Dompé-Ersatz in Heidenheim: HSV-Coach Polzin legt sich fest - Bericht
Von Niclas Hergt

Beim Hamburger SV herrscht zwar kein genereller Personalmangel, doch ausgerechnet auf der Linksaußen-Position im 3-4-3-System häufen sich die Ausfälle und zwingen Trainer Merlin Polzin zu Umstellungen.
Vor dem so wichtigen Keller-Gifpel bei Tabellenschlusslicht 1. FC Heidenheim am kommenden Samstag (15:30 Uhr) deutet inzwischen vieles darauf hin, dass der Coach seine Wahl getroffen hat. Favorit auf den Platz in der Startelf ist nach Informationen des Hamburger Abendblatt der nigerianische Neuzugang Philip Otele.
Polzin muss umbauen und hat zwei neue Optionen
Während Fabio Balde mit einer Oberschenkelzerrung ausfällt, Alexander Røssing-Lelesiit wegen eines Syndesmosebandrisses wohl den Rest der Saison verpasst und Jean-Luc Dompé nach seiner Trunkenheitsfahrt suspendiert bleibt, muss Polzin auf der linken Offensivseite umplanen. Beim 2:2 gegen den FC Bayern München rückte Linksverteidiger Miro Muheim eine Position nach vorn. Ein kurzfristiger Kniff, der hervorragend funktionierte, aber keine dauerhafte Lösung sein soll.
Nun stehen mit den Neuzugängen Philip Otele vom FC Basel und Albert Grønbæk von Stade Rennes zwei frische Alternativen bereit. Beide können die linke Seite übernehmen, bringen jedoch deutlich unterschiedliche Profile mit.
Otele überzeugt im Training – Grønbæk als taktische Alternative
Polzin zeigt sich besonders vom vom Nigerianer sichtbar angetan: "Philip ist topfit. Im Training zeigte er bereits die Durchschlagskraft nach vorne, die wir uns von ihm versprechen. Er macht viele Wege und hat viele Aktionen. Er steht für das Unberechenbare." Der Nigerianer bringt Tempo, Tiefgang und starke Eins-gegen-eins-Qualitäten mit und könnte dem HSV-Spiel auf der linken Seite genau jene Dynamik verleihen, die zuletzt gefehlt hat - insbesondere ohne Dompé.
Doch auch Albert Grønbæk bleibt eine ernsthafte Option. Der Däne ist kein klassischer Flügelspieler, sondern fühlt sich im Halbraum wohl, ähnlich wie Fabio Vieira auf der rechten Seite. Er könnte mit seiner Ball- und Kombinationssicherheit gegen den wohl tiefstehenden 1. FC Heidenheim wertvolle Impulse setzen.
Die derzeitige Tendenz spricht dennoch für Philip Otele. Er verkörpert das direkte, vertikale Element, das Trainer Merlin Polzin fordert. Außerdem präsentiert er sich sowohl körperlich als auch spielerisch in überzeugender Verfassung. Seine Qualitäten würden das spielstarke Element von Fabio Vieira auf der gegenüberliegenden Seite ideal ergänzen. Vieles deutet daher darauf hin, dass Otele in Heidenheim sein Bundesliga-Startelfdebüt feiern wird.
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