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"Entspricht nicht den Regeln" – Arsenal-Ärger nach Elfmeter-Zoff gegen Atletico

Das Hinspiel im CL-Halbfinale zwischen Atletico und Arsenal endete 1:1. Vor allem, weil der Schiedsrichter in zwei von drei Fällen seine Elfmeter-Entscheidungen änderte.
Danny Makkelie sorgte für Ärger – erst bei Atletico, dann bei Arsenal
Danny Makkelie sorgte für Ärger – erst bei Atletico, dann bei Arsenal | Soccrates Images/GettyImages

Die Szenen in der 42. und 78. Minute am Mittwochabend im stimmungsgeladenen Metropolitano zu Madrid ähnelten sich. Beide Male brachte Atletico-Verteidiger David Hancko seine Gegenspieler zu Fall. Und beide Male entschied Schiedsrichter Danny Makkelie auf Elfmeter für Arsenal.

In Hälfte eins blieb der Niederländer trotz Protest der Rojiblancos bei seiner Entscheidung. Der gefoulte Victor Gyökeres verwandelte zum 1:0 für die Gunners. Nach knapp einer Stunde glich Atletico dieses Halbfinal-Hinspiel der Champions League aus (56.). Bezeichnend, dass die Hausherren dafür ebenfalls einen Elfmeter benötigten.

Arsenal-Verteidiger Ben White sprang der Ball unglücklich an den ausgestreckten Arm. Makkelie ließ dennoch weiterspielen, weil er die Szene offensichtlich nicht richtig sehen konnte. Nach einem Hinweis von Videoschiedsrichter Dennis Higler ging der Referee an den Bildschirm und zeigte auf den Punkt. Julian Alvaverz verwandelte zum Ausgleich.


Atletico 1-1 Arsenal: Die Highlights im Video


"Wie zum Teufel konnte der Elfmeter gegen Eze zurückgenommen werden?"

"Es ist ganz klar, das entspricht nicht den Regeln."
Arsenal-Coach Mikel Arteta (DAZN)

Dabei blieb es am Ende auch. Vor allem, weil es in der 78. Minute zu einer heiß diskutierten Szene kam. Hancko kam im eigenen Strafraum gegen den eingewechselten Eberechi Eze zu spät. Der Arsenal-Star spitzelte den Ball weg und wurde vom Atletico-Verteidiger leicht am Fuß getroffen. Diese Einladung nahm Eze dankend an, Makkelie zeigte erneut auf den Punkt.

Und wieder gab es heftige Proteste von Atletico. Allen voran Trainer Diego Simeone gestikulierte wild. Und tatsächlich bekam Makkelie einen Hinweis vom VAR und schaute sich die Szene selbst an – anders als noch beim ersten Strafstoß in Durchgang eins. Dieses Mal nahm der Niederländer den Elfmeter zurück. Bei Atletico brach Jubel aus, bei Arsenal Frust und jede Menge Ärger.

"Was ich nicht verstehe und worüber ich - wie wir alle als Verein - sehr, sehr verärgert und wütend bin, ist, wie zum Teufel der Elfmeter gegen Eberechi Eze zurückgenommen werden konnte", echauffierte sich Arsenal-Trainer Mikel Arteta im Anschluss am DAZN-Mikro.

Was die Gunners aufregte: Ein Kontakt war bei der Elfmeterszene klar zu sehen. Die Entscheidung des Schiedsrichters auf dem Platz konnte man nur mit sehr viel Wohlwollen als klare Fehlentscheidung betrachten. Für Arteta war der VAR-Eingriff daher auch regelwidrig: "Es ist ganz einfach: Es ist ein klarer Elfmeter, man gibt einen Elfmeter. Ich weiß nicht, warum man in den VAR-Bereich gehen und sich das 13 Mal ansehen muss." Für den Arsenal-Coach lag definitiv "kein klarer und offensichtlicher Fehler" vor.

"Es ist ganz klar, das entspricht nicht den Regeln, und wir sind hier, um die Regeln anzuwenden, besonders wenn es um knappe Entscheidungen geht und sich das Spiel und die Begegnung aufgrund einer schlechten Entscheidung dramatisch verändern", so Arteta weiter.

Gerrard stimmt Arteta zu – Gräfe widerspricht

Liverpool-Legende Steven Gerrard, der für TNT Sports als TV-Experte im Einsatz war, machte Atletico-Trainer Simeone mitverantwortlich für die Entscheidung. "Diego Simeones Verhalten bringt den Schiedsrichter dazu, an seiner Entscheidung zu zweifeln", glaubte Gerrard. Und betonte, dass Schiedsrichter "den Mut haben" sollten, "zu ihrer Entscheidung zu stehen". Eine klare Fehlentscheidung erkannte auch Gerrard nicht.

Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe, der auf X gerne strittige Szenen bewertet, hatte eine andere Sichtweise. "Schiedsrichter müssen sich international in wichtigen Spielen wieder mehr zurücknehmen! Nur 1000% sichere Vergehen mit Elfmeter sanktionieren!", schrieb er unter anderem. Der Eingriff beim zweiten vermeintlichen Arsenal-Strafstoß sei zwar "nicht gemäß UEFA-Protokoll, denn Kontakt war da". Dennoch sei er für Gräfe gut gewesen, weil es aus seiner Sicht "wieder zu wenig" war.

So bewertete der Ex-Schiedsrichter nämlich auch die Szene vor dem ersten Arsenal-Elfmeter.


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