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"Ein richtiger Denkzettel": Erste Bedenken an Demichelis nach Bremen-Pleite

Für Leipzig-Cheftrainer Martín Demichelis wird die Luft nach einem blutleeren Auftritt erstmals etwas rauer.
RB-Cheftrainer Martín Demichelis steht nach dem blutleeren Auftritt in Bremen direkt unter Druck
RB-Cheftrainer Martín Demichelis steht nach dem blutleeren Auftritt in Bremen direkt unter Druck | Selim Sudheimer/GettyImages

Der Start in die neue Bundesliga-Saison glich einer Achterbahnfahrt für RB Leipzig. Nach dem souveränen 3:0-Auftaktsieg gegen Borussia Mönchengladbach wurden die Sachsen nun am zweiten Spieltag von Werder Bremen unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Der Champions-League-Starter war den Hanseaten bei der 1:3-Niederlage in allen Belangen unterlegen und zeigte eine erschreckend schwache Vorstellung.

Bei den Verantwortlichen läuteten nach dem Abpfiff direkt die Alarmglocken. Sport-Boss Marcel Schäfer fand deutliche Worte für den Auftritt seiner Mannschaft: "Ein richtiger Denkzettel. Ich hoffe, zum richtigen Zeitpunkt. Wir brauchen keine einzelnen Spieler herauspicken, ich erwarte eine deutlich andere Leistung. Mit unseren eigenen Ansprüchen können wir das Spiel nicht einfach abhaken."

Das Pressing-System von Demichelis wackelt

Besonders im Fokus der Kritik: Das viel beschworene Pressing-System des neuen Trainers Martín Demichelis. Der Argentinier, der im Sommer die Nachfolge von Ole Werner angetreten hatte, steht nun vor seiner ersten echten Bewährungsprobe in Leipzig. In Bremen griff seine taktische Ausrichtung überhaupt nicht. Die Defensive wirkte bei den acht Bremer Großchancen völlig unsortiert, während es im Mittelfeld (mit Nicolas Seiwald, Ezechiel Banzuzi und Neil El Aynaoui) an jeglicher Kreativität und Vorwärtsdrang mangelte.

Symptomatisch für die Leipziger Harmlosigkeit war das Auftreten von Star-Stürmer Christopher Nkunku, der völlig in der Luft hing, immer wieder frustriert mit den Armen wedelte und vergeblich Bälle forderte. "Unsere Boxbesetzung war nicht gut genug", analysierte Schäfer treffend. "Gegen einen sehr tief stehenden Gegner haben wir zu wenige Lösungen gefunden."

Wie die Bild-Zeitung berichtet, gab es intern im Klub schon länger Bedenken, ob Demichelis in seiner bisherigen Trainerlaufbahn genügend kreative Lösungen mit dem Ball vorweisen könne. Bereits in der Vorbereitung soll diese Thematik am Cottaweg intern heiß diskutiert worden sein.

Keine Ausreden trotz langer Verletztenliste

Ernüchterung in Sachsen: RB Leipzig kassiert am zweiten Spieltag eine bittere 1:3-Pleite in Bremen
Ernüchterung in Sachsen: RB Leipzig kassiert am zweiten Spieltag eine bittere 1:3-Pleite in Bremen | Sebastian El-Saqqa - firo sportphoto/GettyImages

Zwar fehlten den Leipzigern in Bremen mit Brajan Gruda, Roco Reitz, Castello Lukeba, Christoph Baumgartner, Assan Ouédraogo und Romulo gleich sechs potenzielle Stammspieler, doch als Ausrede wollte das niemand gelten lassen. Zumal die schmerzlich vermissten Leistungsträger Gruda und Lukeba zeitnah auf den Rasen zurückkehren sollen.

Viel schwerer wog die fehlende Einstellung. Vom Klub-Motto "Intensity is our Identity", das groß auf den Wänden am Trainingszentrum prangt, war im Weserstadion nichts zu spüren. Die erschreckende Bilanz: Leipzig lief fast zehn Kilometer weniger als Werder und gewann insgesamt nur mickrige 42 Prozent aller Zweikämpfe.

Viel Zeit zum Grübeln bleibt Demichelis und seinem Team jedoch nicht. Bereits am Donnerstagabend wartet in der Champions League die nächste schwere Aufgabe auf die Bullen. Dann gastiert RB beim italienischen Vertreter Como 1907 – einem Team, das nach drei Spielen in der Serie A noch ungeschlagen ist.


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