Das größte Gut des FC Schalke ist und bleibt die riesige Fangemeinde. Diese kann im wahrsten Sinne des Wortes der zwölfte Mann sein, wie es insbesondere bei den Heimspielen in der nun abgeschlossenen Saison der Fall war. Allerdings ist dieses emotionale Umfeld natürlich sehr leidenschaftlich unterwegs, was sich auch auf negative Weise zeigen kann.
Nun steht nach der Rückkehr in die Bundesliga aber erstmal ein interner Richtungsstreit bei den S04-Anhängern im Fokus. Besser gesagt: Bei den organisierten Mitgliedern.
Die Ausgangslage: Der Schalker Fanclub-Verband (SFCV), in dem laut der Bild insgesamt um die 850 Fanklubs und über 60.000 Mitglieder organisiert sind, hat seit inzwischen knapp 20 Jahren einen festen Platz im Aufsichtsrat des S04. Damit haben sie zumindest anteilig eine Stimme im Kontrollgremium, um richtungsweisende Entscheidungen mitdiskutieren und treffen zu können. Die Ultras gehören allerdings nicht dazu. Diese sind extern und eigenständig organisiert.
Jeweils nur eine Stimme? SFCV lehnt den Antrag der Ultras geschlossen ab
Nun gibt es hinsichtlich der Mitgliederversammlung zum 18. Juli einen Antrag aus der Ultras-Szene, die diese Vormachtsstellung des SFCV im Bezug auf den Aufsichtsrat aufweichen soll. Anstatt dass es einen klaren SFCV-Vertreter gibt, sollen sich künftig alle Fan- bzw. Mitglieder-Organisationen auf einen gemeinsamen Vertreter einigen. So zumindest der Antrag, der bei der Mitgliederversammlung zur Abstimmung zugelassen wurde.
Die Bild und die WAZ berichten nun, dass die SFCV ihre Mitglieder dazu aufruft, sich im Hinblick auf diese Abstimmung auf die Versammlung vorzubereiten. Verständlich aus ihrer Sicht: Sie wollen ihren Einfluss nicht verlieren und auch nicht mit den Ultras teilen, die bei den Abstimmungen aber in der Regel sehr zuverlässig vor Ort sind. So nahm bei der jüngsten SFCV-Versammlung eine Rekordzahl von 317 Fanklubs teil. Die Fanklubs sind also bereits sensibilisiert und rufen ihre Mitglieder dazu auf, möglichst zahlreich vor Ort zu sein, um die Abstimmung zu ihren Gunsten ausfallen zu lassen.
Die Begründung des SFCV, geäußert von der Vorsitzenden Melanie Illburger (via WAZ): "In der Form, wie er jetzt ist, können wir als größte Fanorganisation mit nur einer Stimme wie die anderen viel kleineren Fanorganisationen auch, dem Antrag nicht zustimmen. Wir lehnen ihn daher ab."
Weitere Nachrichten rund um Schalke:
