Was bleibt dann noch übrig? Hamann-Klartext zum blutleeren BVB

Didi Hamann legt den Finger beim BVB in die Wunde.
Didi Hamann legt den Finger beim BVB in die Wunde
Didi Hamann legt den Finger beim BVB in die Wunde / DeFodi Images/GettyImages
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Borussia Dortmund ist alles andere als überzeugend ins neue Jahr gestartet. Nach zuvor schon enttäuschenden Auftritten in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt (3:3) und den FC St. Pauli (3:2) folgte unter der Woche der größte Dämpfer in Form der herben 0:2-Pleite bei Tottenham Hotspur. Vor allem in der ersten Halbzeit war die Leistung des BVB blutleer.

Für Didi Hamann ist nun der Zeitpunkt gekommen, dass bei Schwarzgelb die Alarmglocken angehen sollten. "Das Spiel in der Bundesliga gegen St. Pauli hätte eigentlich ein Weckruf sein sollen, aber einige dachten wohl, dass es in London mit einem Schritt weniger geht", betonte er in seiner Sky-Kolumne.

"Die Niederlage war eine Folge fehlender Einstellung, sie haben einen verunsicherten Gegner stark gemacht. Ich war in London im Stadion, der BVB hat dort gegen eine Mannschaft, die mit Kolo Muani nur einen Lizenzspieler auf der Bank hatte, eine Riesenchance verpasst, unter die ersten Acht zu kommen", so Hamann, der gegen Tottenham ein Gesicht der Dortmunder sah, "was ich so von ihnen unter Kovac noch nicht gesehen hatte".

Eigentlich sei die Verlässlichkeit unter Niko Kovac ein Trumpf des BVB - doch was bleibt, wenn diese verloren geht?

BVB muss fehlende spielerische Klasse ausgleichen

Der TV-Experte sieht den BVB-Kader schlichtweg nicht auf höchstem Niveau, weshalb es umso wichtiger sei, die Grundtugenden des Fußballs umzusetzen: "Um ihre fehlende spielerische Klasse auszugleichen, müssen sie in jedem Spiel an ihren Grenzen gehen. Sie müssen einen unheimlich hohen Aufwand betreiben, um Ergebnisse zu erzielen - und das geht nicht ewig gut." Hinzu komme, dass die Strapazen der Klub-WM sich gegen Ende der Saison noch bemerkbar machen könnten.

In der Defensive sei der BVB zwar "stabil, aber vorne haben sie Probleme", erläuterte Hamann. "Guirassy trifft im Moment nicht, Adeyemi ist weit von seiner guten Form der Vorrunde entfernt und Beiers Leistungen sind in seinem zweiten Jahr in Dortmund enttäuschend. Brandt ist der einzige Kreativspieler, mehr Optionen hat Kovac nicht. Die Spieler sind im Moment nicht internationale Klasse, das muss man ganz klar sagen. Wie willst du dir dann Chancen erarbeiten und Tore machen?"


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