Die Zahlen zum Boey-Fiasko: Bayern droht fettes Minusgeschäft
Von Niclas Hergt

Sacha Boey wird den FC Bayern München noch in diesem Winter verlassen. Zwei Jahre nach seiner Ankunft in München ist sein Kapitel in Deutschland damit schon wieder vorbei. Zumindest vorerst. Übereinstimmende Medienberichte melden, dass der Franzose mit sofortiger Wirkung zu seinem alten Klub Galatasaray zurückkehrt.
Nach Informationen von Sky-Transferinsider Florian Plettenberg handelt es sich um eine Leihe mit Kaufoption. Die Leihgebühr soll rund eine halbe Million Euro betragen. Um Boey im Sommer fest zu verpflichten, müsste Cimbom eine Ablösesumme von etwa 15 Millionen Euro zahlen.
Zudem übernimmt Galatasaray laut Transfer-Guru Fabrizio Romano das komplette Gehalt von Boey. Der Rechtsverteidiger befindet sich bereits auf dem Weg in die Türkei, wo er noch am heutigen Donnerstag den Medizincheck absolvieren soll. Weil in der Türkei das Winter-Transferfenster bis zum 6. Februar geöffnet ist, ist der Deal problemlos möglich.
Boey-Fehlgriff kostet Bayern Millionen
Sportlich können die Bayern den Abgang verkraften. Finanziell allerdings würde ein Abschied im Sommer deutlich schmerzen, denn der Rekordmeister hatte im Winter 2024 eine wesentlich höhere Ablöse investiert. Damals kam Boey für beachtliche 30 Millionen Euro von Galatasaray an die Isar. Diese Summe hätte durch Boni noch etwas weiter steigen können - die erforderlichen Einsatzzeiten hatte Boey in München aber nicht absolviert.
Sein Jahresgehalt soll bei rund drei Millionen Euro liegen – insgesamt kostete der Rechtsverteidiger bislang also ein Paket von etwa 36 Millionen Euro.
Sollte Boey den Klub im Sommer verlassen, würde Bayern damit rund 20 Millionen Euro Verlust machen. Ein kostspieliger Fehlgriff, denn der Franzose war als Hoffnungsträger für die rechte Abwehrseite verpflichtet worden und sollte dort endlich für Stabilität sorgen.
Die Realität sah jedoch anders aus: Wiederkehrende Verletzungen warfen Boey immer wieder zurück, und selbst in den wenigen Phasen, in denen er fit war, konnte er die Erwartungen nicht erfüllen. In zwei Jahren kam er lediglich auf 38 Pflichtspieleinsätze für die Münchner. Eine Bilanz, mit der sich die einstige Investition nicht ansatzweise rechtfertigen ließ.
Warum Boeys Abschied kaum weh tut – außer beim Blick auf die Zahlen
Sportlich verschmerzt der deutsche Rekordmeister den Abgang des 25-Jährigen ohne größere Probleme. Auf der rechten Seite sind mit Josip Stanisic und Konrad Laimer zwei klare Stammkräfte gesetzt, während selbst der vielseitige Tom Bischof Boey zuletzt in der Rangordnung überholte. Dazu drängen junge Talente nach, die perspektivisch weitere Optionen bieten.
Unterm Strich verliert Bayern - vorausgesetzt, Galatasaray zieht die Kaufoption - also keinen prägenden Spieler, sondern einen Profi, der nie wirklich angekommen ist. Bitter bleibt der Fall dennoch, denn finanziell kommt Boeys Kapitel die Münchner teuer zu stehen.
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