Schon seit den letzten Wochen der Vorsaison war soweit klar, dass der Hamburger SV alles versuchen wird, um aus der Leihe von Fabio Vieira eine feste Verpflichtung zu machen. Nachdem das Thema zwischenzeitlich etwas abgekühlt zu sein schien, kann dieser Wunsch nun wohl noch umgesetzt werden (90min berichtete). Am heutigen Montag soll der Portugiese für vier Jahre bis 2030 unterschreiben.
Doch damit nicht genug: Neben Vieira wird auch noch Zakaria El Ouahdi verpflichtet. Der marokkanische Rechtsverteidiger kommt von KRC Genk zu den Hanseaten. Zusammengenommen zahlt der HSV für beide Spieler etwas weniger als 19 Millionen Euro. Das setzt sich aus jeweils rund neun Millionen Euro pro Spieler zusammen. Das mag für diesen Transfer-Doppelschlag grundsätzlich nicht viel sein, bedeutet für den Erstligisten aber eine überraschend große Ausgabe – vor allem nach bislang nur einem einzigen Jahr in der Bundesliga.
Deshalb kann der HSV für Vieira und El Ouahdi ins kalkulierte Risiko gehen
Das Hamburger Abendblatt hat allerdings erklärt, wie die Hamburger eine solche Ausgabe umsetzen können. Durch mehrere Faktoren sind diese Verstärkungen möglich, ohne sich zugleich einem allzu großen finanziellen Risiko aussetzen zu müssen.
Zum einen geht es dabei um die Abschreibungen der Ablösesummen, die der HSV über die Vertragslaufzeit der Spieler streckt. Vieira beispielsweise unterschreibt für vier Jahre und hat rund neun Millionen Euro gekostet. So wird diese Ablösesumme mit jeweils etwas mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr verbucht.

Zum einen ist diese Investition aber auch die Folge von einer guten und bedachten Finanzpolitik der letzten Jahre. Dem Hamburger Abendblatt zufolge musste ausdrücklich kein neues Investorengeld für diese Transfers in die Hand genommen werden. Dass der Klub mittlerweile schuldenfrei ist und zugleich mehr Einnahmen bei Abgängen generieren konnte, als zunächst gedacht, hat ebenfalls geholfen. Dazu zählen beispielsweise die Ablösesummen für Fabio Baldé und Robert Glatzel sowie das eingesparte Gehalt von Jean-Luc Dompé.
Dem Blatt nach habe intern ohnehin schon die Überzeugung vorgeherrscht, dass sich der HSV einen größeren Transfer durchaus leisten kann und auch sollte, insofern es denn die volle Überzeugung für die Personalie gibt. Das war bei Vieira zweifelsfrei gegeben und selbst El Ouahdi, der die Mannschaft mit großer Wahrscheinlichkeit spürbar verstärken wird, wird von transfermarkt auf einen Marktwert von 17 Millionen Euro geschätzt – und damit auf fast das Doppelte der für den 24-Jährigen fälligen Ablösesumme.
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