Die Favoriten auf den Gewinn der WM 2026 – Rangliste
Von Jan Kupitz

Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 rückt näher und die Spannung vor dem größten Fußballturnier der Welt steigt.
48 Nationen werden im neu erweiterten Format in den USA, Mexiko und Kanada gegeneinander antreten, um sich einen Platz in den Geschichtsbüchern zu sichern und sich in die Liste der Größen einzureihen, die den goldenen WM-Pokal in die Höhe gestemmt haben.
Wir zeigen die größten Favoriten auf den Gewinn der Weltmeisterschaft 2026:
9. Uruguay
Uruguay ist zweifacher Weltmeister, hat aber seit seinem letzten Triumph im Jahr 1950 kein Finale mehr erreicht. Mit dem vierten Platz in Südafrika 2010 kam das Team einem weiteren Stern über seinem Wappen am nächsten.
La Celeste könnte zu den Geheimfavoriten in Nordamerika zählen. Das Team schlug sowohl Argentinien als auch Brasilien in der Qualifikation und zeigte unter Marcelo Bielsa vielversprechende Leistungen.
Um sich den dritten Weltmeistertitel zu sichern, muss es zwar gegen alle Widrigkeiten ankämpfen, aber es verfügt über eine beeindruckende Qualität sowohl in der Mannschaft als auch an der Seitenlinie.
8. Niederlande
Die Niederlande warten nach drei verlorenen Endspielen immer noch auf ihren ersten Weltmeistertitel, haben aber in Nordamerika die Chance, diese historische Enttäuschung wettzumachen. Das wird nicht einfach, aber eine Mannschaft mit Weltklasse-Talenten hat immer eine Chance.
Das Problem für die Niederlande ist, dass sie unter Ronald Koeman noch nicht überzeugen konnten. Trotz der Qualität innerhalb ihrer Mannschaft haben sie mit der defensiven Organisation zu kämpfen und es fehlt ihnen immer noch ein wirklich erstklassiger Torjäger.
Das sind einschränkende Faktoren im Turnierfußball, aber bei ihrem Einzug ins Halbfinale der EM 2024 hat Oranje gezeigt, dass van Dijk, de Jong und Co. niemals zu unterschätzen sind.
7. Brasilien
Der fünfmalige Weltmeister Brasilien wird immer zu den Favoriten eines großen Turniers gehören, auch wenn die jüngsten Leistungen bei der Weltmeisterschaft und der Copa América äußerst enttäuschend waren.
Bei der Weltmeisterschaft hat Brasilien seit 2002 nicht mehr das Finale erreicht und ist bei den letzten beiden Turnieren jeweils im Viertelfinale ausgeschieden. Auch bei der Copa América 2024, die ebenfalls in Nordamerika ausgetragen wurde, schaffte es Brasilien nur bis ins Viertelfinale.
Die Ankunft von Carlo Ancelotti weckt Hoffnungen, insbesondere angesichts der Erfolgsbilanz des Italieners in K.o.-Wettbewerben, aber Brasilien ist nicht mehr die überragende Macht von einst.
Glücklicherweise verfügt das Team über offensive Waffen, die allen gegnerischen Abwehrreihen Angst einflößen. Rodrygo, Vinicius Junior, Raphinha, Matheus Cunha, Joao Pedro... was braucht man mehr?
6. Deutschland
Deutschland ist nicht mehr die alles überragende Mannschaft, die sie einmal war - so ehrlich müssen wir sein. Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 kam das DFB-Team nicht über die Gruppenphase der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 hinaus. Bei der Europameisterschaft 2024 im eigenen Land schied die Mannschaft im Viertelfinale aus, zeigte dort aber erstmals seit etlichen Jahren wieder ansprechende Leistungen.
Julian Nagelsmann hat seit seiner Ankunft im Jahr 2023 Mühe, sich auf ein Team festzulegen. Das zeigte sich auch bei der Qualifikation, als Deutschland sich sichtlich mühte.
Natürlich gibt es phänomenale Spieler im DFB-Team, aber es bleiben ein paar Fragezeichen.
5. Portugal
Portugal ist ein weiterer Anwärter auf den Weltmeistertitel, der diesen noch nie gewonnen hat. In den letzten zehn Jahren haben die Iberer aber gezeigt, dass sie Titel gewinnen können: Portugal hat die Europameisterschaft 2016 und zweimal die UEFA Nations League eingefahren und dabei eine unglaubliche Mannschaft aufgebaut.
Cristiano Ronaldo bricht weiterhin Rekorde, während er die Mannschaft anführt, aber seine Mitspieler sind wohl noch beeindruckender. Das All-Star-Mittelfeld besteht aus Spielern wie Joao Neves, Vitinha und Bruno Fernandes, während im Sturm Rafael Leao, Pedro Neto und Joao Felix zur Verfügung stehen.
