Es geht für den 57-jährigen Didier Deschamps bei seinem letzten Turnier als Nationalcoach um die perfekte Ausgewogenheit im Kader. Superstars wie Kylian Mbappé oder das Bayern-Duo Michael Olise und Dayot Upamecano haben ihr Ticket sicher, doch aufgrund der enormen Dichte an Spitzenkräften müssen einige prominente Namen zuschauen. Die nicht nominierten Akteure bilden eine Mannschaft, die wohl selbst zu den Titelanwärtern zählen würde.
Hier ist die französische Top-Elf der Daheimgebliebenen:
Torwart: Lucas Chevalier

Der 24-Jährige durchlebt aktuell eine sportliche Talfahrt. Bei Paris Saint-Germain verlor er zu Jahresbeginn seinen Stammplatz an Matvey Safonov und stand seitdem nicht mehr zwischen den Pfosten. Mit dem Verlust der Spielpraxis im Verein büßte er folgerichtig auch seinen Status im Nationalteam ein. Ein Sommer-Wechsel in die Premier League könnte für ihn nun zum Ausweg werden.
Rechter Verteidiger: Benjamin Pavard

Für den Weltmeister von 2018 reiht sich aktuell Rückschlag an Rückschlag. Seine Leihe zu Olympique Marseille verlief durchwachsen, die Franzosen werden die Kaufoption in Höhe von 15 Millionen Euro nicht ziehen. Da auch Stammverein Inter Mailand ohne ihn plant, steht der 30-Jährige vor einer ungewissen Zukunft. Für die Équipe Tricolore kam Pavard letztmals im November 2024 zum Einsatz.
Innenverteidiger: Pierre Kalulu

Während andere aus Leistungsgründen fehlen, ist die Nicht-Nominierung von Kalulu durchaus bitter. Bei Juventus Turin ist der Abwehrmann ein absoluter Dauerbrenner und absolvierte in dieser Saison wettbewerbsübergreifend 47 Einsätze. Bei den Länderspielen im März stand er gegen Kolumbien noch über die vollen 90 Minuten auf dem Rasen, für das endgültige WM-Aufgebot reichte es am Ende dennoch nicht.
Innenverteidiger: Wesley Fofana

Nach einer von massiven Verletzungen geprägten Zeit konnte sich der 25-Jährige beim FC Chelsea in dieser Saison endlich stabilisieren und kam regelmäßig zum Einsatz. Trotz seiner ansteigenden Formkurve und 23 Premier-League-Spielen wurde er nicht berücksichtigt – seine letzte Nominierung für die A-Nationalmannschaft datiert aus dem Juni 2023. Intern gilt er bei den Londonern im Sommer zudem als möglicher Verkaufskandidat.
Linker Verteidiger: Castello Lukeba

Das erst 23-jährige Abwehr-Juwel von RB Leipzig hat sich in der Bundesliga fest etabliert und 2024 Olympia-Silber geholt. Trotz herausragender Leistungen und des Interesses europäischer Topklubs kommt Lukeba an der enormen Konkurrenz in der französischen Defensive derzeit noch nicht vorbei. Bislang steht für ihn lediglich ein A-Länderspiel aus dem Oktober 2023 zu Buche.
Zentrales Mittelfeld: Eduardo Camavinga

Er ist die wohl größte Überraschung unter den Streichkandidaten. Der Star von Real Madrid verpasst das Turnier, nachdem er 2022 noch im WM-Finale stand. Deschamps begründete die Entscheidung mit einer verletzungsgeplagten und schwierigen Saison des 23-Jährigen, der bei den Königlichen oft nur rotierte. Nach seinem Platzverweis im Champions-League-Aus gegen die Bayern erlebte er zuletzt eine bittere Phase.
Zentrales Mittelfeld: Khéphren Thuram

Während sein Bruder Marcus für den Sturm nominiert wurde, muss Khéphren den Sommer auf der Couch verbringen. Nach seinem Wechsel zu Juventus Turin bestritt der physisch starke Mittelfeldspieler zwar über 40 Partien, wird aktuell jedoch von einer hartnäckigen Muskelüberlastung ausgebremst.
Zentrales Mittelfeld: Corentin Tolisso

Der Weltmeister von 2018 erlebt nach seinem Bayern-Abschied einen bemerkenswerten zweiten Frühling. Bei seinem Ausbildungsverein Olympique Lyon führt der 31-Jährige die Mannschaft nicht nur als Kapitän an, sondern glänzt völlig überraschend auch als Torjäger. Mit elf Toren in der Ligue 1 (13 Pflichtspieltore insgesamt) ist er der gefährlichste Schütze seines Teams – für ein Comeback bei Deschamps reichte diese Fabel-Saison dennoch nicht.
Rechter Flügel: Christopher Nkunku

Die Karriere des Offensivmanns ist seit seinem Wechsel nach Italien kräftig ins Stocken geraten. Bei der AC Mailand kam der ehemalige Leipziger in dieser Serie-A-Saison meist nur als Rotationsspieler und Joker zum Einsatz. Seine Ausbeute von sechs Toren und drei Vorlagen in 30 Ligaspielen reichte nicht aus, um sich für das hochkarätig besetzte französische Aufgebot zu empfehlen.
Linker Flügel: Kolo Muani

Nach seiner Leihe von Paris Saint-Germain zu Tottenham Hotspur erlebte der 27-Jährige eine sportlich unglückliche Spielzeit in England. Ein mageres Tor in 28 Premier-League-Einsätzen spiegeln seine aktuelle Formkrise wider. Im März durfte er gegen Kolumbien noch für 27 Minuten ran, nun fiel der ehemalige Frankfurter endgültig aus dem Raster für die Weltmeisterschaft.
Mittelstürmer: Eli Junior Kroupi

Der erst 19-Jährige ist der absolute Shootingstar der Premier League. Mit starken zwölf Toren für den AFC Bournemouth zog er die Blicke der internationalen Top-Klubs auf sich und besticht durch enorme Abschlussstärke. Für das WM-Turnier kommt der junge U21-Nationalspieler im elitären Kreis der französischen Offensive aber noch einen Tick zu früh.
Bitteres Verletzungs-Drama: Hugo Ekitike
Einer, der nicht aus Leistungsgründen, sondern durch riesiges Pech fehlt, ist Hugo Ekitike. Der Angreifer des FC Liverpool zog sich im Champions-League-Viertelfinale gegen Paris Saint-Germain ohne gegnerische Einwirkung einen schweren Achillessehnenriss zu. Er fällt monatelang aus und verpasst damit nicht nur den Saisonendspurt, sondern auch den großen Traum von der Weltmeisterschaft.
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