Für Lennart Karl endete der Traum von der ersten Weltmeisterschaft in einem wahren Albtraum. Beim Abschlusstraining vor dem finalen Testspiel der DFB-Elf gegen die USA zog sich das 18-jährige Offensivjuwel des FC Bayern München einen Muskelbündelriss im linken vorderen Oberschenkel zu.
Anstatt sich in Nordamerika mit den Besten der Welt zu messen, musste Karl unter Tränen und weitgehend wortlos die Heimreise antreten. Nach Informationen der Bild wird ihn diese schwere Verletzung voraussichtlich sechs bis acht Wochen außer Gefecht setzen.
Wettlauf gegen die Zeit bis zum Saisonstart
Mit dieser Ausfallzeit verpasst der Youngstar nicht nur das komplette WM-Turnier (11. Juni bis 19. Juli), sondern auch weite Teile der Sommervorbereitung des FC Bayern. Ein Comeback auf dem Rasen wäre demnach frühestens Ende Juli bis Mitte August realistisch. Damit droht Karl auch den Start in die neue Bundesliga-Saison zu verpassen, in der er seinen absoluten Durchbruch unter Trainer Vincent Kompany bestätigen wollte.
Der Offensiv-Wirbler, der erst im Februar einen Profivertrag bis 2029 unterschrieb und in der abgelaufenen Saison mit fünf Toren und fünf Vorlagen in 26 Ligaspielen maßgeblich zum Double-Gewinn beitrug, wird die Rehabilitation nun am heimischen Bayern-Campus in München absolvieren.
Aufmunternde Worte von ganz oben

Wie tief der Stachel beim 18-Jährigen sitzt, verdeutlichten die emotionalen Szenen nach der Diagnose in Chicago. Um das sichtlich gebrochene Ausnahmetalent aufzubauen, meldete sich deshalb sogar die oberste Vereinsführung der Münchener zu Wort. Bayern-Präsident Herbert Hainer nahm am Wochenende am Rande eines Fanclub-Jubiläums Stellung zum Verletzungsdrama seines Spielers und verriet, dass er Karl bereits per WhatsApp kontaktiert habe.
In seiner Nachricht habe er geschrieben, dass Karl trotz der riesigen Enttäuschung nun nach vorne schauen müsse, da er eine tolle Zukunft vor sich habe. Hainer verwies dabei auf ein prominentes Vorbild aus dem eigenen Kader: Auch Aleksandar Pavlovic verpasste die Heim-EM vor zwei Jahren verletzungsbedingt in letzter Sekunde und ist heute fest etablierter Stammspieler in der Nationalmannschaft. "Lennart ist bei uns in bester medizinischer Behandlung", versicherte Hainer und betonte, wie sehr ihm das WM-Aus für das Nachwuchstalent leidtue.
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