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Diomande und Vini entlarven Real: Madrids gefährliches Spiel mit seinem Image

Am Ende hat Real Madrid sowohl bei Yan Diomande und Vinicius Jr. seinen Willen bekommen – der Weg dorthin muss jedoch Sorgen machen.
Bei Real Madrid hat eine neue Zeitrechnung begonnen
Bei Real Madrid hat eine neue Zeitrechnung begonnen | Kristian Skeie - UEFA/GettyImages

Real Madrid ist noch immer der größte Fußballverein der Welt – auch wenn das Image vor allem in der letzten Saison einige Schrammen abbekommen hat. Schlagzeilen von nie enden wollendem Drama dominierten die Berichterstattung rund um die Königlichen.

Den Höhepunkt erreichten die internen Querelen dann mit der Prügelei zwischen Fede Valverde und Aurélien Tchouaméni. Und als wäre das nicht alles schon genug gewesen, holte Präsident Florentino Pérez am Saisonende auch noch zu einem medialem Rundumschlag aus und griff Schiedsrichter, den FC Barcelona und die spanische Liga an.

Man erlebte quasi live mit, wie sich der stolze Klub selbst zerfleischte. Doch nach den Präsidentschaftswahlen sollte eine neue Zeitrechnung eintreten. Mit José Mourinho ist ein Trainer da, der auf Disziplin setzt und die Königlichen in die Spur bringen soll. Doch die Folgen der letzten Saison reichen tiefer.

Kein Spieler ist größer als der Verein – eigentlich

Das wurde bei den Sagen von Yan Diomande und Vinicius Jr. deutlich. Ja, bei beiden bekam Real am Ende seinen Willen, der Weg dorthin bereitet jedoch Sorgen. Denn Madrid scheint sich in diesem Sommer selbst verloren zu haben – genauso wie seine Grundsätze.

Seit jeher galt bei Real das Credo, dass kein Spieler größer ist als der Verein. Aus diesem Grund mussten einst auch Cristiano Ronaldo und Sergio Ramos gehen, weil sie die Vertragsangebote nicht annahmen. Die Botschaft war klar: Man macht keine Ausnahmen – auch nicht für die absoluten Superstars.

Bei Vini verhielt sich Real anders. Über Monate wurde hart verhandelt, Real wollte sein Gehaltsangebot von 22 Millionen Euro pro Jar partout nicht erhöhen. Doch dann trat der FC Arsenal plötzlich auf den Plan und Real knickte unter dem Druck ein.

Zwar wird Vini nicht ganz die von ihm geforderten 30 Millionen verdienen, doch die Blancos werden ihr Angebot noch einmal aufgebessert haben müssen, aus Angst den Brasilianer an die Gunners zu verlieren.

Anstatt die Bedingungen zu bestimmen, hat sich Real zum Spielball machen lassen. Vini kam das Interesse von Arsenal vermutlich gerade recht, denn so konnte er plötzlich die Bedingungen diktieren – und nicht andersrum.

Dieser Vorgang sollte Sorgen machen. Denn auch bei Cristiano Ronaldo damals gab es viele Angebote. Doch ließ sich Real dort so unter Druck setzen wie jetzt von Vini? Nein. Stattdessen zog man eine klare Linie und setzte CR7 ein Ultimatum. Als dieser das Angebot dann nicht annahm, verkaufte Real ihn einfach.

Eins führt zum anderen

Das ist nicht nur gutes Business, sondern unterstrich damals erneut, dass kein Spieler größer als der Verein ist – nicht einmal Cristiano Ronaldo.

Bei Vini hingegen verpasste es Real resolut aufzutreten, sondern ließ sich vom Brasilianer am Ende auf der Nase herumtanzen. Für den Brasilianer warf Madrid seine Prinzipien über Bord und das eigentlich ohne Grund.

Schließlich hätte Real mit den zu erwartenden 150 bis 160 Millionen Euro auf Nachfolgersuche gehen können. Doch hier kommen wir zum nächsten Problem: Dem Auftritt der Königlichen in Transferverhandlungen.

Leipzig spielt mit Madrid

Yan Diomande ist mittlerweile zwar endlich ein Spieler von Real Madrid, der Weg dorthin war jedoch ein steiniger. Über Wochen zogen sich die Verhandlungen mit RB Leipzig bis endlich Vollzug gemeldet wurde.

Nun ist es nichts Neues, dass sich solche Blockbuster-Transfers eine Zeit hinziehen. Dasselbe sah man auch bei Elliot Andersons 135-Millionen-Wechsel von Nottingham Forest zu Manchester City.

Doch wie auch schon bei Vini, ließ sich Madrid auch von RB Leipzig die Bedingungen diktieren. Dass die Sachsen zwischenzeitlich ein Angebot der Madrilenen einfach ignorierten spricht in diesem Fall Bände.

Yan Diomande
Yan Diomande ist endlich Teil von Real Madrid | Sara Gordon/GettyImages

Am Ende erfüllte Real die Forderungen der Leipziger – und machte Diomande zum neuen Rekordtransfer der Klubgeschichte, sollte ein Großteil der Boni erreicht werden, wovon auszugehen ist.

Eigentlich hätten in der spanischen Hauptstadt die Alarmglocken schrillen müssen, als Paris Saint-Germain aus den Verhandlungen ausstieg, da ihnen die finanziellen Forderungen der Roten Bullen zu hoch waren – und wenn selbst PSG das sagt, der Klub, der in der Vergangenheit 222 Millionen Euro für Neymar und 180 Millionen für Kylian Mbappé bezahlte, dann hat das etwas zu bedeuten.

Ein gefährliches Spiel

Doch Real blieb stur und spielte RB damit in die Hände. Stur ist dabei ein gutes Stichwort: Denn damit landen wir automatisch bei Florentino Pérez.

Der Präsident hat nicht nur das Image des Klubs mit seinen wirren Pressekonferenzen und Interviews massiv beschädigt, sondern zeigte bei seinen Aussagen auch eine bemerkenswerte Uneinsichtigkeit an den Tag.

Eigene Fehler oder Verfehlungen seiner Spieler räumte er nicht ein, stattdessen scheint er von der Idee besessen zu sein, bei Real die neuen Galacticos zu erschaffen – koste es, was es wolle.

Dafür ist er bereit, Risiken einzugehen, und Zugeständnisse zu machen, die es früher in dieser Form von ihm nicht gab. Angesichts des fragilen Kadergebildes ist das ein gefährliches Spiel, was Pérez da spielt.

Florentino Perez
Auf Florentino Pérez sind längst nicht mehr alle Madridistas positiv zu sprechen | Europa Press Sports/GettyImages

Real wirkt aktuell schlicht verzweifelt, das zeigen die Vorgänge rund um den Diomande-Transfer und die Vini-Verlängerung eindeutig. Diese Verzweiflung könnten früher oder später weitere Spieler ausnutzen, denn dass Jude Bellingham, Mbappé & Co. die Verhandlungen rund um Vini aufmerksam verfolgt haben, ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.

Und andere Vereine werden sich bei Leipzig ganz genau abgeschaut haben, wie die Roten Bullen in den Verhandlungen mit den Königlichen aufgetreten sind. Denn eins wurde bei dem Diomande-Poker deutlich: Das Image des unnahbaren Klubs haben die Königlichen nicht mehr. Und der Verlust von diesem Status könnte in Zukunft noch teuer werden – sowohl für Pérez als auch den gesamten Verein.


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