Jan-Christian Dreesen hat sich mit klaren Worten an die Konkurrenz in der Bundesliga gewandt. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München kritisierte, dass sich nur wenige Vereine in der Sommerpause international präsentieren und gleichzeitig regelmäßig über die Verteilung der TV-Einnahmen aus dem Ausland diskutieren.
Dreesen fordert mehr Einsatz der Konkurrenz
Bei einem Auftritt im Presseclub München machte der Bayern-Boss seinem Ärger Luft. "Es kann nicht sein, dass in diesem Jahr Leipzig direkt nach der Saison und jetzt Dortmund und wir international unterwegs sind und dann haben wir gleichzeitig alle drei, vier Jahre das Getöse und Getöne um die Verteilung der internationalen Fernsehgelder. Das ist abstrus", erklärte Dreesen.
Hintergrund seiner Aussagen ist die internationale Vermarktung der Bundesliga. Während der FC Bayern und Borussia Dortmund ihre Marken und auch die der Bundesliga regelmäßig durch Auslandsaufenthalte in der Vorbereitung weltweit stärken, sieht Dreesen bei vielen anderen Bundesligisten zu wenig Bereitschaft, sich auch außerhalb Deutschlands zu präsentieren.
Gerade im Vergleich zur Premier League oder La Liga erzielt die Bundesliga bei den internationalen TV-Rechten deutlich geringere Einnahmen. Aus Sicht des Bayern-Bosses müsse die Liga deshalb gemeinsam daran arbeiten, ihre weltweite Attraktivität zu steigern, anstatt regelmäßig über die Verteilung der Erlöse zu streiten.
Solidaritätszahlungen bleiben bestehen
Erst Anfang 2025 hatten sich die Bundesliga-Klubs auf eine neue Verteilung der internationalen Medienerlöse verständigt. Demnach erhalten Vereine ohne Europapokal-Teilnahme pro Saison fünf Millionen Euro aus jenem Erlösanteil, der eigentlich den deutschen Teilnehmern an den europäischen Wettbewerben zusteht.
Zusätzlich fließen jährlich zehn Millionen Euro als sogenannte UEFA-Solidaritätszahlungen an die 2. Bundesliga. Vor diesem Hintergrund stößt Dreesens Kritik eine grundsätzliche Debatte an: Während international erfolgreiche Vereine einen Großteil der Einnahmen erwirtschaften, fordert der Bayern-Boss von der Konkurrenz mehr Eigeninitiative bei der globalen Vermarktung der Bundesliga – statt den Fokus vor allem auf deren Verteilung zu legen.
