Die Ankunft von Hansi Flick beim FC Barcelona erwies sich als entscheidender Schritt für Raphinha, der am Ende der turbulenten Amtszeit von Xavi noch mit dem Gedanken gespielt hatte, den Verein zu verlassen.
Auch Barça hatte darüber nachgedacht, den Brasilianer abzugeben, der die Herzen und Köpfe in Katalonien zum damaligen Zeitpunkt noch nicht erobert hatte. Die Blaugrana träumten davon, Nico Williams von Athletic Club mit Lamine Yamal zu vereinen, nachdem die beiden bei der EM 2024 im spanischen Nationalteam gemeinsam geglänzt hatten.
Doch Williams’ angebliche Beharrlichkeit auf einer Ausstiegsklausel führte dazu, dass der Deal nicht zustande kam und der baskische Stürmer stattdessen einen neuen Vertrag in Bilbao unterschrieb. Infolgedessen stand Flick vor der Aufgabe, das Beste aus Raphinha herauszuholen, der um Selbstvertrauen rang.
Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Flick seine Sache ziemlich gut gemacht hat. Raphinha ist nicht nur eine Torfabrik für eine überaus erfolgreiche Mannschaft, sondern offenbar ein Spieler, ohne den Flicks risikoreiches Spielsystem nicht funktionieren kann. Deshalb schmerzt die Nachricht von seiner fünfwöchigen Verletzungspause so sehr.
Ohne Raphinha im Angriff ist Barcelona einfach nicht mehr dasselbe Team, wie die Statistiken belegen.
Barcelonas Bilanz in dieser Saison mit und ohne Raphinha
Statistik | Mit | Ohne |
|---|---|---|
Spiele | 27 | 12 |
Siege | 23 | 7 |
Remis | 2 | 1 |
Niederlagen | 2 | 4 |
Siegquote | 85,2% | 58,3% |
erzielte Tore | 76 (2,8) | 32 (2,7) |
kassierte Tore | 23 (0,9) | 22 (1,8) |
Raphinha war nicht ganz so produktiv wie in der vergangenen Saison, als er in 57 Spielen beeindruckende 60 Torbeteiligungen verbuchte.
Seine hohe Belastung während Flicks erster Saison hat möglicherweise zu seinen Fitnessproblemen in dieser Spielzeit beigetragen, denn Raphinha verpasste bis zu seiner Verletzung während des Länderspieleinsatzes insgesamt zwölf Spiele in La Liga und der Champions League, hauptsächlich aufgrund einer Oberschenkelverletzung, die er sich im Herbst zugezogen hatte.
Ohne Raphinha sinkt die Siegquote des FC Barcelona in diesen Wettbewerben von 85,2% in den Spielen, in denen er zum Einsatz kam, auf 58,3 %. Mit ihm hat Barça 23 von 27 Spielen gewonnen und nur zweimal verloren. Bei einer dieser Niederlagen, auswärts bei Chelsea, spielte Raphinha nur die letzten 28 Minuten, als die Partie bereits entschieden war. Bei der anderen wurde der Brasilianer kurz nach dem Ausgleichstreffer von Girona ausgewechselt.
Raphinha hat in dieser Saison 27 Torbeteiligungen verbucht und blüht in einem System auf, das darauf abzielt, seine herausragende Fähigkeit, hinter die Abwehr zu kommen, auszunutzen. Es ist keine Überraschung, dass Barça im Durchschnitt etwas weniger pro Spiel erzielt, wenn er nicht in der Mannschaft steht. Doch in der Defensive ist der Unterschied noch deutlicher.
Der 29-Jährige ist dank seiner unermüdlichen Arbeitsmoral absolut entscheidend für das, was Flicks Mannschaft ohne Ballbesitz erreichen will. Ohne ihn gerät Barcelonas Pressing ins Stocken und die aggressive Abwehrreihe wird häufiger bloßgestellt.
Erwähnenswert ist auch, dass Raphinha beim 0:4-Debakel gegen Atlético Madrid im Hinspiel des Copa-del-Rey-Halbfinales nicht zum Einsatz kam, aber rechtzeitig zum Rückspiel wieder fit war. Der Brasilianer erzielte beim 3:0-Sieg einen Treffer, wobei diese beiden Spiele deutlich zeigen, wie groß Raphinhas Einfluss ist.
