Auch beim FC Schalke dürfte es in den letzten Tagen des Transferfensters noch zu Bewegungen kommen. Mehrere Abgänge sind angedacht, bei denen sich bislang aber nichts Nennenswertes abzeichnet – dazu könnte es noch ein, zwei Neuzugänge geben.
Umso kurioser kommen nun zwei Meldungen daher, die den S04 erneut mit Moussa Ndiaye und Jesper Lindstrøm in Verbindung bringen. Beide Spieler hätte der Aufsteiger gerne unter Vertrag genommen, doch beide Bemühungen scheiterten schlussendlich. Kommt es nun zu einer Wiederaufnahme der Gespräche? 90min macht den Check.
Erneuter Kontakt zu Anderlecht? Schalke hat alle Ndiaye-Positionen doppelt besetzt
Schalke habe die Hoffnung auf eine erneute Zusammenarbeit mit Ndiaye noch nicht aufgegeben, meldete der Transfer-Reporter Sacha Tavolieri nun bei X. Tavolieri gilt gemeinhin als vergleichsweise zuverlässig, doch in dieser Hinsicht scheint er falsche oder zumindest veraltete Informationen zu haben.
Vitalie Becker hat seinen Vertrag erst kürzlich verlängert und schon zuvor wurde Robin Gosens ausgeliehen. Damit haben die Gelsenkirchener gleich zwei Spieler, die sich bereits um die Einsatzzeiten auf der Ndiaye-Position duellieren werden.
Dennoch soll Schalke laut Tavolieri erneut Kontakt zum RSC Anderlecht aufgenommen und die Möglichkeit eines Ndiaye-Wechsels vorgebracht haben. Das hänge nicht zuletzt auch damit zusammen, dass der belgische Klub nicht mehr auf einen Verkauf fokussiert ist und sich wohl nun auch auf eine Leihe einlassen würde – während der 24-Jährige ohnehin gerne erneut für den S04 auflaufen wollen würde.

Es gibt ein einziges Szenario, das aber ebenfalls sehr unwahrscheinlich ist, in dem eine solche Kontaktaufnahme und ein weiteres Werben um Ndiaye zumindest ansatzweise Sinn ergeben würde: Wenn er nicht als Linksverteidiger beziehungsweise linker Schienenspieler, sondern als linker Innenverteidiger in der Dreierkette angedacht wäre. Das könnte aber auch nur dann der Fall sein, wenn ein etwaiger Abgang von Hasan Kurucay doch nochmal zum Thema wird. Danach sieht es aber zurzeit nicht aus.
Rund um das Testspiel gegen Real Madrid wurde Frank Baumann bei DAZN auch auf das Gerücht um Sead Kolasinac angesprochen. Dabei erklärte der Sportvorstand, dass man sich in der Defensive gut aufgestellt sieht (90min berichtete). Das sprach nicht nur gegen Kolasinac, dessen Verpflichtung oder Leihe er ohnehin ausschloss, sondern auch gegen erneute Bemühungen um Ndiaye.
Interesse an Lindstrøm? Kreativität würde helfen, Rahmenbedingungen sprechen aber dagegen
Zumindest von außen betrachtet sind Schalke und die SSC Neapel nicht gerade als Freunde aus den Verhandlungen um Lindstrøm gegangen. Einerseits war davon zu hören, dass sich der Klub aus der italienischen Serie A nicht an zuvor mündlich vereinbarte Details gehalten habe. Das bezog sich vorrangig um die wichtige Frage einer Kaufoption oder Kaufpflicht. Andererseits drohte Neapel mit rechtlichen Schritten. Ihnen sei vom S04 mitgeteilt worden, dass man sich sich aufgrund neuer Prioritäten in der Kaderplanung nicht mehr um den Dänen bemühen werde – obwohl dieser bereits zum Medizincheck vor Ort war.
Am Donnerstag meldete dann die neapolitanische Tageszeitung Il Mattino, dass sich Schalke erneut beim Management von Lindstrøm gemeldet habe. Das Interesse soll demnach noch immer vorhanden sein. Es sei sogar denkbar, dass sich die zwei Vereine zeitnah nochmal zusammensetzen.

Grundsätzlich hätten die Knappen tatsächlich noch Bedarf an etwas offensiver Kreativität, daran gibt es wohl keinen Zweifel. Allerdings schien aus den finanziellen Möglichkeiten, die sich durch den gescheiterten Lindstrøm-Wechsel ergeben haben, bereits die Verpflichtung von Junior Dina Ebimbe entstanden zu sein. Und genau dieses Geld hat Schalke seitdem weder einnehmen noch an anderer Stelle einsparen können.
Es ist also durchaus möglich, dass die Verantwortlichen in Lindstrøm noch immer eine mögliche Verstärkung sehen. Doch die Art und Weise, wie der Transfer im ersten Anlauf gescheitert ist, sowie die finanziellen Rahmenbedingungen sprechen eher gegen eine Wiederaufnahme der Gespräche. Selbst die allernötigsten Einsparungen und Einnahmen, etwa durch Abgänge von Anton Donkor, Max Grüger oder Finn Porath, sind noch immer nicht vorzuweisen. Und auch ein Verkauf von Moussa Sylla würde zwar Einnahmen bringen, die aber – wenn überhaupt möglich – wohl eher in den Sturm reinvestiert würden.
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