Dicke Luft in Leverkusen: Bayer-Coach stinksauer nach Gladbach-Enttäuschung
Von Niclas Hergt

Nach dem Unentschieden bei Borussia Mönchengladbach herrschte bei Bayer Leverkusen Frust pur. Trainer Kasper Hjulmand hatte seine Mannschaft erst am Vortag eindringlich gewarnt und vor allem eines gefordert: Intensität. Doch genau diese zentrale Vorgabe blieb auf dem Platz weitgehend unerfüllt. Der Däne war nach Abpfiff so bedient wie schon lange nicht mehr.
Hjulmand prangert fehlende Bereitschaft an
Bayer-Coach Kasper Hjulmand zeigte sich nach dem Spiel besonders über das Auftreten seines Teams mit dem Ball enttäuscht: "In der ersten Hälfte hatten wir zu wenig Intensität, vor allem in Ballbesitz“, erklärte er. Auf die Frage im BILD-Interview, ob er erstmals wirklich sauer auf seine Spieler sei, musste der Däne nicht lange überlegen: "Ja! Das ist richtig.“
Hjulmand sprach von einem Auftritt ohne Energie und klare Impulse: "Wir waren vor der Pause zu müde und ohne Tempowechsel. Die tiefen Läufe fehlten. Wir haben zu wenig gemacht.“ Mut, Biss und Leidenschaft seien in Gladbach kaum zu erkennen gewesen. "Darüber müssen wir reden“, kündigte er an.
So verärgert hatte man Hjulmand seit seinem Amtsantritt im September noch nicht erlebt. Besonders bitter für ihn: Leverkusen konnte den Patzer des VfB Stuttgart nicht nutzen und ließ im Kampf um die Champions League-Plätze erneut wichtige Punkte liegen.
Vizemeister wackelt: Hofmann kritisiert fehlende Konsequenz
Der Auftritt in Gladbach passt in ein Gesamtbild, das Leverkusen seit Wochen begleitet. Trotz vier Pflichtspiel-Siegen in Serie gab es 2026 noch keine wirklich überzeugende Leistung. Gegen Werder Bremen (1:0) und Eintracht Frankfurt (3:1) geriet die Werkself trotz früher Führungen unter Druck, im DFB-Pokal gegen den FC St. Pauli (3:0) musste sie lange Zeit hart arbeiten.
Besonders auffällig: Im letzten Drittel fehlt es an Konsequenz und Klarheit. Umschaltsituationen werden häufig unsauber ausgespielt und nach langen Ballbesitzphasen mangelt es an Ideen.
Routinier Jonas Hofmann brachte die Offensivprobleme nach dem 1:1 deutlich auf den Punkt: "Wir haben viele Spieler, die, wie zu anderen Zeiten noch, den Ball ins Tor tragen wollen.“ Für die kommenden Wochen fordert er ein einfacheres, zielgerichteteres Spiel: "Wir tun gut daran, den Fußball einfach zu halten.“
Wieder einmal verpasste Leverkusen die Chance, in der Tabelle Boden gutzumachen. Sowohl Hjulmand als auch Hofmann machten deutlich, dass der Druck nun spürbar steigt und die Werksellf sich in den kommenden Wochen anders präsentieren muss.
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