Die Schiedsrichterleistung von Christian Dingert hatte am Wochenende den Zorn des FC Bayern auf sich gezogen. Klubpatron Uli Hoeneß sprach nach der Partie gegen Bayer Leverkusen sogar von der "schlechtesten Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel gesehen habe".
Vor allem die Gelb-Rote Karte gegen Luis Diaz hatte die Verantwortlichen auf die Palme gebracht. Der Kolumbianer war wegen einer vermeintlichen Schwalbe vom Platz geflogen - bei Ansicht der TV-Bilder musste Dingert jedoch zugeben, dass diese Entscheidung zu hart war. Auch Knut Kircher, Schiri-Boss beim DFB, hatte betont, dass die Gelb-Rote Karte für Diaz "leider nicht richtig" gewesen sei. "Christian Dingert hat ja richtigerweise die falsche Einschätzung eingeräumt."
Der FC Bayern plädierte daher beim DFB dafür, Diaz ohne anschließende Sperre davon kommen zu lassen. Das Sportgericht hat den Einspruch gegen die Gelb-Rote Karte jedoch abgelehnt, sodass Diaz am kommenden Wochenende aussetzen muss.
Dingerts Entscheidung war "nicht komplett falsch"
"Schiedsrichter Dingert hat auf Nachfrage angegeben, dass er wahrgenommen habe, dass Spieler Diaz beim Sprint in den Strafraum ohne Einwirkung des Leverkusener Torwartes abgehoben sei, was er als unsportliche Schwalbe bewertet habe. Zwar habe er den späteren Treffer am Fuß erst nach Ansicht der Videoaufnahmen nach dem Spiel wahrgenommen. Aber auch unter Berücksichtigung dessen hätte Spieler Diaz zuvor den Kontakt gesucht und gefunden, seine Entscheidung sei daher nicht komplett falsch gewesen", teilte Stephan Oberholz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, mit.
"Dass die Entscheidung des Schiedsrichters unter Berücksichtigung der Fernsehbilder wahrscheinlich so nicht erfolgt wäre, ist für die sportgerichtliche Wertung nicht erheblich", führte Oberholz aus. "Entscheidend ist, dass sich der Vorgang als Tatsachenentscheidung darstellt, die nur dann korrigiert werden kann, wenn sie gravierend, offenkundig und ohne jeden Zweifel objektiv unrichtig ist. Das ist hier nicht der Fall."
Diaz wird den Münchnern somit gegen Union Berlin fehlen. In der Champions League, wenn am Mittwoch das Rückspiel gegen Atalanta Bergamo ansteht, kann Vincent Kompany jedoch auf den Flügelspieler bauen.
