"Etwas überfordert": Bayern wütet über Schiedsrichter nach Remis beim HSV

Nach dem Unentschieden beim HSV gab es seitens des FC Bayern viel Kritik am Schiedsrichter. Auch nach dem Spiel war die Spielleitung von Harm Osmers noch Thema der Diskussionen.
Die Bayern zeigten sich mit Harm Osmers unzufrieden
Die Bayern zeigten sich mit Harm Osmers unzufrieden / picture alliance/GettyImages
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Es kommt wohl nicht allzu häufig vor, dass der FC Bayern in der Bundesliga über gleich zwei Spiele sieglos bleibt. Womöglich war der Frust nach dem 2:2-Unentschieden beim Hamburger SV am Samstagabend umso größer, nachdem die Partie abgepfiffen wurde.

Wie die Sportbild berichtet, soll es unmittelbar nach dem Abpfiff noch innerhalb der Katakomben zu teils lautstarken Diskussionen gekommen sein: Die Münchener zeigten sich äußerst unzufrieden mit der Leistung von Harm Osmers, der das Remis als Schiedsrichter geleitet hatte. Doch waren es nicht nur die Spieler, die schon während des Spiels immer wieder zu Osmers gingen, sondern offenbar auch Teile des Trainerteams, die sich frühzeitig auf den Weg zur Schiedsrichter-Kabine machten.

FCB mit deutlicher Kritik an der Spielleitung von Osmers

Harry Kane wird dabei der Satz "The worst I have ever met in football" (Der Schlechteste, den ich je im Fußball getroffen habe") zugeschrieben. Dabei nennt er Osmers zwar nicht namentlich, doch bedarf es bei dieser Verknüpfung keiner allzu großen Fantasie.

Auch Max Eberl äußerte sich nach der Partie noch zum Unparteiischen. Dieser sei aus seiner Sicht "etwas überfordert" gewesen, so der Sportvorstand des FCB bei Sky (via kicker).

"Er hat aus meiner Sicht Situationen nicht gut eingeschätzt", so Eberl. Dabei bezog er sich weniger auf größere Szenen, wie etwa den zurecht nicht gegebenen Handelfmeter, sondern eher auf die grundsätzliche Spielleitung und die Bewertung diverser Zweikämpfe. Zugleich betonte er jedoch auch: "Das ist meine Meinung und keine Entschuldigung oder Erklärung für das Ergebnis heute. Wir hätten mehr Tore machen und besser verteidigen können."

Diese Einsicht teilten aber nicht gleich alle Bayern-Akteure nach dem Spiel. Manuel Neuer etwa kritisierte Osmers zwar nicht deutlich, merkte seine Unzufriedenheit aber durch die Blume ebenfalls an (via Sportbild): "Wenn der Schiedsrichter nach dem Spiel ein Thema ist, dann ist es nie ein gutes Zeichen. Ich glaube, es ist immer am besten, wenn der Schiedsrichter nicht thematisiert wird. Weil dann weiß man, dass er das Spiel unter Kontrolle hatte."

Luis Diaz
Hamburger SV v FC Bayern München - Bundesliga / A. Scheuber/GettyImages

Osmers ohne größere Fehler - Bayern nahmen selbst viel Zeit von der Uhr

Zur Wahrheit gehört aber auch: Nennenswerte Fehlentscheidungen leistete sich Osmers objektiv keine. Den seitens der Münchener geforderten Handelfmeter gab er zurecht nicht, auch ein nicht klares, vermeintliches Foulspiel kurz vor dem Abpfiff führte zu keinem Strafstoß gegen den HSV. Die ein oder andere Zweikampfbewertung mag diskutabel oder auch falsch gewesen sein, doch klar benachteiligt wurde der deutsche Rekordmeister nicht.

Gleichzeitig nahmen aber die FCB-Spieler selbst viel Zeit von der Uhr, weil sie immer wieder mit dem Schiedsrichter diskutierten. Joshua Kimmich etwa war nach so gut wie jedem einzelnen Pfiff bei Osmers zu sehen, mehrere Male versammelte sich gleich eine ganze Gruppe an Bayern-Profis um ihn.

Das wiederum sorgte für Unverständnis beim HSV. Nicolai Remberg kritisierte (via Mopo): "Die Bayern haben viel mit dem Schiedsrichter diskutiert, sind immer alle hingerannt, haben nur reklamiert. Dass nur der Kapitän mit dem Schiri sprechen darf, habe ich da nicht gesehen. Wir hätten wahrscheinlich alle Gelb bekommen."

Rückblickend werden sich die Hamburger über das Verhalten der Gäste aus dem Süden aber wohl kaum beschweren. Die mehreren zeitfressenden Diskussionen, insbesondere innerhalb der letzten Viertelstunde, werden dem Aufsteiger beim Punktgewinn definitiv geholfen haben.


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