Ex-Gladbacher Kramer ordnet Reitz-Zukunft ein
Von Niclas Hergt

Bei Borussia Mönchengladbach dreht sich in diesen Wochen viel um die Zukunft von Eigengewächs Rocco Reitz. Der 23-Jährige hat sich in kürzester Zeit zum Vize-Kapitän, Leistungsträger und wertvollsten Spieler im Kader entwickelt.
Doch mit dem sportlichen Aufstieg wächst auch das Interesse anderer Klubs, darunter angeblich auch RB Leipzig. Ex-Borusse Christoph Kramer, der Reitz’ Entwicklung seit 2020 begleitet, ordnet die Wechselgerüchte im Podcast Copa TS nun ein.
Reitz’ Achterbahnfahrt der Entwicklung
Kramer erinnert sich genau an die ersten Monate des Talents. Reitz debütierte 2020 unter Marco Rose in der Bundesliga. Damals galt er noch als schmächtiger, aber mutiger Junge aus der eigenen Jugend. Kramers erster Eindruck war vielversprechend: "Wenn ich ganz ehrlich bin: Als der zu uns hochkam, dachte ich im ersten halben Jahr: 'Ja, der schafft es.'"
Doch die folgenden Jahre waren turbulent. Zwischenzeitlich stagnierte Reitz’ Entwicklung spürbar. Kramer spricht offen darüber: "Er hat sich so ein bisschen in der Aggressivität verloren und das Fußballspielen ein Stück weit verlernt." Während seiner Leihen nach Belgien sei sogar die Frage aufgekommen, wie weit er es überhaupt noch bringen könne. Damals dachten wohl viele: "Wenn du Glück hast, kommst du noch in die 3. Liga", so Kramers ernüchternde Rückschau.
Seit seiner Rückkehr hat Reitz jedoch einen beeindruckenden Schritt gemacht. Heute ist er einer der wichtigsten Gladbacher und mit einem Marktwert von rund 17 Millionen Euro laut transfermarkt.de das wertvollste Talent im Kader.
Wechsel im Sommer? Kramer sieht veränderte Zeiten in Gladbach
Die aktuellen Gerüchte über ein Angebot aus Leipzig, das 20 Millionen Euro einbringen könnte, bewertet Kramer nüchtern. "Ich habe keine Insider-Informationen", sagt er, macht aber deutlich: "Ich bin da ganz rational: Vor fünf, sechs Jahren wäre Rocco Reitz niemals gegangen. Identifikationsfigur bei einem Verein wie Gladbach zu sein, ist das Größte, was du haben kannst."
Der ehemalige deutsche Nationalspieler verweist auf die veränderte sportliche Realität: Gladbach spielte damals regelmäßig um die Champions League, heute kämpft der Klub um Stabilität und finanzielle Entlastung. In dieser Lage ist ein Verkauf eines Leistungsträgers fast nicht mehr zu vermeiden.
Ob das Eigengewächs bleibt oder den nächsten Karriereschritt wagt, ist offen. Fest steht: Für Borussia wäre ein Abgang ein sportlicher Verlust. Für Reitz wäre es ein wahrscheinlich unumgänglicher Schritt in seinem Entwicklungsprozess.
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