Stadion-Eklat nach BVB-Spiel: Köln-Boss weist eigenen Stadionsprecher zurecht

Sportchef Kessler reagiert auf den Ausraster am Stadionmikro, auch Schiedsrichter und VAR geraten in die Kritik.
Thomas Kessler kritisiert den eigenen Stadionsprecher nach dem BVB-Spiel scharf
Thomas Kessler kritisiert den eigenen Stadionsprecher nach dem BVB-Spiel scharf | picture alliance/GettyImages

Beim 1. FC Köln sorgte die 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund im Bundesliga-Topspiel nicht nur wegen der sportlichen Entscheidung für Diskussionen. Nach dem Abpfiff richtete sich die Aufmerksamkeit auch auf eine ungewöhnliche Szene im Stadion: Der langjährige Stadionsprecher verlor während der Partie sichtbar die Fassung und kritisierte Entscheidungen der Unparteiischen öffentlich über das Stadionmikrofon.

Die emotionalen Aussagen sorgten intern für Unmut. Besonders die Verantwortlichen des Vereins reagierten unmittelbar nach der Partie auf die Situation und machten deutlich, dass solche Kommentare nicht im Sinne des Klubs seien.

Stadionsprecher sorgt mit Aussagen für Wirbel

Hintergrund der Aufregung waren mehrere Durchsagen von Stadionsprecher Michael Trippel. Nachdem eine VAR-Entscheidung zum Platzverweis gegen Simpson-Pusey geführt hatte, ließ Trippel seinem Ärger freien Lauf und rief ins Mikrofon: "Pfui! Widerlich!"

Auch nach dem Schlusspfiff legte der 71-Jährige noch einmal nach. "Ich werde wahrscheinlich richtig Ärger kriegen, aber ich muss es loswerden: In der 95. Minute gab es ein klares Handspiel im Dortmunder Strafraum und das guckt sich noch nicht mal einer an", sagte er über das Stadionmikrofon.

Kessler stellt klar: Bewertung gehört nicht zum Aufgabenbereich

Für Thomas Kessler waren die Aussagen des Stadionsprechers dennoch zu viel. "Das ist eine Thematik, die gefällt mir nicht. Wir wollen nicht über den Stadionsprecher den Schiedsrichter bewerten. Dafür gibt es Menschen im Klub, dazu gehört er nicht", erklärte der Kölner Sportchef im Interview bei Sky nach der Partie. Gleichzeitig stellte er klar, dass der Vorfall intern aufgearbeitet wird: "Da werden wir sicherlich im Nachgang noch drüber sprechen."

In einem Punkt waren sich die Verantwortlichen des 1. FC Köln allerdings einig: dem Ärger über mehrere Schiedsrichterentscheidungen. Besonders eine Szene in der Nachspielzeit sorgte im FC-Lager für großen Frust. "Ich verstehe das nicht und ich weiß nicht, was Benjamin Cortus in dem Moment im Kölner Keller gemacht hat", sagte Kessler mit Blick auf den VAR. "Couto kriegt den Ball an die Hand, Linton Maina steht zum Schuss bereit dahinter. Das war eine spielentscheidende Szene."

Auch Trainer Lukas Kwasniok zeigte sich nach dem Spiel deutlich. "Irgendwo muss es da ganz oben jemanden geben, der es nicht so gut mit uns meint. Man sagt ja immer: Im Kölner Keller wird geschlafen. Aber offensichtlich war auch der liebe Gott im Tiefschlaf."

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