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Die Bestia Negra ist wieder da: 4 Erkenntnisse zum Bayern-Sieg gegen Real

Mit 2:1 gewannen die Bayern gegen Real Madrid – ein Sieg, der durchaus noch höher hätte ausfallen können und bei dem es vor allem zwei Protagonisten gab. Die Erkenntnisse zum Spiel.
Bayern München gewann verdient gegen Real
Bayern München gewann verdient gegen Real | Eurasia Sport Images/GettyImages

Es war ein atemberaubendes Spiel, dass Bayern München und Real Madrid am Dienstag boten und hatte eher Final- als Viertelfinalcharakter. Es ging rauf und runter, beide Mannschaften erspielten sich hochkarätige Torchancen.

Am Ende stand für die Bayern der erste Sieg im Bernabeu nach der regulären Spielzeit seit 2001 – obwohl sie in der Schlussphase nach dem Anschlusstreffer von Kylian Mbappé noch einmal ordentlich zittern mussten. Dabei fielen einige Dinge auf – sowohl positive als auch negative.

Erkenntnis 1: Manuel Neuer ist immer noch Weltklasse

Viel wurde in den letzten Wochen über den mittlerweile 40-Jährigen geschrieben. Ob Neuer nach den vielen Verletzungen noch immer die Qualität hätte. Ob Bayern sich wirklich einen Gefallen damit tun würde, wenn sie den Vertrag mit Neuer nochmal verlängern.

Nach dem Spiel gegen Real muss man sagen: Neuer kann es immer noch – und wie! Vor allem in der zweiten Halbzeit parierte er mehrmals glänzend und brachte so die Real-Stars um Mbappé und Vinicius Jr. reihenweise zur Verzweiflung.

Neuers insgesamt neun Paraden waren die meisten für einen Torhüter in einer K.o.-Runde gegen Real Madrid seit Beginn der detaillierten Datenerfassung (via Opta)!

Manuel Neuer
Manuel Neuer wurde völlig verdient zum Man of the Match gekürt | Fran Santiago - UEFA/GettyImages

Der Kommentator bei Amazon Prime sagte im Verlauf des Spiels, dass ihn die Leistung Neuers an dessen Leistung gegen den FC Porto 2008 erinnere. Damals lieferte dieser das wohl beste Spiel eines Torhüters in der Champions League ab. Bis heute ist seine Note aus dem Spiel die höchste, die jemals ein Keeper in der Königsklasse bekam. Dass diese Vergleiche bemüht werden zeigt, wie außergewöhnlich Neuers Leistung war.

Es zeigte auch einmal mehr: In den größten Momenten kommt es auf die größten Spieler an – und Neuer gehört auch mit 40 Jahren immer noch dazu.

Erkenntnis 2: Michael Olise ist einfach unfair

Die große Achillesferse bei Real Madrid ist bekanntermaßen die Linksverteidiger-Position. Weder Ferland Mendy, noch Fran Garcia oder Neuzugang Alvaro Carreras konnten diese bislang konsequent beheben.

Für Michael Olise also ein gefundenes Fressen. Der Franzose bekam es mit Carreras zu tun – und ließ diesen regelmäßig ins Leere laufen oder dribbelte ihn aus. Man musste fast schon Mitleid mit ihm haben, so chancenlos war er im Duell mit Olise.

Michael Olise
Ein häufiges Bild: Michael Olise zieht gegen Real nach innen | S. Mellar/GettyImages

Was beim Franzosen wieder auffiel: der Robben-ähnliche Spielstil. Mehrmals zog er in vollem Lauf in die Mitte, um den Abschluss zu suchen oder den Ball zu verteilen – und wie bei Robben konnte Real das kaum verhindern. Zwar fehlte am Ende das Tor, dennoch war Olise der Dreh- und Angelpunkt in der Offensive des deutschen Rekordmeisters.

Bisher wurde Olise immer vorgehalten, dass er noch keinen großen Spielen seinen Stempel aufgedrückt hat – das gehört jetzt der Vergangenheit an. Olise war der beste Spieler der Bayern und fast immer der Initiator von gefährlichen Angriffen. Zudem spielte er mit so viel Spielwitz und Drang nach vorne, dass ihn Real nie wirklich gebändigt bekam.

