Der VfB Stuttgart hat in diesem Sommer bislang kaum Abgänge zu verzeichnen; im Grunde ist im Vorgleich zum Vorjahr nur Pascal Stenzel nicht mehr im Profikader dabei. Weil mit Dzenan Pejcinovic, Leo Sauer und Grischa Prömel aber drei Neuzugänge kamen, wird es ein größeres Hauen und Stechen um Spielzeit geben.
Wir zeigen, wer an Minuten einbüßen dürfte:
1. Atakan Karazor

Vom Kapitän zum Rotationsspieler? Dieses Schicksal scheint Atakan Karazor in der anstehenden Spielzeit zu drohen. Auf der Doppel-Sechs des
VfB Stuttgart ist Angelo Stiller felsenfest gesetzt. Daneben hat derzeit wohl Grischa Prömel die Nase vorn, Sebastian Hoeneß sprach zuletzt ein großes Lob an den Neuzugang aus. Auch Chema schrieb im letztjährigen Endspurt durch überzeugende Leistungen nochmal eine Empfehlung für mehr Spielzeit aus.
Doch mit Sicherheit wird Karazor trotz starker Konkurrenz regelmäßig auf seine Einsätze, auch von Beginn an, kommen - nur wahrscheinlich nicht mehr so regelmäßig, wie in der Vergangenheit. Ein weiteres Thema rundum Karazor: Es ist noch unsicher, ob der 29-jährige Routinier bei den Schwaben auch in der kommenden Spielzeit die Binde tragen wird. Als heißer Nachfolge-Kandidat für das Amt gilt Deniz Undav.
2. Jeremy Arevalo

Spätestens die 25-Millionen-Verpflichtung von Dzenan Pejcinovic sollte verdeutlicht haben, dass die VfB-Verantwortlichen noch kein Vertrauen in die Bundesliga-Tauglichkeit von Jeremy Arevalo haben. Im Schwabenland sieht man das ecuadoreanische Talent ohnehin als Langzeitprojekt (Vertrag bis 2031).
Gegen den absoluten Elite-Sturm mit Deniz Undav, Ermedin Demirovic und Pejcinovic hat der 21-Jährige aktuell noch keine Chance. Deshalb bahnt sich eine Leihe ins Ausland an, als konkrete Interessenten werden unter anderem Getafe, Alaves und Lens gehandelt. Sollte sich allerdings bis zum Deadline Day nichts mehr tun, wird es für Arevalo äußerst schwierig, beim VfB auf seine Minuten zu kommen.
3. Ameen Al-Dakhil

Der Belgier ist im aktuellen VfB-Kader die nominelle Nummer sechs unter den Innenverteidigern. Vor ihm stehen Jeff Chabot, Ramon Hendriks, Finn Jeltsch, Dan-Axel Zagadou und Luca Jaquez - eine Menge Qualität. Trotz Dreifachbelastung und flexibler Ausrichtung, die teilweise auf drei Innenverteidiger in der Startelf baut, dürfte Al-Dakhil auf nicht viel mehr Spielzeit kommen als in der Vorsaison - da waren es 376 Minuten auf acht Bundesliga-Spiele verteilt. Nur eine kleine Verletzungsmisere könnte den 24-Jährigen wieder ins Spiel bringen.
4. Josha Vagnoman

Bei Josha Vagnoman war in der Vergangenheit zwischen Genie und Wahnsinn so ziemlich alles dabei, doch an Konstanz mangelte es dem Kraftpaket über weite Strecken. Deshalb scheinen die VfB-Verantwortlichen auch bereit, den zweifachen deutschen Nationalspieler bei einem passenden Angebot (etwa zehn Millionen Euro) abzugeben. Denn: In der Vorbereitung hat sich Nikolas Nartey mit starken Performances als Starelf-Option für die rechte Verteidigung herauskristallisiert. Außerdem setzen die Schwaben gerne Jamie Leweling auf der rechten Schiene ein, wenn sie mit Dreierkette agieren.
Deshalb wird es für die weiteren Rechtsverteidiger im Kader auch eng: Lorenz Assignon wird sich nach seiner Schulterverletzung neu beweisen müssen. Und noch schwieriger wird es Leonidas Stergiou haben, bei dem es Interesse aus der Schweiz geben soll - ein Abgang ist wahrscheinlich.
5. Lazar Jovanovic

Gute Vorbereitung, wenig Spielzeit? Die Situation um Lazar Jovanovic ist kompliziert. Zwar hat der Dribbelkünstler in den Testspielen mit einer Vielzahl an Scorern auf sich aufmerksam gemacht, jedoch gibt es noch Dinge, bei denen Sebastian Hoeneß Luft nach oben sieht - in etwa seine Verspieltheit und das dazugehörige Abspielverhalten.
Zudem ist die Offensive der Stuttgarter extrem gut bestückt: Unter anderem Bilal El Khannouss, Tiago Tomas und der zuletzt formverbesserte Badredine Bouanani wären da zu nennen. Trotzdem besitzt der Flügelspieler das Potenzial, eine der großen VfB-Überraschungen der Saison zu werden. Bei einem Verbleib sollten zumindest deutlich mehr Einsatzminuten als noch im Vorjahr (124) zustande kommen. Vielleicht kommt es aber auch zu einer Leihe, um bei entsprechender Entwicklung ab nächstem Jahr fest mit dem 19-Jährigen zu planen. Sein Arbeitspapier läuft noch bis 2029.
