Beim FC Bayern schreibt Lennart Karl in dieser Saison eine absolute Bilderbuch-Geschichte, die ihn als 18-jährigen Debütanten sogar bis in den WM-Kader der deutschen Nationalmannschaft katapultieren wird. Doch bevor der Offensivspieler an der Säbener Straße den großen Durchbruch feierte, stand seine sportliche Zukunft auf Messers Schneide – und ein Wechsel zum kommenden Pokalfinal-Gegner VfB Stuttgart war zum Greifen nah.
Das enthüllte nun Markus Fiedler, langjähriger Jugendtrainer des VfB, in einem ausführlichen Interview mit dem Merkur. Demnach befand sich der heutige Dribbelkünstler einst ganz dicht vor einem Wechsel zu den Schwaben. "Mit einem Fuß war er schon in meinem U17-Team beim VfB", blickte der 40-Jährige auf die damaligen Verhandlungen zurück. Karl spielte zu diesem Zeitpunkt noch in Aschaffenburg und sollte als C-Jugendlicher direkt in die U17 der Stuttgarter integriert werden.
"Hat in Bayern-Bettwäsche geschlafen"
Sogar Karls Eltern waren von dem Konzept und einem Wechsel an den Neckar vollauf überzeugt. Dass der Transfer dennoch platzte, lag an der tiefen emotionalen Verbundenheit des Youngsters. "Der Junge ist halt von Kindesbeinen FC Bayern-Fan gewesen, hat in Bayern-Bettwäsche geschlafen", verriet Fiedler. Es sei fast unmöglich gewesen, ihn emotional von etwas anderem zu überzeugen.
Zweiter Anlauf in der 2. Bundesliga
Trotz der Absage verlor Fiedler das Ausnahmetalent nicht aus den Augen. Als der Trainer zu Beginn der laufenden Saison den Zweitligisten 1. FC Magdeburg übernahm, beschäftigte er sich ein zweites Mal mit der Personalie Karl. Die Idee war eine Leihe, um dem Talent die ersten Gehversuche als Profi in der 2. Bundesliga zu ermöglichen. Ein Plan, der sich durch die rasante Entwicklung zur Münchner Stammkraft unter Vincent Kompany extrem schnell zerschlug.
Fiedler bilanzierte im Gespräch schmunzelnd, dass dieses Thema nun endgültig durch sei. Am Samstagabend wird Karl stattdessen versuchen, im Berliner Olympiastadion genau dem Klub den Pokal wegzuschnappen, bei dem er einst schon mit einem Fuß in der Tür stand.
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