Am Ende standen für Aleksandar Pavlovic in seinem elften Startelf-Einsatz im elften Spiel dieser Champions-League-Saison eine Passquote von 92 Prozent bei 78 gespielten Pässen, 88 Ballkontakte und eine Torschussvorlage. Knapp über die Hälfte seiner 15 Zweikämpfe entschied er für sich.
Keine ungewöhnlichen Statistiken für das Bayern-Eigengewächs, das in dieser Saison an der Seite von Joshua Kimmich in den wichtigen Spielen gesetzt ist. Und doch war es für 'Aleks' Pavlovic ein besonderer Dienstagabend.
Erst fahrig, dann gewohnt stark
"Da gab es drei, vier Fehlpässe, die ich in meinem ganzen Leben nicht gespielt habe."Aleks Pavlovic
Für seinen Jugendklub hat der neunfache deutsche A-Nationalspieler jetzt 92 Pflichtspiele absolviert. Pavlovic ist längst nicht nur angekommen bei den Profis, sondern voll etabliert. Auch im DFB-Team gilt er als einer der Hoffnungsträger für die anstehende WM.
Warum das so ist, zeigte der 21-Jährige in der zweiten Halbzeit gegen Real Madrid. Ungewöhnlich nervös und fahrig war Pavlovic in den ersten 45 Minuten noch in dieses Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse gestartet. "Mit meiner ersten Halbzeit bin ich nicht so zufrieden. Da gab es drei, vier Fehlpässe, die ich in meinem ganzen Leben nicht gespielt habe", meinte er im Anschluss selbstkritisch. Insgesamt waren es sogar sechs Fehlpässe, die er teils unbedrängt und sichtlich nervös spielte.
"Es ist Meckern auf hohem Niveau, aber wenn man jeden Tag besser werden will, muss man das beachten", so Pavlovic, der in Durchgang zwei maßgeblich für den 2:1-Auswärtssieg war. Direkt nach der Pause luchste der defensive Mittelfeldspieler Real-Linksverteidiger Alvaro Carreras gedankenschnell den Ball ab und leitete so das zwischenzeitliche 2:0 durch Harry Kane ein. Danach strahlte Pavlovic die gewohnte Ruhe und Ballsicherheit aus. Und war auch in der Defensivarbeit aufmerksam.
"Dann habe ich einfach antizipiert und bin im richtigen Moment hingekommen. Und hab dann einfach Michael den Ball gegeben, der soll dann machen", sagte Pavlovic zu seinem Ballgewinn vor dem 2:0.
Keine Schuld am Anschlusstreffer
Als den Königlichen durch Kylian Mbappé in der 74. Minute der Ausgleich gelang, wurde bei Amazon Prime von der Expertenrunde zunächst Pavlovic' Mitschuld am Gegentreffer diskutiert. Blick man auf die Szene in der Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold im Rücken des 21-Jährigen in die Tiefe läuft und im Anschluss mustergültig in die Mitte flankt, wird aber schnell deutlich, dass der FCB-Youngster dabei keine Chance hatte, das Gegentor zu verhindern.
Wenn überhaupt hätte einer seiner Mitspieler TAA aufnehmen können. Innenverteidiger Jonathan Tah etwa hätte womöglich einen Tick eher aus dem Zentrum herausrücken können. Doch Weltmeister Chris Kramer formulierte es richtig: Man muss bei einem Tor nicht immer den Abwehrfehler suchen. Manchmal kann man auch einfach anerkennen, dass es stark herausgespielt wurde, erklärte er sinngemäß.
Pavlovic muss bei der WM gesetzt sein
Die Szene unterstrich jedenfalls, dass man sich in München vor dem Rückspiel nächsten Mittwoch in der heimischen Allianz Arena nicht zu sicher sein darf. Die Bayern waren zwar die bessere Mannschaft, Real Madrid kann aber in jeder Szene gefährlich werden.
Pavlovic formulierte es nüchtern: "Jetzt heißt es, sich gut vorbereiten auf das Rückspiel." Auf die Leistung im Bernabeu könne die Mannschaft aber stolz sein.
Die deutschen Fußballfans können derweil froh sein, in Pavlovic einen WM-Hoffnungsträger in den DFB-Reihen zu wissen. In der Form der zweiten Halbzeit muss der 21-Jährige auch im DFB-Team klar gesetzt sein!
