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Alphonso Davies oder Dayot Upamecano kaufen muss – wenn man solche überhaupt findet", stellte der Sportvorstand im Interview mit Sport1 klar.
Als Beispiel führte er den jungen Jeremy Jacquet von Stade Rennes an, der "für uns ein toller Spieler gewesen" wäre, wie Eberl zugab. "Aber wenn wir sehen, dass er mit 19 Jahren für kolportierte 70 Millionen Euro nach Liverpool geht, müssen wir überlegen, was für Bayern München das Beste ist. Und unsere Antwort war eben, die Verlängerung mit Dayot anzugehen. Er kennt den Klub, ist im besten Alter und gehört zu den besten Innenverteidigern der Welt. Sportlich und finanziell ist es daher die richtige Entscheidung", lautete die klare Einschätzung des Sportchefs.
Was Eberl ebenfalls zu bedenken gibt, wenn man neben den dicken Gehältern vor allem die dicken Handgelder kritisieren möchte: "Die Summen haben sich durchaus verändert und in Zeiten des Transferjournalismus wird auch mehr darüber diskutiert, aber Boni haben in solchen Verhandlungen schon immer eine Rolle gespielt. Vor allem seit dem Bosman-Urteil 1995 sind sie immer wichtiger geworden und alle Beteiligten spielen hier ihre Möglichkeiten aus. Vor vielen Jahren war ein Spieler meist nur dann ablösefrei, wenn er vom Verein aussortiert wurde. Mittlerweile gehen viele Spieler einfach das Risiko ein, ins letzte Vertragsjahr zu gehen und schauen dann, was passiert. Das gibt den Handgeldern eine besondere Bedeutung."
Verlängerungen ermöglichen entspanntes Vorgehen auf dem Transfermarkt
Dadurch, dass der FC Bayern nun die wichtigsten Verlängerungen eintüten konnte, sei man an einem Punkt angelangt, "an dem wir in Sachen Kaderplanung nicht getrieben sind", freute sich Eberl. "Wir können ganz in Ruhe entscheiden, was als Nächstes passiert. Es ist immer ungut, wenn man hungrig einkaufen gehen muss. Mit den Verpflichtungen und Verlängerungen, die wir jetzt unter Dach und Fach haben, können wir uns entspannt umschauen."
Natürlich habe man "den Markt weiterhin und im Auge" und auch "Interesse daran, den Kader punktuell zu verstärken". Der große Druck, handeln zu müssen, sei aber nicht mehr da. "Wir können gezielt und strategisch einkaufen", so Eberl, der den Kader frühzeitig fertig haben möchte.
"Ich bin jemand, der seine Kaderplanungen früh abschließt. Das ist mir in Mönchengladbach, in Leipzig und übrigens auch hier beim FC Bayern gelungen. Mitte Juli, also vor dem Start der Vorbereitung, war alles erledigt", stellte Eberl klar. "Als dann Kingsley Coman um seine Freigabe gebeten hat, die wir ihm schließlich erteilt haben, mussten wir bis zum letzten Tag um Nicolas Jackson kämpfen. Das war nicht ideal, aber das kann passieren. Durch die Verlängerung mit Upa können wir jetzt mit einem klaren Plan in die Sommer-Transferphase gehen."
Weitere FC Bayern-News lesen:
feed