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Die größten Transfer-Fehler von Werder Bremen unter Clemens Fritz

Seit Jahren sorgt die Transferpolitik von Werder Bremen vielerorts für verständnislose Gesichter. Insbesondere Clemens Fritz steht immer wieder in der Kritik. Ein Blick auf einige Verpflichtungen zeigt: zurecht.
VonFabian Küpper
Clemens Fritz ist bei Werder seit sechs Jahren im operativen Geschäft tätig
Clemens Fritz ist bei Werder seit sechs Jahren im operativen Geschäft tätig | Selim Sudheimer/GettyImages

Die Arbeit als Sportchef ist eine schwere, vor allem, wenn man wie im Fall von Clemens Fritz das Erbe von Frank Baumann antreten muss. Nach dem Betriebsunfall namens Abstieg 2021/22 brachte der heutige Sportvorstand des FC Schalke 04 den SV Werder Bremen mit klugen Transfers wieder auf die richtige Spur.

2024 dann nahm Baumann seinen Hut und Fritz, der zuvor lediglich als Leiter des Lizenzspielerbereich gearbeitet hatte, wurde sein direkter Nachfolger – und fuhr im Anschluss einige teilweise sehr wilde Transferphasen.

Unter seiner Ägide ging es für Werder schrittweise bergab, mit der letzten Saison als negativen Höhepunkt. Nur hauchdünn retteten sich die Grün-Weißen und schafften als Tabellen-15. gerade so den Klassenerhalt.

Hier trat das Missmanagement von Clemens Fritz bei der Kaderplanung besonders hervor, doch auch schon zuvor sammelte der 45-Jährige einige Nieten auf dem Transfermarkt. Wichtig: Wir nehmen hier nur Bezug auf Fritz' Transfers, seit er als Fußball-Geschäftsführer tätig ist.

5. Skelly Alvero

Alvero konnte sich bei Werder nie durchsetzen
Alvero konnte sich bei Werder nie durchsetzen | Jürgen Fromme - firo sportphoto/GettyImages

Der zweitteuerste Transfer von Clemens Fritz, seitdem er als Fußball-Geschäftsführer bei Werder tätig ist. 4,75 Millionen Euro überwies Werder an Olympique Lyon – aus heutiger Sicht eine komplette Fehlinvestition.

Alvero ist zwar mit 2,02 Metern ein echter Riese, doch half ihm das nicht, sich bei Werder durchzusetzen. In zweieinhalb Jahren brachte er es nur auf 20 Pflichtspiele für Werder und konnte seine Ablöse so niemals rechtfertigen. Auch eine Ausleihe zum SC Amiens in der letzten Saison verkam zum Flop, weshalb Alveros Marktwert von einst vier Millionen Euro auf eine Millionen Euro gesunken ist.

Gleichzeitig gelang es Werder nicht, den Franzosen im Sommer abzugeben, sodass er zu einem echten Ladenhüter verkommen ist, der maximal noch einen Bruchteil seiner ursprünglichen Summe einspielen wird.

4. André Silva

Erlebte eine schwierige Zeit in Bremen: André Silva
Erlebte eine schwierige Zeit in Bremen: André Silva | DeFodi Images/GettyImages

Eine der ersten Leihen, die Clemens Fritz tätigte und die keinen Erfolg brachte. Der Portugiese war nach einer Leihe zu Real Sociedad zurück bei RB Leipzig, brachte bei den Roten Bullen jedoch kein Bein auf den Boden.

Also schlug Bremen im Winter 2024 per Leihe zu, mit der Hoffnung, dass Silva seinen Torriecher wiederfinden würde. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Der Portugiese traf in acht Pflichtspielen für die Grün-Weißen nur einmal – und das per Elfmeter.

Es sollte im übrigen Silvas letztes Tor in der Bundesliga sein. Nach der enttäuschenden Leihe zu Bremen verkaufte Leipzig Silva für eine Million Euro an den FC Elche, wo er seinen Torriecher wiederfand.

3. Maximilian Wöber

Maxi Wöber fiel den Großteil seiner Werder-Zeit aus
Maxi Wöber fiel den Großteil seiner Werder-Zeit aus | DeFodi Images/GettyImages

Einer der Transfers, für die Clemens Fritz am meisten Kritik einstecken musste. Wöber wurde als möglicher Abwehrchef von Leeds United ausgeliehen, fiel jedoch nahezu die komplette Saison verletzt aus.

Die Verpflichtung des Österreichers war ein typischer High Risk, High Reward-Transfer, der am Ende jedoch komplett nach hinten losging.

Die Tatsache, dass Fritz außer ihm in jenem berüchtigten Transfersommer 2025 keinen weiteren Innenverteidiger holte, auch nachdem klar war, dass Wöber monatelang ausfiel, setzte dem ganzen Drama dann die Krone auf.

2. Samuel Mbangula

Wurde der hohen Ablöse nicht gerecht: Samuel Mbangula
Wurde der hohen Ablöse nicht gerecht: Samuel Mbangula | DeFodi Images/GettyImages

Mit diesem Deal wollte Werder nach einer zuvor guten Saison zeigen, dass man wieder oben angreifen will. Zehn Millionen Euro ließ sich Bremen Mbangula kosten, der zum zweitteuersten Einkauf der Vereinsgeschichte avancierte.

Zurückzahlen konnte der Belgier die Summe nicht, auch weil er zunächst von Trainer Horst Steffen komplett falsch eingesetzt wurde. Doch auch unter Daniel Thioune konnte Mbangula nicht überzeugen und wurde des Öfteren von Thioune kritisiert.

Sein Abgang im Sommer passte dann auch wieder zur konfusen Kaderplanung von Fritz. Eigentlich sollte Mbangula nämlich bleiben, doch weil Werder Budget benötigte, um auf die Verletzung von Jens Stage zu reagieren, wurde der Belgier doch noch verliehen.

Immerhin: Sollte der FC Bologna die vereinbarte Kaufoption in Höhe von zwölf Millionen Euro ziehen, hätten die Grün-Weißen wenigstens Plus gemacht.

1. Victor Boniface

Boniface blieb für Werder ohne Treffer
Boniface blieb für Werder ohne Treffer | picture alliance/GettyImages

Der Gipfel. Die Verpflichtung von Boniface stand sinnbildlich für die konfuse Kaderplanung von Clemens Fritz in der letzten Saison. Der Nigerianer kam am Deadline Day in aller Eile, obwohl er zuvor bereits bei der AC Mailand wegen Knieproblemen durch den Medizincheck gefallen war.

Diese Probleme begleiteten Boniface auch in Bremen. Der Nigerianer war nie wirklich fit und austrainiert, sondern immer wieder verletzt und wirkte auch nach Monaten noch wie ein Fremdkörper im Bremer Spiel. Am Ende erzielte Boniface kein einziges Tor für die Grün-Weißen und ging als einer der größten Transferflops aller Zeiten in die Geschichte ein.


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