Stadion-Vlogs aus den deutschen Fußballstadien sprießen in den sozialen Medien immer mehr. Sogenannte Influencer, Content-Creator, Vlogger oder Streamer filmen dabei ihr Stadionerlebnis und wollen damit im Netz Reichweite generieren und folglich auch Geld verdienen. Je nach Größe der eigenen Accounts ist das auch ziemlich lukrativ.
Den meisten Fans im Stadion gehen solche Vlogs aber einfach nur auf die Nerven. Besonders bei den treusten Anhängern und in der Ultra-Szene ist das 'Vloggen' stark in Verruf geraten und wird heftig kritisiert.
"Vloggen? Nicht bei Dynamo!"
Mit Dynamo Dresden hat jetzt der erste Profiverein aus der 2. Liga durchgegriffen. In einem Klub-Statement verkündet die SGD: "Vloggen? Nicht bei Dynamo!"

Im Dresdner Stadion soll der Fokus auf dem Fußball liegen. 2026/27 ist das Vloggen im Rudolf-Harbig-Stadion gemäß der Stadionordnung demnach verboten.
"Gemeint sind Videos, die den Besuch eines Fußballspiels dokumentieren und anschließend über soziale Netzwerke oder Videoplattformen veröffentlicht werden", heißt es in der SGD-Mitteilung auf der Vereinshompage.
Und weiter: "Auch innerhalb unserer Fanlandschaft wird dieses Thema regelmäßig diskutiert - sei es bei Fanveranstaltungen, in Gesprächsrunden oder im direkten Austausch mit Anhängerinnen und Anhängern aller Generationen."
"Grundsätzlich gilt: Das Filmen von Spielszenen und Stadionbesuchen mit dem Ziel einer kommerziellen Verwertung ist gemäß Stadionordnung nicht gestattet. Dieses Verbot dient insbesondere dem Schutz der Medien- und Verwertungsrechte unserer TV-Partner sowie der Rechte der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden. Werden Inhalte monetarisiert, profitieren davon in erster Linie die jeweiligen Ersteller, während unser Verein dabei leer ausgeht."
Dynamo fordert "Rücksichtnahme und gegenseitiger Respek"
"Neben diesen rechtlichen Aspekten liegt uns jedoch vor allem ein anderes Anliegen am Herzen: Wir möchten dazu beitragen, dass sich alle Besucherinnen und Besucher im Stadion wohlfühlen und das Spiel gemeinsam erleben können. Viele Fans wünschen sich, ihr Stadionerlebnis ohne dauerhafte Kameras oder Aufnahmen in unmittelbarer Umgebung genießen zu können. Rücksichtnahme und gegenseitiger Respekt sind daher wichtige Voraussetzungen für eine positive Atmosphäre auf den Rängen."
Erlaubt sind dagegen auch weiterhin Fotos und Videos für den privaten Gebrauch, die als Erinnerung an das Stadionerlebnis dienen: "Das Festhalten persönlicher Momente für den privaten Gebrauch ist selbstverständlich weiterhin möglich. Wir bitten allerdings insbesondere in den Blöcken K1 bis K5 darum, die geltenden K-Block-Regeln zu beachten und sensibel sowie verantwortungsvoll mit Smartphones und Kameras umzugehen."
"Dynamo lebt von Emotionen, Gemeinschaft und dem gemeinsamen Moment"
Der Klub schließt das Statement mit einem Appell an die Stadionbesucher: "Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass der Stadionbesuch für alle ein besonderes Erlebnis bleibt. Unterstützt unsere Mannschaft lautstark, leidenschaftlich und fair. Zeigt eure Verbundenheit mit Dynamo Dresden durch eure Stimme, eure Farben und eure Präsenz auf den Rängen. Die einzigartige Atmosphäre unseres 'Wohnzimmers' entsteht vor allem durch die Menschen, die Woche für Woche dort zusammenkommen und ihre Mannschaft unterstützen. Dynamo lebt von Emotionen, Gemeinschaft und dem gemeinsamen Moment. Dieser Moment entsteht hier und jetzt – im Stadion, auf den Rängen und miteinander. Lasst uns genau das bewahren und weitertragen."
Wichtig ist dabei auch, dass der Verein darauf hinweist, dass die Stadionordnung und das Vlog-Verbot einzig vom Klub und "dem eingesetzten Ordnungsdienst" durchgesetzt werden soll. "Eigenmächtige Maßnahmen durch Dritte sind nicht vorgesehen. Die verschiedenen Sichtweisen und Erfahrungen zu diesem Thema sind uns bekannt. Deshalb stehen wir weiterhin im Austausch, um Entwicklungen gemeinsam zu bewerten, Probleme frühzeitig zu erkennen und Lösungen im Sinne aller Stadionbesucher zu finden."
