Es war nicht viel, was Borussia Mönchengladbach am Samstag gegen den VfL Wolfsburg auf den Rasen brachte – mal wieder. 0:0 hieß es am Ende zwischen den Fohlen und den Wölfen, womit Gladbach mit 32 Punkten nahezu gerettet sein dürfte.
Cheftrainer Eugen Polanski erklärte deshalb auch nach dem Spiel: "Wenn ich meinen Job erledige, dann bin ich nächstes Jahr Trainer. Ich wüsste nicht, warum nicht." Doch so klar wie der 39-Jährige sehen die Gladbacher Verantwortlichen die Lage nicht – im Gegenteil.
Wo bleibt die Entwicklung?
Ein Aus von Polanski nach der Saison ist im Bereich des Möglichen. Dies habe laut der Sport Bild vor allem drei Gründe. Punkt Nummer eins hat dabei mit Sportdirektor Rouven Schröder zu tun. Der 50-Jährige stellte Polanski im November auch aufgrund mangels Alternativen und wegen der großen Unterstützung im Verein und bei den Fans ein.
Sollte Schröder Polanski im Sommer jetzt entlassen, dann würde er sein eigenes Amt nicht ankratzen, da er de facto "nicht der frei gewählte Trainer von Schröder" sei, schreibt die Sport Bild. Anschließend könnte Schröder auf die Suche nach seinem Wunschkandidaten gehen.
Grund Nummer zwei ist dabei deutlich alarmierender. Im Vereinsumfeld habe man längst die fehlende Weiterentwicklung der Mannschaft registriert, weshalb viele Verantwortliche nicht mehr restlos von Polanskis Qualitäten überzeugt sein sollen.
Polanskis Position ist geschwächt
Der letzte Grund ist die Kabine. Diese soll Polanski nämlich langsam aber sicher verlieren. Zwar erreicht er mit seinen Anweisungen seine Spieler immer noch, doch die Stimmen innerhalb der Mannschaft, die sich aktiv für ihn einsetzen oder für ihn aussprechen werden immer weniger.
Die Vorwürfe schlagen sich auch in Zahlen nieder. Polanski holt im Schnitt fast genauso viele Zähler wie sein Vorgänger Gerardo Seone (1,11 ggü. 1,13) und unter ihm erzielten die Fohlen in 30 Spielen nur 36 Tore. Gleichzeitig soll es auch intern Verwunderung über einige Personalentscheidungen geben.
So soll es irritieren, dass er formstarke Spieler bereits mehrmals auf die Bank setzte und im Gegenzug Reservisten in die Startelf stellte (beispielsweise Lukas Ullrich gegen RB Leipzig).
Noch sind die Verantwortlichen zwar nicht komplett von Polanski abgerückt, doch wenn er in den verbleibenden drei Spielen keine deutliche Steigerung bzw. endlich eine funktionierende Idee oder Entwicklung erkennen lässt, dann könnten seine Tage im Sommer gezählt sein.
