Auf dem Platz zeigte sich Michael Olise beim 5:0-Sieg des FC Bayern gegen Bodö/Glimt wie gewohnt trickreich und steuerte spät in der Partie einen Doppelpack bei. Nach dem Abpfiff wirkte der Franzose jedoch mal wieder wenig euphorisch - und gab womöglich das Interview des Jahres, indem er so ziemlich gar nichts sagte.
Während Olise von vielen Fans für sein wortkarges Interview gefeiert wurde, warfen ihm Kritiker Respektlosigkeit gegenüber dem Reporter Jochen Stutzky vor. Dass Olise kein Mann großer Worte ist, ist aber längst bekannt. Dementsprechend war auch dieses Interview keine große Überraschung.
"Dieses Off-Field-Zeug ist nicht sein Ding"
Dieses, nennen wir es Gespräch, war auch auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei der SV Elversberg (Sonntag, 17:30 Uhr) ein Thema. "Michael Olise ist jemand, der Fußball spielen will, und das Off-Field-Zeug ist nicht wirklich sein Ding. Das hatten wir schon bei seiner Vorstellung vor zwei Jahren gesehen", sagte Sportvorstand Max Eberl am Samstag.

"Nicht jeder Mensch ist gleich. Die Medienberichterstattung ist riesig, aber auf Social Media und TikTok zum Beispiel wird er dafür gefeiert. Junge Leute können sich damit mehr identifizieren als wir", führte Eberl weiter aus.
Kompany ohne Mitleid für Reporter Stutzky
In dieselbe Kerbe schlug auch Vincent Kompany, sein Mitleid an den Fragesteller Stutzky hielt sich dabei in Grenzen. "Glaubst du, der Journalist, der das Interview mit Michael geführt hat, ist unglücklich, dass es viral gegangen ist? Wenn jeder Antworten wie ich gibt, wird nie etwas viral. Ich kann dir versichern, dass kein Sponsor und kein Journalist schlecht über Michaels Benehmen spricht. Wir sollten die Dinge nicht durcheinanderbringen", stellte der Cheftrainer klar.
Das Wichtigste für die Münchner sind und bleiben Olises Leistungen auf dem Platz. Solange die stimmen, dürfte er sich intern keine Sorgen um mögliche Konsequenzen für seine Interviews machen.
"Für uns ist das Wichtigste, dass er zeigt, was er auf dem Platz kann. Und das macht er brillant", schwärmte Eberl und fasste zusammen: "Er hat dreimal in fünf Spielen den Mann-des-Spiels-Award bekommen. Das möchte ich viel lieber sehen."
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