Trainer Roberto Martinez könnte sich in der Endphase des Turniers als limitierender Faktor erweisen. Die Erwartungen müssen zudem auch gedämpft werden, da Portugal bei den letzten vier Weltmeisterschaften nicht über das Viertelfinale hinausgekommen ist.
4. England
Die englischen Fans singen weiterhin liebevoll von ihrem Triumph bei der Weltmeisterschaft 1966, würden aber gerne im nächsten Sommer ihr Liederbuch aktualisieren. Die Three Lions haben seit ihrem einzigen großen Triumph vor 60 Jahren bei Turnieren immer wieder enttäuscht.
Aber es scheint unvermeidlich, dass diese Enttäuschung eher früher als später überwunden wird. Unter Gareth Southgate erreichte England das Finale der Europameisterschaften 2020 und 2024, wo man jeweils knappe Niederlagen gegen Italien und Spanien hinnehmen musste. Bei der Weltmeisterschaft 2018 belegte England den vierten Platz und wurde vier Jahre später im Viertelfinale in einem engen Spiel vom Titelverteidiger Frankreich besiegt.
Thomas Tuchel hat einen erfolgreichen Start hingelegt, und England kommt unter dem deutschen Trainer nun richtig in Fahrt. Er verfügt über einen außergewöhnlichen Kader und hat bereits eine felsenfeste Abwehr aufgebaut, die in acht Qualifikationsspielen kein einziges Gegentor kassiert hat.
3. Frankreich
Der Weltmeister von 2018 verfügt wohl über den besten Kader im internationalen Fußball, was sich in den letzten Jahren jedoch nicht immer in Titeln niederschlug. Der umstrittene Didier Deschamps konnte Les Bleus in den letzten drei großen Turnieren nicht zum Erfolg führen, obwohl seine Mannschaft 2022 das WM-Finale erreichte, dort jedoch gegen Argentinien unterlag.
Frankreich ist bei Europameisterschaften und Weltmeisterschaften immer eine beeindruckende Präsenz, wobei sich Deschamps' pragmatischer Stil für K.o.-Wettbewerbe eignet. Die Mannschaft glänzt nicht immer mit flüssigem Fußball, stößt dafür meist tief in die K.o.-Runde vor.
Frankreich hat auf dem Weg zur WM seine Quali-Gegner vernichtend geschlagen und verfügt über eine immense Qualität in der gesamten Mannschaft. Spieler wie Kylian Mbappé und Michael Olise können das Spiel alleine entscheiden.
2. Argentinien
Es ist schwer, Argentinien nicht ganz vorne dabei zu sehen. La Albiceleste gewann mit ihrem Triumph in Katar zum ersten Mal seit 1986 die Weltmeisterschaft und sicherte Lionel Messi damit den so wichtigen Titel, der ihm zuvor schmerzlich verwehrt geblieben war.
Nun, die Weltmeisterschaft 2026 könnte Messis letzter Auftritt für Argentinien sein, und es wäre ein würdiger Abgang für den achtmaligen Ballon d'Or-Gewinner, wenn die Südamerikaner sich den vierten Titel in diesem Wettbewerb sichern würden.
Lionel Scaloni hat Argentiniens Rückkehr an die Spitze orchestriert und kann eine fast makellose Bilanz bei großen Turnieren vorweisen. Er hat die letzten beiden Copa Américas gewonnen und damit seinen WM-Titel ergänzt. Nur wenige Teams konnten in den letzten Jahren mit seiner Mannschaft mithalten.
1. Spanien
Luis de la Fuente hat Spanien seit seinem Amtsantritt als Trainer grundlegend verändert. Er führte die Mannschaft zum Titelgewinn in der Nations League 2022/23 und zum Erfolg bei der Europameisterschaft 2024 und wird alles daran setzen, die Erfolgsserie bei der Weltmeisterschaft fortzusetzen.
Der Weltmeister von 2010 hatte bei den letzten Weltmeisterschaften zu kämpfen und schaffte es bei den letzten drei Turnieren nicht über das Achtelfinale hinaus. Allerdings ist diese spanische Mannschaft anders, denn sie verfügt über das nötige Rüstzeug, um an die Erfolge der beeindruckenden Mannschaft von Vicente del Bosque aus den späten 2000er und frühen 2010er Jahren anzuknüpfen.
La Roja verfügt über eine fleißige und gut organisierte Abwehr, ein technisches und dennoch robustes Mittelfeld und einen verlockenden Stürmerpool, wobei Lamine Yamal und Nico Williams auf den Flügeln besonders spannende Optionen sind.
Angesichts ihrer Qualität und Erfahrung ist Spanien der Top-Favorit.