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Erzwungener Nagelsmann-Rücktritt: Scharfe DFB-Kritik von Matthäus

Lothar Matthäus ist kein Fan von der Art, in der der DFB die Trennung von Julian Nagelsmann vollzogen hat.
Lothar Matthäus ist ein Freund klarer Worte
Lothar Matthäus ist ein Freund klarer Worte | picture alliance/GettyImages

Das DFB-Aus von Julian Nagelsmann ist offiziell. Der 38-Jährige trat nach dem WM-Fiasko aus eigenen Stücken zurück – obwohl er nach dem Aus gegen Paraguay noch erklärt hatte, unbedingt weitermachen zu wollen.

Doch der DFB stimmte ihn um. In der Nation hatte Nagelsmann durch seine fragwürdige Kommunikation sowie verschiedenster Entscheidungen ohnehin keinen Rückhalt mehr. Die Art der Entlassung stößt Lothar Matthäus allerdings sauer auf.

Kritik am DFB

"Da gehe ich schon davon aus, dass da Druck aufgebaut wurde – nicht nur von der DFB-Seite, sondern auch von der Öffentlichkeit aus und deswegen ist Nagelsmann nicht mehr im Amt."
Lothar Matthäus (Sky)

Der Rekord-Nationalspieler hätte sich mehr Initiative vom DFB gewünscht. "Nagelsmann ist jetzt zurückgetreten, nachdem er vor drei Tagen nicht zurücktreten wollte. Da gehe ich schon davon aus, dass da Druck aufgebaut wurde – nicht nur von der DFB-Seite, sondern auch von der Öffentlichkeit aus und deswegen ist Nagelsmann nicht mehr im Amt", erklärte der 65-Jährige im Interview mit Sky.

Zuvor kritisierte Matthäus bereits das grundsätzliche Mindset des Verbandes: "Man muss beim DFB harte Entscheidungen treffen, solche, die auch mal wehtun. Es wird versucht, immer alles schönzureden."

"Nicht nur der Bundestrainer, sondern alle DFB-Verantwortlichen müssen Verantwortung dafür übernehmen, dass Deutschland wieder sang- und klanglos bei der WM gescheitert ist."
Lothar Matthäus (Sky)

Gleichzeitig erklärte der Weltmeister von 1990, dass mit der Entlassung von Nagelsmann längst nicht alles geregelt sei. "Es müssen alle Steine umgedreht werden und jeder muss sich beim DFB hinterfragen. Nicht nur der Bundestrainer, sondern alle DFB-Verantwortlichen müssen Verantwortung dafür übernehmen, dass Deutschland wieder sang- und klanglos bei der WM gescheitert ist", betonte Matthäus.

Klopp-Fan Matthäus

Von der Entscheidung, Jürgen Klopp als neuen Bundestrainer zu installieren, ist der Sky-Experte allerdings großer Fan: "Sollte Jürgen Klopp Bundestrainer werden – wovon wir alle ausgehen – ist er, glaube ich, die beste Lösung, die sich der DFB wünschen kann. Man hätte mit ihm einen Kandidaten, den man braucht, um bei den kommenden Turnieren wieder erfolgreicher zu sein."

Klopp selbst betonte bei MagentaTV, dass er "bereit" sei, Bundestrainer zu werden und seine Batterien wieder aufgeladen seien. Bevor er allerdings das Amt antreten kann, müssen sich der DFB und Klopps aktueller Arbeitgeber Red Bull noch auf eine Ablöse einigen.


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