Spielt der 24-Jährige so weiter und führt Bayern tatsächlich zum Champions-League-Titel, dann darf er sich berechtigte Hoffnungen auf den Ballon d'Or machen.

Erkenntnis 3: Kompany muss sich anpassen

Durch den 2:1-Sieg bescherten die Bayern ihrem Trainer Vincent Kompany ein schönes Jubiläum. Der Belgier coachte sein Team im 100. Pflichtspiel zum 76. Sieg und hatte sein Team dabei zunächst herausragend eingestellt.

Die Münchner hatten das Heft des Handelns in der Hand und bestimmten das Geschehen. Wären sie etwas besser mit ihren Chancen umgegangen, dann hätte es zur Halbzeit auch schon gut und gerne 2:0 oder 3:0 stehen können.

Real Madrid v Bayern Munich - UEFA Champions League
Musste in der zweiten Halbzeit deutlich aktiver coachen: Vincent Kompany | Anadolu/GettyImages

Kompany muss sich vielmehr vorwerfen lassen, dass sein Team in der Schlussphase, nachdem Real das 1:2 erzielt hatte, streckenweise noch viel zu offensiv war. Mehrmals ergaben sich so Kontermöglichkeiten für die Königlichen, die diese zwar nicht nutzen konnten, aber dennoch alamierend sein sollten.

Dass Kylian Mbappé in der 90. Minute unbedrängt auf dein Tor laufen und am Sechzehnerrand abschließen kann, darf einfach nicht passieren. Es braucht hier defensive Anpassungen, insbesondere für Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic, die sich nach dem Anschlusstreffer zu oft mit nach vorne einschalteten und anschließend hinten fehlten.

Es ehrt Kompany und sein Team, dass sie immer auf ein weiteres Tor spielen wollen, in solch einem Spiel gegen solch einen Gegner muss der Belgier jedoch lernen, das Ergebnis auch über die Zeit zu bringen. Zu seiner Ehrenrettung sei allerdings auch gesagt, dass die Bayern in der Schlussphase gleich mehrere gute Konterchancen liegen ließen, mit denen sie das Spiel hätten entscheiden können.

Erkenntnis 4: Real Madrid darf man nie abschreiben

Nach dem schnellen 2:0 zum Start der zweiten Halbzeit hatte man eigentlich das Gefühl, dass Bayern Real an diesem Abend aus dem Bernabeu schießen könnte. Der deutsche Rekordmeister hatte das Geschehen vermeintlich im Griff und schien dem 3:0 näher als Real dem Anschlusstreffer.

Doch mit der Einwechslung von Jude Bellingham änderte sich das. Der Engländer veränderte die Statik des Spiels komplett. Plötzlich war Real zwingender und spielte sich eine ganze Reihe hochkarätiger Chancen heraus. Diese Drangphase überstanden die Bayern nur dank Manuel Neuer.

Real Madrid CF v FC Bayern München - UEFA Champions League 2025/26 Quarter-Final First Leg
Kylian Mbappé war ein stetiger Unruheherd | Europa Press Sports/GettyImages

Doch als Kylian Mbappé in der 74. Minute dann doch traf, war das Stadion angezündet und das Momentum endgültig gewechselt. Die Münchner hätten sich nicht beschweren dürfen, wenn sie sich noch den Ausgleich gefangen hätten, gleichzeitig kann Real auch froh sein, dass die Münchner die zahlreichen Konter, die sich ihnen gegen Spielende boten, so schlampig ausspielten.

Für das Rückspiel nächste Woche ist für die Königlichen also weiterhin alles drin. Und jeder weiß, dass Real in der Königsklasse so etwas wie der Endgegner ist. Ein Spiel gegen Madrid ist erst vorbei, wenn der Schiedsrichter auch wirklich abpfeift – bis dahin aber ist alles möglich. Bayern ist also für das Rückspiel gewarnt.

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